Zur Außendarstellung der Tourismusregion "Naturpark Zittauer Gebirge"

Zur Außendarstellung der Tourismusregion "Naturpark Zittauer Gebirge"Zittau, 6. Februar 2012. Hipp gegen Traditionell: Die Frage nach dem richtigen Weg in der Außendarstellung der Tourismusregion "Naturpark Zittauer Gebirge" stellt André Hänsch, Mitinhaber der Werbeagentur apparat12.de in Zittau. Er bezieht sich dabei auf eine Veröffentlichung in der Sächsischen Zeitung vom 31. Januar 2012, wo es unter der Überschrift "Urlauber werden jetzt gemeinsam umworben" heißt: "Erste Anzeichen hatte es schon voriges Jahr gegeben, jetzt ist es offiziell: Künftig soll es nur noch ein Logo geben, unter dem das Zittauer Gebirge als Freizeit- und Erholungsregion beworben wird. Das verkündeten ... von der Touristischen Gebietsgemeinschaft (TGG) Zittauer Gebirge als auch ... vom Projekt »Naturpark Zittauer Gebirge - Das Outdoorland«. Der mehrfarbige Naturparkschriftzug soll in Zukunft das Zittauer Gebirge auf den ersten Blick bekannt machen."

Foto: © BeierMedia.de

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Vielfalt repräsentieren – oder Vereinheitlichung?

Vielfalt repräsentieren – oder Vereinheitlichung?

Links eine eher allgemeine, rechts eine spezifische Zielgruppenansprache. "Das Outdoor Land spricht vor allem Aktivurlauber an und kann andere Zielgruppen verprellen", analysiert der erfahrene Werbegrafiker André Hänsch von der Werbeagentur apparat12.de.

Von André Hänsch. Nun hat sich die Touristische Gebietsgemeinschaft Naturpark Zittauer Gebirge / Oberlausitz e.V. endlich dazu durchgerungen, die drei bestehenden Logos (zwei davon in der Abbildung), die für den Naturpark Zittauer Gebirge werben, zusammenzufassen. Ein bedeutender Fortschritt, denn zu große Vielfalt verwirrt mögliche Besucher unserer Region und macht eine einheitliche Außendarstellung in allen Bereichen der Werbung nur schwer möglich. Eine touristische Marke für eine Region sollte ein Symbol sein. Besonders kann diese „Vielfalt“ bislang im Internet wahrgenommen werden...

Bezug nehmend auf den oben zitierten Beitrag in der Sächsischen Zeitung möchte ich einige Anmerkungen liefern: Unsere Region ist von ihren regionalen Gegebenheiten und den Vorraussetzungen in den Urlaubsorten nach wie vor eher für die "traditionellen" Zielgruppen der Generation 50plus sowie für Familien - auch für junge Familien - gerüstet. Daran wird sich auch so schnell nichts ändern, da Vorrausetzungen wie Quartiere (meist Pensionen oder kleinere Hotels), kulinarische Angebote, Infrastruktur, kulturelle Veranstaltungen, Kultur-, Freizeit- und Sport-Einrichtungen, Landschaft in Bezug zu Zielgruppen und Freizeitaktivitäten, auch klimatische Besonderheiten zum großen Teil genau diese Zielgruppen ansprechen. Zusätzlich ist es der richtige Weg, mit dem Projekt "Outdoor Land" eine jüngere und/oder sportbegeisterte Zielgruppe zu erschließen, also den Aktivurlauber.

Warum aber soll für die gesamte Urlaubsregion mit all ihren Facetten mit einem Logo geworben werden, was eindeutig und ausschließlich für die Zielgruppe Aktivurlauber entwickelt wurde, für diese Zielgruppe optimal gestaltet ist und auch Wirkung erzielt? Werden damit in der Außendarstellung die herkömmlichen Zielgruppen nicht eher abgeschreckt? Oder Interessenten der neuen Zielgruppen Bedingungen vorgegaukelt, die so - noch - nicht vorzufinden sind?

Aus unserer Region wird keine hippe Sportregion und auch kein ausschließliches Mountainbike-Paradies, beides können nur Teile eines zielgruppengerechten Marketings sein, das Wanderurlauber, Kultururlauber, Familienurlauber und Entspannungsurlauber einschließt - zumal kein Tourist die eine oder andere Zielgruppeneinteilung auschließlich bedient. Diese Einteilungen können - wie andere, marketingspezifische Charakterisierungen auch - nur grob gewisse Trends charakterisieren. Als nichtrepräsentativer Einblick in Urlaubsgewohnheiten eignet sich durchaus ein Resumee der Urlaubsvorlieben von Bekannten, Freunden oder der eigenen Familie.

Folgt man dieser Argumentation, wäre der bessere Weg, das Logo des "Outdoor Land“ für den Aktivbereich beizubehalten und die beiden anderen zu einer Dachmarke zusammenzuführen, die für die Urlaubsregion insgesamt wirbt - also eine Marke für die Region zu finden, die tatsächlich alle Aspekte der Region berücksichtigt und symbolisiert sowie neue wie auch bisherige Zielgruppen anspricht. Das bisherige Logo der TGG entspricht diesem Anspruch in seiner Optik sehr viel mehr als das des Outdoor Landes. Evolution statt Revolution in der Außendarstellung des "Naturpark Zittauer Gebirge" ist gefragt, die regionalen Gegebenheiten entsprechen dem. Ein radikaler Logo-Wechsel widerspräche jedoch diesem Argumentationsansatz.

Vielleicht nehmen wir als uns doch mal Beispiele und Anregungen aus Regionen, die ähnlich aufgestellt sind wie das Zittauer Gebirge (z.B. Schwarzwald, Westerwald oder Harz, sehr gern auch über Landesgrenzen hinweg) und nicht gleich aus den Alpenregionen?

Einige gute Beispiel von Tourismusmarken:

http://www.schwarzwald-tourismus.info
http://www.ferienregion-allgaeu.de
http://www.ferienregion-daun.de
http://www.alpsee-gruenten.de
http://www.teutoburgerwald.de
http://www.westerwald.info
http://www.harzinfo.de

Mehr:
http://www.zittauer-gebirge.com
http://www.das-outdoor-land.de
http://www.apparat12.de

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  • Quelle: red | André Hänsch, apparat12.de | Foto: BeierMedia.de
  • Erstellt am 06.02.2012 - 11:47Uhr | Zuletzt geändert am 04.11.2020 - 09:13Uhr
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