Das Lauencenter, das entwickelt sich

Bautzen / Budyšín. Bereits vor längerer Zeit hatte ein Investor Interesse an der Entwicklung eines Einkaufszentrums in der Innenstadt Bautzens bekundet. Bereits seit einigen Monaten nun befassen sich Stadtverwaltung und Investor mit der möglichen Bebauung des Areals zwischen dem Lauengraben und der Bauerngasse entlang der Äußeren Lauenstraße. Dort soll ein Einkaufscenter mit großen Verkaufsflächen entstehen.

Investor will Konzept ändern

Im September 2010 beschloss der Bautzener Stadtrat die Aufstellung eines Bebauungsplanes für ein solches Vorhaben. Damit erhielt der Investor auch die Grundlage, mit potenziellen Mietern an der Konkretisierung des Konzeptes zu arbeiten. Am 27. Januar 2011 fand im Rathaus eine Beratung zum Arbeitsstand und zur Präzisierung weiterer Schritte und Fristen statt. Dabei erklärte der Investor, dass er vor dem Abschluss wesentlicher Vorvereinbarungen steht und die sich abzeichnende Branchenstruktur von den ursprünglichen Überlegungen abweicht. Dies gelte auch für die geplante Gesamtnutzfläche. Der Investor wurde gebeten, so schnell als möglich das neue Branchen- und Flächenkonzept vorzulegen, um es gutachterlich sowie vorab verkehrsplanerisch und raumordnerisch bewerten zu lassen.

Mitte März erhielt die Stadt das überarbeitete Konzept und es gab zwei weitere klärende Gespräche auf höchster Ebene. In den nächsten Schritten bewerten die BBE Retail Experts Unternehmensberatungs GmbH Leipzig und ein Verkehrsplaner die Unterlagen. Im April werden dann alle Beteiligten bei der Raumordnungsbehörde an einem Tisch sitzen und die Ergebnisse ihrer Arbeit miteinander kommunizieren. Eine grundsätzliche Aussage, ob dem Wunsch nach der erklärten Konzeptänderung seitens der Stadt entsprochen werden kann, ist offen und kann erst infolge der konkreten grundsätzlichen Bewertungen und Prüfungen und der darauf aufbauenden Erörterungen und Entscheidungen des Stadtrates erfolgen.

Eckdaten des überarbeiteten Branchen- und Flächenkonzeptes des Investors

Aus dem Konzept ergibt sich eine Gesamthandelsfläche von ca. 11.500 Quadratmetern, die zu ca. 80 Prozent aus Einzelflächen mit je 300 Quadratmetern bestehen soll. Auf Anbieter aus dem Textilbereich einschließlich einem Anteil Schuhmoden entfallen ca. 6.000 m², auf Elektronik ca. 2.000 m², auf Spielwaren ca. 900 m², auf den Drogeriebereich ca. 1.100 m² und auf den Einrichtungsbereich ca. 600 m². Die restlichen 20 Prozent sollen Gastronomie und Dienstleistungen belegen.

Für die Kunden-Pkw sollen 500 Stellplätze zur Verfügung stehen. Der Investor benannte jetzt auch einige seiner Hauptinteressenten namentlich. So bewerben sich der Textilanbieter H&M, die Media Saturn Holding, die einen Mediamarkt einrichten möchte, Douglas sowie Esprit, die hier ein ergänzendes Sortiment zur vorhandenen Filiale im Kornmarkt-Center einrichten möchte. In den nächsten Wochen werden von weiteren wichtigen Hauptmietern Zusagen erwartet. Parallel verhandelt der Investor mit Grundstückseigentümern. Er wurde gebeten, die Stadt zum frühestmöglichen Zeitpunkt über die realistische Mieterstruktur zu informieren.

Wie geht das Verfahren weiter?

Etwa Mitte April 2011 soll die gutachterliche Bewertung zur Verträglichkeit des Konzeptes innerhalb der Handelsstruktur der Stadt und bis Mitte Mai zur Machbarkeit einer Verkehrslösung für das zu erwartende Verkehrsaufkommen bei Beachtung der Westtangente vorliegen. Auf dieser Grundlage findet dann kurzfristig die Erörterung mit der Raumordnungsbehörde zum Vorhaben statt. Die Ergebnisse werden Gegenstand weiterer Informationen und Erörterungen im Stadtrat sein.

Im Mai oder Juni befasst sich der Beirat für Stadtentwicklung mit dem Thema und relativ zeitgleich soll der Arbeitsstand zum Konzept und zur Verkehrslösung in einer Bürgerinformationsveranstaltung vorgestellt und diskutiert werden. Etwa ab August 2011 werden die nächsten Beratungen und Entscheidungen des Stadtrates zur Fortführung des Bebauungsplanverfahrens auf Grundlage des überarbeiteten Konzeptes erforderlich. In dieses Verfahren eingebunden ist dann natürlich auch eine umfassende Information und Beteiligung der Bürgerinnen und Bürger sowie der verschiedenen Träger öffentlicher Belange.

Zum ehemaligen Hochhausstandort am Kornmarkt

Parallel zum Lauencenter ist bekannter Weise auch eine Bebauung des ehemaligen Hochhausstandortes auf dem Kornmarkt, die die BWB als Eigentümer des Grundstücks umsetzen möchte, in der Diskussion. Auch hier laufen gegenwärtig noch zahlreiche Abstimmungen zum Konzept, das auf eine Mischung aus Handel, Dienstleistungen und Wohnungen zielt. Die Verfahrensweise ist analog dem Lauencenter, also eine Bewertung durch BBE und Verkehrsplaner, eine Bürgerbeteiligung und die gesetzlich vorgeschriebene Beschlusskette. Parallelität ist wichtig, um gerade die Beteiligungsprozesse einheitlich zu führen und auch die Gesamtauswirkungen und Wechselwirkungen beider Vorhaben frühzeitig zu erkennen, ausreichend zu beachten und zu erörtern.

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  • Quelle: red
  • Zuletzt geändert am 30.03.2011 - 23:35 Uhr
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