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Oberlausitz. "Der den Wolf rammt" oder ob ein "Umgebindehaus nach Berlin" umgesetzt werden darf: Noch mehr Nachrichten aus der Oberlausitz macht der Görlitzer Anzeiger auf Facebook zugänglich.

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Sprachgärtnern - eine Chance für Sprachdiversifizität

Dort werden auch die wichtigsten Meldungen aus den Schwesterausgaben für Bautzen, Weißwasser und Zittau geposted.

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Ein Wort zur "Sprachgärtnerei"

Mit einem herzlichen "geposted" geht auch ein Gruß an die Görlitzer Sprachverhüterlis, die sich selbst Sprachgärtner nennen. Ein hehres Anliegen, voller Sympathie wahrgenommen von allen, die wohlgesetzte Worte, zumal, wenn sie dem deutschen Sprachraum entlehnt sind, zu schätzen wissen.

Man stelle sich vor, der Alte Fritz hätte in Sanssouci nicht Pflanzengärtner, sondern Sprachgärtner ans Werk gelassen. Die beschwingte Schlossanlage hieße wie eine Versicherungsreklame: Ohne Sorge.
Vielleicht war diese Unterstellung gar ein Bonmot - umständlicher ausgedrückt: Eine geistreiche und witzelnde Bemerkung.

Sind es eigentlich Sprachgärtner, die der Vergewaltigung so wunderbarer Worte wie Portemonnaie schuldig sind? Nach neuerer deutscher Rechtschreibung ist davon nur ein emotionsloses "Portmonee" übrig gelieben.

Welche Bildungsverlust, ein Wort wie Chaiselongue auf den Index der deutschen Sprache zu setzen! Die exakte Übersetzung "Liegestuhl" lässt uns ahnen, wozu das Möbelstück erfunden wurde - das so gar nichts mit eine Liegestuhl im deutschen Sinne zu tun hat.

Wie arm wäre unsere Sprache doch, hätten unsere Altvorderen so vehement gegen das Französische gekämpft wie heute mancher gegen Anglizismen und oder Amerikanismen, die oftmals kürzer, treffender und insgesamt pägnanter sind als das deutsche Pendant (sic!), insofern es überhaupt existiert. Und aus "Friseuren" zu "Haarschneider" machen - bitte nie wieder!

Hoffen wir, dass sich die Sprachgärtner weniger mit dem Ausrupfen vermeintlichen Unkrauts befassen als vielmehr mit der Förderung des Artenreichtums - will meinen, einer lebendigen, verständlichen und in der Qualität wortreichen Sprache,

Ihr alter Wortverdreher Fritz R. Stänker

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  • Quelle: Fritz Rudolph Stänker
  • Erstellt am 15.10.2011 - 08:58Uhr | Zuletzt geändert am 15.10.2011 - 09:43Uhr
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