Jahrgangsbeste Schüler geehrt
Görlitz, 17. Juli 2015. Weil die Schulzeit mehr ist als das, was das Zeugnis widerspiegelt, hat der Förderverein des Augustum-Annen-Gymnasiums am letzten Schultag die besten Schülerinnen und Schüler mit seinem Förderpreis ausgezeichnet. Berücksichtigt wurden nicht allein die vorausgesetzten sehr guten schulischen Leistungen (infrage kam nur, wer einen Zensurendurchschnitt von 1,5 oder besser vorweisen konnte), sondern auch soziales Engagement in Schule und Gesellschaft. Die Feierstunde, die in der Aula des Hauses Augustum staattfand, erlebte bereits ihre achte Auflage.
Stänker plädiert für Renitenz, wenigstens ein bisschen
Ausgezeichnet wurden Schüler, die sich neben der anspruchsvollen schulischen Arbeit in einem Sportverein engagieren, das Kulturleben an der Schule oder in der Stadt Görlitz - sei es durch Musik oder durch Theaterspiel - bereichern oder schwächere Mitschüler unterstützen.
Der Förderpreis wird in Form einer Urkunde mit einem Aphorismus von Christian Friedrich Hebbel (der hier allerdings einem J. C. Burkhardt zugeordnet wird) "Nicht was der Mensch ist, nur was er tut, ist sein unverlierbares Eigentum" übergeben. Dazu gibt es einen Büchergutschein.
Laudatorin Sylvia Pietsch, die im Vorstand des Fördervereins ist, verdeutlichte, dass der Jahrgangsförderpreis "einerseits als Anerkennung für gezeigte Leistung verliehen wird, dieser andererseits in die Zukunft strahlen und als Motivation für alle Schüler in den kommenden Jahren zahlreiche Nachahmer mit guten Schulleistungen finden soll.“ Pietsch plädierte für den Mut, eigene Ansprüche zu verwirklichen: "Menschen, denen es gelingt Spuren zu hinterlassen, sind jene, die sich engagieren: für andere Menschen, für eine Gemeinschaft, für die Gesellschaft. Es sind jene Schüler, die einen Anspruch an sich selbst stellen und diesen Anspruch mit viel Fleiß, kreativen Ideen sowie Achtung gegenüber Anderen füllen. Die aber eben auch den Mut haben, neue und unbekannte Wege zu gehen, die auch einmal unbequem sein können und die einem vollste Konzentration, Kraft und Ausdauer abverlangen.“
Das sind die Preisträger des Jahrgangsförderpreises 2014/15 des Augustum-Annen-Gymnasiums Görlitz
- 5. Klasse:
Annalena Brückner, Hanna Gerke, Maria Pfister, Emma Friedrichs - 6. Klasse:
Esther Brandt, Pia Warkus - 7. Klasse:
Emilia Boutin, Mila Zwiebel, Karoline Zych - 8. Klasse:
Friedrich Domsgen, Saskia Schütze - 9. Klasse:
Katharina Domsgen, Felicitas Vogt - 10. Klasse:
Lea Bandel, Lea Grund, Charlotte Holz, Tobias Kreibich - 11. Klasse:
Hannah Ende, Markus Pabst
Kommentar:
Das fällt auf: Der Förderpreis geht an 16 Mädchen und nur drei Jungen. Hängt da was schief mit dem Gender Mainstreaming am Görlitzer Annen-Augustum-Gymnasium? Oder werden hier alle Schüler resp. Schülerinnen über einen einzigen Läuserechen geschoren?
Wenn ich an meine Schulzeit zurückdenke, dann waren es genau die Vorzeigeschülerinnen, die im Berufsleben schnell an Grenzen stießen. Aber klar, wen will man sonst auszeichnen - die Unangepassten, die Eigensinnigen, die Schwierigen, die werden erst dann gelobt, wenn sie Großes geleistet haben.
Vielleicht sollte man einen Preis vergeben für Unangepasstheit, Eigenwilligkeit und Renitenz - Eigenschaften, denen Lehrer mit einem stillen Lächeln begegnen und die sie als das Salz in der Suppe des Berufs begreifen sollten.
Auf jeden Fall gilt: Wenn es in den Klassen einen Mädchenüberschuss gibt, muss man aufpassen, die Jungen nicht unter die Räder kommen zu lassen, indem sie am Bild des angepassten Mädchens gemessen werden.
Sowas kommt nämlich vor,
meint Ihr Fritz R. Stänker
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- Quelle: red | Kommentar: Fritz Rudolph Stänker | Foto: Hubertus Kaiser
- Erstellt am 17.07.2015 - 06:18Uhr | Zuletzt geändert am 17.07.2015 - 07:12Uhr
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