Mit der Fledermaus ins Gefecht
Dresden. In dieser Woche ist die Entscheidung des Sächsischen Oberverwaltungsgerichts für die Baufreigabe für die Dresdner Waldschlösschenbrücke gefallen. Jetzt bekommen die Brückengegner Verstärkung durch Umweltschützer: Der Brückenbau gefährde mit der "Kleinen Hufeisennase" eine vom Aussterben bedrohte Fledermausart.
Im Streit um die Dresdner Waldschlösschenbrücke werden alle Register gezogen - Gedanken von Fritz Stänker
Manege frei zur nächsten Runde im Politzirkus!
Es erscheint im Rampenlicht die sächsische Staatsministerin für Kunst und designierte Präsidentin des Nationalkomitees für Denkmalschutz, Dr. Eva-Maria Stange. "Statt auf politische Vernunft und einen Kompromiss zu setzen, bleibt uns jetzt nur noch die Hoffnung auf die kleine Hufeisennase", erklärt sie dem verdutzten Publikum zur Einleitung ihres melodramatischen Auftritts und gibt ihrer Enttäuschung Ausdruck, dass das Oberverwaltungsgericht trotz der durch die Stadt fortgesetzten Suche nach einem Kompromiss so entschieden habe. Doch nun prüft das Verwaltungsgericht Dresden den Antrag der Umweltschützer.
"Welche verheerende internationale Wirkung die Aberkennung des Welterbetitels hat, scheint noch immer nicht klar zu sein", steigert die Ministerin gekonnt die Spannung im Chapiteau. Hier könne sich auch der Bund - quasi der Zirkusdirektor - nicht aus der Verantwortung stehlen.
Damit schwingt sie ihre Raubtierpeitsche in Richtung auf Bundeskanzlerin Angela Merkel, die im Streit um den Bau der Waldschlösschenbrücke einen "regionalen Konflikt" sieht. Und sie scheut sich nicht, die Peitsche knallen zu lassen: Schließlich sei es die Bundesregierung, die den Titel bei der UNESCO beantragt. In der Geschichte der UNESCO Welterbekonvention sei es, so Stange weiter, in diesem Jahr erstmals vorgekommen, dass ein Welterbetitel wieder aberkannt worden sei. Betroffen war ein Wildschutzgebiet in der Wüste Omans. Derzeit gibt es über 830 Welterbestätten in rund 138 Staaten. Insgesamt haben Rund 180 Staaten die UNESCO Welterbekonvention unterzeichnet.
Hiermit beantrage ich den UNESCO-Welterbetitel für den bundes-sächsischen Politzirkus um die Dresdener Waldschlösschenbrücke. Allerdings bleibt uns dieser Zirkus auch ohne Welterbetitel erhalten,
befürchtet ihr Fritz Stänker
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- Erstellt am 21.07.2007 - 11:19Uhr | Zuletzt geändert am 21.07.2007 - 11:49Uhr
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