Willkommen 2010!

Willkommen 2010!Bautzen / Budyšín | Görlitz-Zgorzelec | Weißwasser / Běła Woda | Zittau. Eine Silvesternacht mit spiegelglatten Straßen bescherte so manchem Verkehrsteilnehmer den sprichwörtlichen "Guten Rutsch!" auf völlig unerwartete Weise. Zum Glück blieb es bei den Autounfällen nach bisherigem Kenntnisstand bei Rutschern in den Straßengraben und Blechschäden. Für Taxifahrer ist die Silvesternacht eigentlich einer der großen Umsatzbringer des Jahres, doch das von Petrus erzwungene Fahren im Schleichgang führte dazu, dass viele Fahrgäste bis in die Morgenstunden warten mussten.

Das wird das Jahr der Lösungen

Das wird das Jahr der Lösungen

In der Lokalpolitik wird vielerorts an einem Strang gezogen, manchmal auch (nach Anton Kuh) unter dem Motto: "Warum denn sachlich, wenn es auch persönlich geht?"

Es gibt keinen Grund, verzagt in das neue Jahr zu blicken. Viele angestaute Probleme werden in diesem Jahr einer Lösung zugeführt - oder nie gelöst werden.

In der Ostsachsenmetropole Görlitz steht ganz oben auf der To-Do-Liste die Stadthalle. Wird in diesem Jahr kein betriebsfähiger Zustand hergestellt, dann am Sankt-Nimmerleins-Tag. Je länger die Görlitzer Stadthalle geschlossen bleibt, um so weniger wird sie gebraucht, weil sich längst Alternativen etabliert haben und dies weiter tun. Zum Abiball geht es in eine Brauerei... Und genau deshalb ist die Stadthalle für Görlitz so bitter nötig, weil sie den kulturellen Anspruch der Stadt hoch hält und als Veranstaltungs-und Tagungsort die Pozenziale der Europastadt potenziert.

Gleich an zweiter Stelle folgt das historische Kaufhaus am Demianiplatz, auch wenn man da weniger tun kann. Es ist ein Objekt der Privatwirtschaft, auf das der öffentliche Einfluss gering ist. Dennoch: Der Betrieb des Kaufhauses, in welcher Form auch immer, liegt im öffentlichen Interesse und dem anderer Anbieter der Görlitzer Innenstadt. Das "Flagge zeigen" der Görlitzer Büger für ihr Kaufhaus ist gut und schön, wäre aber weit wirksamer, wenn ein Kamerateam der BBC zugegen wäre und die Sun und die Times im Heimatland des Eigentümers die Gefahr publik machen würden, dass hier ein Kleinod des Jugenstils schleichend - not very british - dem Verfall preisgegeben wird.

So hat jede Stadt und jede Gemeinde ihr Säckel, dass sie im eben begonnenen Jahr schultern muss. Eins wird die Auswirkungen der Wirtschaftskrise enthalten, die 2010 bei den Bürgern ankommen. Wenn in strukturschwachen Regionen die wenigen industriellen Arbeitgeber es nicht mehr fertigbringen, ihre Mitarbeiter mit Arbeit zu versorgen, schlägt das sehr direkt auf Arbeitslosenzahlen, Hartz IV-Aufwendungen und das Gewerbesteueraufkommen der Dienstleister und Handwerker durch. Die Hoffnung auf kurzfristige Besserung ist längst begraben, strategische Ansätze für die Regionalentwicklung - Stichwort Demographie als eines der brennendsten Probleme - sind trotz Thematisierung nicht erkennbar, vielleicht im Laufe des Jahres wenigstens in Strategiepapieren nachlesbar.

Gefragt sind verantwortlich denkende Unternehmer, die Hochschulen und alle, denen die Entwicklung ihrer Region am Herzen liegt: Werfen Sie Ihren EInfluss in die Waagschale, um qualifizierte Arbeitsplätze zu schaffen und Ansiedlungen zu ermöglichen, Hemmnisse abzubauen und ein Umfeld für kluge, gut ausgebildete Menschen zu schaffen.

Für das Jahr 2010 wünscht alles Gute und - siehe das Zitat unten - viel Mut

die Redaktion der Regional Magazin Gruppe,
eine Bereich von BeierMedia.de


Thomas Beier
verantw. Redakteur


Der Mensch ist eine erstaunliche Maschine, göttlich und infernalisch.

Er lebt in einer seltsamen Umgebung; unermesslicher Reichtum, Recht und Schlechtigkeit, Güte und Lumperei. Er ist frei, im Eis der Pole wie in der Glut der Tropen. Aber er kann an Kälte oder Hitze sterben. Er muss sich verteidigen und daher angreifen. Er braucht Stille, und der Lärm umgibt ihn. Er braucht Liebe, und der Teufel ist überall. Um zu leben, muss er essen; um sein Brot zu bezahlen, verdient er Geld; und das Geld hängt oft zusammen mit Lüge, Verstellung, Gier und Gemeinheit. Usw., usw. Was für ein Kampf!

Daher stellen sich die Menschen gerne unter: Häuser, Gesetze und Verordnungen, Brauch, Mode, Moral. Ebensoviel Geländer, Gefängnisse, Enge.

Feigheit liegt nahe. Der Mut aber auch!

Der Mensch ist frei. Viel Glück!

Le Corbusier

Teilen Teilen
Kommentare Lesermeinungen (0)
Lesermeinungen geben nicht unbedingt die Auffassung der Redaktion, sondern die persönliche Auffassung der Verfasser wieder. Die Redaktion behält sich das Recht zu sinnwahrender Kürzung vor.

Schreiben Sie Ihre Meinung!

Name:
Email:
Betreff:
Kommentar:
 
Informieren Sie mich über andere Lesermeinungen per E-Mail
 
 
 
Weitere Artikel aus dem Ressort
Weitere Artikel
 
  • Quelle: TEB | Foto/Repro: BeierMedia.de
  • Zuletzt geändert am 01.01.2010 - 12:41 Uhr
  • drucken Seite drucken