Powerfrau des Jahres gekürt

Powerfrau des Jahres gekürtLandkreis Görlitz, 8. März 2021. Anlässlich des heutigen Internationalen Frauentags hat der Vorsitzende der Görlitzer Landkreis-CDU Florian Oest Frauen gesucht, nicht irgendwelche: Die Aktion "Frauenpower – Powerfrauen" fragte nach der tollen Mitarbeiterin, der Lieblingslehrerin, nach der in der Großfamilie helfenden Oma, nach der besonderen Trainerin und der bemerkenswerten Chefin.

Symbolfoto: congerdesign, Pixabay License

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CDU Kreisverband Görlitz und Florian Oest küren Weißwasseranerin

Viele engagierte Frauen wurden vorgeschlagen, meldet der CDU Kreisverband Görlitz. Nun hat eine hat die Jury entschieden und Franziska Gniozdorz aus Weißwasser/O.L. / Běła Woda zur Powerfrau des Jahres 2021 gewählt.

Für Oest offenbar ein Volltreffer: "Die Geschichte von Franziska Gniozdorz beeindruckt mich sehr. Sie übernimmt Verantwortung im Beruf, organisiert das Familienleben, engagiert sich im Ehrenamt beim Katastrophenschutz und studiert zudem berufsbegleitend. Als Familienvater weiß ich, wie schwer es ist Familie, Beruf und Ehrenamt gerecht zu werden. Ich gratuliere Franziska Gniozdorz ganz herzlich und danke ihr – sowie all den anderen Frauen, die tagtäglich Großes leisten – im Namen des CDU Kreisverbandes Görlitz. Ich freue mich über die große Resonanz und versuche mit allen vorgeschlagenen Frauen ins Gespräch zu kommen."

Was kennzeichnet die Powerfrau?

Franziska Gniozdorz steht mitten im Leben, als Mutter und Ehefrau organisiert das Familienleben. Neben der Arbeit engagiert sie sich beim Katastrophenschutz. Vor allem das vergangene Jahr hatte es für die zweifache Mutter in sich. Zunächst erfüllte sie sich zusammen mit ihrem Ehemann den Traum vom eigenen Haus und packte bei der Rekonstruktion selbst mit an; im Oktober hat sie zudem ein Medizinstudium aufgenommen.

Der CDU Kreisverband Görlitz und der für den Bundestag kandidierende Oest haben die Aktion "Frauenpower – Powerfrauen" in diesem Jahr zum ersten Mal ins Leben gerufen. Der Anspruch: Die Aktion soll sichtbar machen, was sonst vielleicht manchmal unsichtbar ist – und doch von großer Bedeutung. Als Preis für Powerfrau Gniozdorz gab es neben einer Urkunde und Medaille einen Rundflug über Görlitz.


Kommentar:

Was ist eigentlich mit jenen Frauen, die die "Frauenpower" – jedenfalls das, was manche darunter verstehen – nicht haben? Mit jenen, bei denen sich das Organisieren des Familienlebens allein auf die Kinder beschränkt, weil sich der Vater aus dem Staub gemacht hat? Was ist mit jenen, die es, warum auch immer, im Leben stets schwerer hatten als andere? Und wie sehen diese Frauen eine Frau, die so gut ins Powerfrauen-Klischee passt, dass sie auch noch einen Preis dafür bekommt?

Frauen – das ist wahrhaftig ein weites Feld. Erst heute amüsierte mich eine "Frauenintiative", die für "starke Frauen" – Powerfrau liegt in der Luft – und eine "chancengerechte Gesellschaft" eintritt – und damit wohl eher Gleichstellung oder sogar Quoten meint. Eine willkürliche Auswahl aus dem Veranstaltungsprogramm dieser Fraueninitiative: Nachhaltige Pflegeprodukte selbst gemacht, Osterbrot backen, Yoga zum Feierabend. Na, da wird es was werden.

Dabei gibt es doch viele Ansätze, Frauen in der Gesellschaft besser zu repräsentieren und verantwortlich handeln zu lassen. Kinder kriegen ohne Karriererisiko ist so ein Stichwort. Oft allerdings – auch das gehört zur Wahrheit – verharren Frauen ganz freiwillig in der tradierten Rolle 3K-Rolle: Küche-Kinder-Kirche, heute auch Küche-Kinder-Kreativzirkel. Es muss halt jeder nach seiner eigenen Fasson glücklich werden, wusste schon der Alte Fritz.

Wer mich kennt, der weiß, dass ich von jeglicher "DDR"-Nostalgie weit entfernt bin, zu stark haben die Erfahrungen mit den linken Mitläufern, Funktionären und Tätern geprägt – Erfahrungen, die viele machen mussten, wenn sie nicht die Gnade der späten oder westlichen Geburt hatten. Auch die Musikszene der "DDR", heute teils als Ost-Rock hochjubelt, muss politisch und moralisch differenziert gesehen werden, so auch der Liedermacher Kurt Demmler (1943 bis 2009), geboren als Kurt Abramowitsch in Posen. Eines seiner Lieder, mit denen er den real existierenden Sozialismus besungen hat, sollte man dennoch zitieren, wenn anlässlich des Frauentags von "Powerfrauen" die Rede ist: Dieses Lied sing ich den Frauen (Maria), meint Ihr

Thomas Beier



Kulturzuschlag:
Kurt Demmler: Dieses Lied sing ich den Frauen (Maria)

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  • Quelle: red / Kommentar: Thomas Beier | Foto: congerdesign, Pixabay License
  • Erstellt am 08.03.2021 - 16:13Uhr | Zuletzt geändert am 08.03.2021 - 17:32Uhr
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