Namensgebung für Grundschule 1
Görlitz-Zgorzelec. Nach umfangreichen historischen Recherchen hatte die Schulkonferenz der Grundschule 1 im Frühjahr 2010 beschlossen, der Schule den Namen „August Moritz Böttcher“ zu verleihen. Der Stadtrat der Großen Kreisstadt Görlitz besiegelte dieses Votum in seiner Sitzung am 30. September mit einem einstimmigen Beschluss. Die Schüler und das Kollegium hatten für den 21. Oktober geladen und feierten sowohl das Schulhoffest aus Anlass der Wiedereröffnung der Turnhalle als auch die Namensgebung mit ihren Gästen.
Der Turnvater der Oberlausitz
August Moritz Böttcher galt als „Turnvater“ der Oberlausitz und Mitbegründer der Freiwilligen Feuerwehr. Er wurde am 5. März 1820 als Sohn eines Predigers in Herzogswalde unweit von Neumark (Zielenzig) geboren. Ausgebildet wurde er am Werderschen Gymnasium in Berlin und konnte bereits mit 16 Jahren in der renommierten Eiselenschen Privatanstalt vorturnen. Öffentliche Turnübungen an Gymnasien waren erst 1837 wieder erlaubt. Das Turnen mit einer königlichen Kabinettsorder wurde 1842 an den Schulen eingeführt. Der Bürgermeister Gottlob Ludwig Demiani und der Leiter aller städtischen Schulen - außer Gymnasien - Prof. Ferdinand Wilhelm Kaufmann bemühten sich schon 1838 um einen Schwimmlehrer.
Etwa zehn Jahre später suchte der Magistrat in Görlitz nach einem geeigneten Turnlehrer und Böttcher begann am 1. Januar 1947 seine Arbeit in Görlitz. Auch junge Männer wurden in seiner Freizeit von Böttcher trainiert. So entwickelte sich daraus bereits Ende 1947 ein Turn- und Rettungsverein, in dem Böttcher Vorstandsmitglied war.
Er war für das Turnen im gesamten Schulwesen angestellt und schrieb eine Vielzahl von Lehrbüchern. Er konnte viele Jugendliche für das Turnen begeistern, obgleich das Pflichtturnen für Knaben erst 1861 und für Mädchen 1876 eingeführt wurde. Böttcher arbeitete bis zu seiner Pensionierung im Jahr 1872 als Turnlehrer. Er starb 1907 in Görlitz und wurde auf dem heutigen Städtischen Friedhof beigesetzt.
Böttcher forderte die Einführung von drei Wochenstunden Schulsport und die Gleichstellung des Faches Turnen mit allen anderen Unterrichtsfächern.
Sport ist Lieblingsfach
Bei fast allen Kindern der Grundschule ist das Fach Sport das Lieblingsfach. „Gerade im Sportunterricht sammeln und erweitern unsere Schüler Bewegungserfahrungen und schulen die Wahrnehmungsfähigkeit, erfahren, dass sie durch Üben ihre Leistungen steigern können. Sie erleben faszinierende Elemente, Spannung und Dramatik im Spiel sowie erste Grenzerfahrungen, entwickeln ein Bewusstsein für eine gesunde Lebensführung“, so lautet ein Auszug aus dem Protokoll der Schulkonferenz.
Die Grundschule 1 erhielt im letzten Jahr den Titel „Sportfreundliche Schule“ und bietet außer dem Schulsport am Nachmittag vielfältige sportliche Betätigungen in Form von Ganztageskursen an.
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- Quelle: red | Foto: Stadtverwaltung Görlitz
- Erstellt am 25.10.2010 - 09:41Uhr | Zuletzt geändert am 25.10.2010 - 11:22Uhr
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