Neiße in Görlitz von Unrat befreit

Neiße in Görlitz von Unrat befreitGörlitz, 11. November 2018. Tiefer herunterkommen kann man in Görlitz wohl nicht, zumindest, wenn man noch ein Stückchen Himmel über sich sehen möchte: Gestern stiegen etliche Görlitzer in ihren Stadtfluss, die Lausitzer Neiße, um ihn oberhalb des Wehres an der Altstadtbrücke von grünem Biounrat und Müll zu befreien. Biounrat? Ja, wegen des trockenen Sommers hatte sich ein dichter Teppich aus Entengrütze angesammelt. Insgesamt waren rund 70 Leute an der Aktion beteiligt.
Abbildung oben: Im Neißefluss zu Görlitz hätte Hermann van Veens Alfred Jodocus Kwak seine helle Freude gehabt

Vielfältige Unterstützung aus der Stadtgesellschaft

Vielfältige Unterstützung aus der Stadtgesellschaft

Görlitzer Entengrützenfischer bei der Arbeit

Die Stadtbewegung Motor Görlitz hatte kurzerhand zu der Aktion aufgerufen, weil sich die Behörden nicht einigen konnten, wer zuständig ist. Raimund Kohli koordinierte nicht nur die vielen Helfer, sondern freute sich auch noch: "Die Aktion hat gezeigt, dass die Görlitzer zusammenhalten, wenn es um ihre Stadt geht."

Besondere Unterstützung kam von den Freiwilligen Ortsfeuerwehren Stadtmitte und Weinhübel, die mit einem Boot anrückten, die Helfer im Wasser sicherten und mit ihren Schläuchen die hartnäckige Entengrütze in Bewegung brachten. Die Kameraden der Berufsfeuerwehr überwachten die Aktion. Logistische, organisatorische und materielle Hilfe kam außerdem von der Stadtverwaltung Görlitz, dem städtischen Betriebshof, vom Lions Club Görlitz, der Niederschlesischen Entsorgungsgesellschaft und einer Brauerei.

Weil sich viele Vereine und Einwohner der Aktion angeschlossen hatten, konnten innerhalb von nur drei Stunden rund zehn Kubikmeter Müll und Wasserunkraut aus dem Fluss, der Deutschland und Polen verbindet, gefischt und auf einen Container verladen werden.

Der Görlitzer Oberbürgermeister Siegfried Deinege zeigte sich beeindruckt vom Engagement der Görlitzer Bürger und der Organisatoren, "die mit der Aktion bewiesen haben, wie viel ihnen an ihrer Heimatstadt liegt", wie er heute den Initiatoren schrieb. Mike Altmann, Sprecher von Motor Görlitz, zog ebenfalls eine positive Bilanz der "Säuberungsaktion": Nun könne die Neiße wieder besser atmen, außerdem habe die Aktion hat auch viele Menschen aus ganz unterschiedlichen Kreisen zusammengebracht, die sich für ihre Stadt aktiv einsetzen.

Der Verein Motor Görlitz ist ein überparteiliches Netzwerk, das bürgerschaftliches Engagement und demokratische Bürgerbeteiligung stärken möchte.

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Kommentare Lesermeinungen (1)
Lesermeinungen geben nicht unbedingt die Auffassung der Redaktion, sondern die persönliche Auffassung der Verfasser wieder. Die Redaktion behält sich das Recht zu sinnwahrender Kürzung vor.

Coole Sache, diese Neißesäuberung

Von Thomas John am 17.11.2018 - 16:33Uhr
Wenn sich Behörden nicht einig werden, wer zuständig ist, würde ich sagen: alle, die sich drum streiten sind zuständig :-).

Eine gute Aktion, der ich mich gerne irgendwie angeschlossen hätte, wenn ich davon gelesen und die Zeit gehabt hätte (lässt sich hinteher leicht sagen, ich weiß, aber ich bin begeistert davon :-D).

Eine Frage kam mir in den Sinn: Ist diese Entengrütze nicht Nahrung für Enten und andere Wasservögel und sollte sie nicht eine Menge davon anziehen, so dass das Problem von diesen Vögeln begrenzt wird? Es sei denn, diese wären schon satt genug.

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  • Quelle: red | Fotos: Paul Glaser
  • Zuletzt geändert am 12.11.2018 - 16:32 Uhr
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