Oberlausitz - östlichstes deutsches Hopfenanbaugebiet
Landkreis Görlitz. Woher sein Bier kommt, das weiß der Görlitzer, schließlich gibt es vor Ort sogar eine brauende Denkmal-Manufaktur. Weithin unbekannt ist jedoch, dass der Hopfen für die - je nach Geschmack - besten deutschen Biere teils ebenfalls aus dem Landkreis Görlitz kommt.
Hopfen ist nicht gleich Hopfen
Wer's nicht glaubt, der möge selbst auf Erkundung gehen in die Ecke nördlich von Löbau - den nördlichsten Zipfel des ehemaligen Landkreises Löbau-Zittau. Hier gibt es Lautitz / Łuwoćicy - seit 2003 ein Ortsteil von Löbau - zu entdecken.
So sehr der Ort rund um die alte Mühle am Löbauer Wasser ob des Verfalls einen Eindruck von der Zeit nach dem Dreißigjährigen Krieg verschafft, so beeindruckend sind die Hopfenfelder, die sich am Hang in Richtung Kittlitz/Löbau erstrecken. Der Hopfenanbau hat hier - im östlichsten deutschen Hopfenanbaugebiet - seit Mitte der 1950er Jahre Tradition. Hopfenbauer Michael Bogensberger hatte das frühere Rittergut Lautitz im Jahr 1993 übernommen und seitdem viele Pflanzen neu gesetzt.
Hopfentag 2012
Am 9. August 2012 ist der Hopfenpflanzerverband Saale-Elbe e.V. wieder Gastgeber seines Hopfentages - einem Treff der Hopfenanbauer und Brauer. Im diesjährigen Veranstaltungsort, dem nordsächsischen Grauschwitz, werden rund 200 Fachleute aus ganz Deutschland erwartet. Neben Fachvorträgen und Besichtigungen steht die Krönung der Hopfenköniging auf dem Programm.
Der Hopfentag findet im zweijährlichen Turnus statt, abwechselnd in Betrieben in Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen - das sind die Länder des Anbaugebietes des Hopfenpflanzerverbandes Elbe-Saale e.V.
Die Sachsen bauen im Jahr 2012 auf 377,3 Hektar Hopfen an. Die Ernte beginnt Anfang September, entscheidend für Ertrag und Qualität ist das Wetter im August. Aktuell erwarten die Hopfenanbauer einen Ertrag von nahezu 15.000 Zentnern.
Bitterer Hopfen kommt aus Mitteldeutschland
Das Anbaugebiet Elbe-Saale, nach dem sich der Verein benannt hat, bilden die Hopfenflächen in den mitteldeutschen Ländern. Insgesamt sind das 1 284 Hektar - nach der Hallertau in Bayern das zweitgrößte Anbaugebiet Deutschlands. Traditionell wird im Elbe-Saale-Anbaugebiet - im Gegensatz zur Hallertau - vor allem der Bitterhopfen (auf 86,3 Prozent der Anbaufläche) angebaut. Bitterhopfen unterscheidet sich vom in Bayern genutzten Aromahopfen durch einen höheren Alphasäuregehalt.
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- Quelle: TEB | Fotos: BeierMedia.de
- Erstellt am 04.08.2012 - 23:58Uhr | Zuletzt geändert am 05.08.2012 - 00:44Uhr
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