Workshop "Die Lausitz – Unsere Heimat im Jahr 2038"
Görlitz, 7. April 2019. Großer Bahnhof gestern im Görlitzer Augustum-Annen-Gymnasium: Ministerpräsident Michael Kretschmer hat gemeinsam mit Schülern aus der Region Görlitz eine "Zukunftswerkstatt Lausitz" veranstaltet. Ungefähr 30 Schüler waren dabei, haben diskutiert und ein Zukunftsbild entstehen lassen.
Abbildung: Ein Zukunftsbild für die Lausitz, mit Unterschrift des Ministerpräsidenten
Zukunftswerkstatt verdeutlicht Komplexität des Strukturwandels
Zwei Stunden lang ging es darum, wie die Lausitz im Jahr 2038 aussehen wird und was sie lebenswert macht.
Natürlich dachten die Schüler an ihre eigene Zukunft, wenn sie Bildungs- und Berufschancen in den Fokus rückten. Auch die Zukunft der Mobilität wurde beleuchtet und was sinnvoll für den Klimaschutz getan werden kann.
Mehr:
Strukturwandel in den sächsischen Braunkohleregionen
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Kommentar:
Anstoß für den Strukturwandel in der Lausitz ist der Braunkohleausstieg – für manchen überraschend schnell, für andere viel zu spät und zu langsam. Kern der Herausforderung ist es, für Arbeitsplätze zu sorgen, die den Menschen ein Auskommen bieten. Kommt bei aller Begleitmusik durch Fördermittel und Initiativen dieses eigentliche Ziel zu kurz? Bringen der Ausbau der Verkehrswege und das schnelle Internet Jobs in die Lausitz?
Dabei liegen die Ansätze, was zu tun ist, auf der Hand: Einesteils kann man versuchen, bestehende Unternehmen zu mit neuen Arbeitsplätzen verbundenem Wachstum anzuregen. Dass das mit ein wenig Expertise machbar ist, hat der damalige Zittauer FIO e.V. schon vor etlichen Jahren mit der Studie "Neue Wege" bewiesen: Ansetzen bei den Engpässen der Unternehmen, die oft im Absatz zu finden sind.
Der andere Weg ist es, neue Unternehmen anzusiedeln. Da muss man gucken, mit welchen Branchen man an vorhandene Strukturen andocken kann, welche Standortvorteile tatsächlich gegeben sind und welche Standortnachteile so stark sind, dass sie ausgeglichen werden müssen. Ein wenig eleganter, doch praktizierter Weg ist es, Unternehmen von woanders abzuwerben. Verträglicher sind da expandierende Unternehmen, die zusätzliche Standorte eröffnen wie beispielsweise die Borbet Sachsen GmbH in Kodersdorf. Echte Startups hingegen können den Wandel in der Wirtschaft nur ergänzen: Das Risiko eines Flops bleibt für Anfänger hoch.
Auch eine immer wieder ins Spiel gebrachte "Sonderwirtschaftszone Laussitz" ist mit Vorsicht zu genießen, wenn nichtglasklar definiert ist, was "sonder" eigentlich bedeuten soll. Geht es um Steuervorteile durch beispielsweise sehr geringe Hebesätze bei der Gewerbesteuer, wird den Kommunen und damit auch dem Kreis das Geld fehlen.
Die Beschäftigen, deren Jobs nicht nur vom Braunkohleausstieg, sondern von der Digitalisierung insgesamt bedroht sind, müssen neben allen politisch eingeleteten Maßnahmen selbst nach Alternativen für sich suchen, ohne auf Angebote von außen zu warten. Für neue Ideen steht der Wind gerade günstig,
meint Ihr Thomas Beier
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- Erstellt am 07.04.2019 - 07:40Uhr | Zuletzt geändert am 22.10.2021 - 15:49Uhr
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