EU soll Umwidmung des Berzdorfer Sees fördern
Görlitz, 1. April 2015. Der Berzdorfer See (Görlitzer See) ist für eine ganz besondere Spezies gedacht: Menschen ohne die Bedürfnis, jewede Notdurft zu verrichten. Weil das aber - trotz aller Abstreitungen - nicht realistisch ist, wird unterstellt, dass die Badegäste fleißig im Wasser des ehemaligen Braunkohletagebaus pullern.
Berzdorfer See: Eine ganz besondere Lösung
Ein untragbarer Zustandist das, hat die Verwaltung erkannt und über Lösungsmöglichkeiten nachgesonnen. Und die Lösung lag in der Tat im Wort “Lösungsmöglichkeit”!
Anstelle mit planerischem und baulichem Aufwand den beliebten Badeteich zu verschandeln und aufwändig für die umweltgerechte Entsogung der Hinterlassenschaften zu sorgen, wird der Spieß nun umgedreht: Nach Sperrung des Überlaufs zur Neiße wird der Berzdorfer See zur abflusslosen Sickergrube umgewidmet. Wer dennoch baden möchte, für den werden Badezuber im Strandbereich (8 Meter Mindestabstand zur Kloake) aufgestellt. “Das ist weit billiger als Toilettenanlagen”, bestätigte einer der Projektverantwortlichen.
Neue Funktion für den Hafen
Für den ziemlich blauäugig projektierten Hafen in Tauchritz ergeben sich aus der Umwidmung ganz neue Perspektiven. Wo eh nie eine Jolle anlegen würde, werden nun eine Art Bootsstege über der Wasserfläche installiert, auf denen man an einem kreisrunden Loch höchstpersönlich anlegen kann. Am Zugang soll sich ein Torbogen erheben: “Wie bei Oma auf dem Bauernhof” wird da draufstehen.
Eine Wirtschaftsförderungsgesellschaft im Landkreis Görlitz ist ob der Pläne schon aufgewacht. Unter dem Motto “Wir fördern alles, wo was abfällt!” soll die Umwidmung des Berzdorfer Sees zur abflusslosen Sickergrube bei der Europäischen Union zur Förderung als Umwelt-Habitat-Projekt eingereicht werden.
Ganz nebenbei sind eher unangenehme Fragen der Bürger - so nach der Brücke über die Pießnitz und nach einer Segelgenehmigung entsprechend der Schifffahrtsverordnung - gleich mit vom Tisch.
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Lesermeinungen (1)Hahaha!
Von Beowulf Gurkenpuder am 01.04.2015 - 09:27Uhr
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- Quelle: red | Fotos: © Görlitzer Anzeiger
- Erstellt am 01.04.2015 - 00:48Uhr | Zuletzt geändert am 01.04.2015 - 01:02Uhr
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