Signifikante Zunahme der Altersarmut im Landkreis Görlitz
Görlitz, 16. Januar 2024. Eine besorgniserregende Entwicklung zeichnet sich im Bereich der Altersarmut im Landkreis Görlitz ab. Die aktuellen Zahlen aus einer Anfrage des Sozialpolitikers Jens Hentschel-Thöricht, Fraktionsgeschäftsführer der LINKEN im Kreistag Görlitz, legen eine dramatische Zunahme der von Altersarmut Betroffenen offen.
Die wachsende Herausforderung der Altersarmut im Landkreis Görlitz. Symbolbild
Foto: Wolfgang Eckert auf Pixabay
Massiver Anstieg im Jahr 2022
Die Anfrage von Jens Hentschel-Thöricht zeigt auf, dass im Jahr 2022 der Bedarf an Grundsicherung im Alter (SGB XII) stark gestiegen ist. Waren im Jahr 2020 noch 687 Menschen auf diese Unterstützung angewiesen, erhöhte sich die Zahl im Jahr 2021 auf 788 und erreichte im Jahr 2022 eine Höhe von 995 Personen. Dies entspricht einer Steigerung um 14 Prozent zum Vorjahr und alarmierenden 45 Prozent im Vergleich zu 2020.
Verdeckte Altersarmut und soziale Forderungen
Hentschel-Thöricht weist darauf hin, dass die offiziellen Zahlen möglicherweise nur die Spitze des Eisbergs darstellen. Das Deutsche Institut für Wirtschaftsforschung (DIW) hat bereits früher auf eine hohe Dunkelziffer der Nichtinanspruchnahme von ca. 60 Prozent hingewiesen. Angesichts der steigenden Preise für Lebensmittel, Energie und Mobilität fordert er eine Aufstockung von Armutsrenten und Pauschalzahlungen. Er plädiert für eine Mindestrente von 1.200 Euro netto und fordert eine umfassende Reform der gesetzlichen Rentenversicherung.
Regionale Herausforderungen im Osten
Besonders betont wird die Situation im Landkreis Görlitz und im Osten Deutschlands. Hier beziehen deutlich weniger Menschen eine Betriebsrente oder Pension und verfügen seltener über Wohneigentum, was die Altersarmut verschärft. Hentschel-Thöricht appelliert an die Notwendigkeit, die gesetzliche Rentenversicherung zu stärken, um den Ruhestand würdevoll gestalten zu können.
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- Quelle: red / Jens Hentschel-Thöricht
- Erstellt am 09.01.2024 - 14:23Uhr | Zuletzt geändert am 17.01.2024 - 13:01Uhr
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