Die Wanne wird voll!

Senftenberg / Zły Komorow | Görlitz-Zgorzelec. Die Flutung des Berzdorfer Sees geht nach einem vorübergehendem Stillstand der Flutungsanlage im Dezember weiter. Die Zulaufanlage Neiße ist ab dem 2. Dezember 2009 wieder planmäßig flutungsbereit. Die durch den steigenden Seewasserspiegel eingeschränkte hydraulische Leistungsfähigkeit der vorhandenen Flutungsanlage musste in den zurückliegenden Tagen angepasst werden. Dieser technisch notwendige Umbau ist in zwei Abschnitten konzipiert worden, um eine angestrebte schnelle Überstauung der oberen Böschungsabschnitte möglichst zügig zu erreichen. Der Umbau war mit verschiedenen Prüfungen und einzuholenden Genehmigungen verbunden.

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Nur sechs Meter zwanzig fehlen noch

Während des Planungsprozesses wurden zusätzliche Anforderungen notwendig und mussten in den Prüfprozess eingearbeitet werden. Diese sind mit der Fertigstellung des 1. Bauabschnittes nunmehr realisiert. Dabei wurde neben einer Befestigung des Überganges von Stahlrohrleitung zur PE-Rohrleitung eine zusätzliche Schwergewichtsauflage aufgebracht. Damit kann nun weiter bis zum Niveau von +181,2 m NHN geflutet werden. Derzeit beträgt der Wasserstand +179,78 m NHN bei einem Seevolumen von ca. 272 Mio. m³. Der geplante Endwasserstand liegt bei +186 mNHN mit einem Gesamtvolumen von 330 Mio. m³.

Im 2. Bauabschnitt, welcher unmittelbar mit vorbereitenden Arbeiten in der 50. Kalenderwoche anschließt, wird noch ein Spundwandkasten auf der Fläche unterhalb des Mess- und Steuerhauses parallel zur Flutung errichtet. Der Aushub und die stabilisierenden Ankerarbeiten werden bis Anfang Februar andauern. Bei einem dann noch einmal notwendigen ca. einwöchigen Stillstand werden zwei Ringkolbenventile in die freigelegten Rohrleitungen eingepasst und das Flutungsponton abgekoppelt.

Damit ist nach den Umbauarbeiten eine ungehinderte Fahrweise der Flutungsanlage bis zum Endstau von +186 m NHN wieder gegeben. Unter den vorgenannten Bedingungen ist aus gegenwärtiger Sicht das Erreichen eines Flutungsendstandes im Frühjahr 2011 sichergestellt. Die LMBV wird im März 2010 über den erfolgten Fortgang der Arbeiten an der Zulaufanlage berichten.

Ein langer Weg vom Tagebau zum Naherholungsgebiet

Dort, wo sich heute bei Görlitz bereits ein großer See erstreckt, begann 1922 der Braunkohlenabbau im Tagebauverfahren. Im Tagebau Berzdorf wurden seit 1946 rund 318 Mio. Tonnen Braunkohle gefördert. Dazu wurden 2.000 Hektar Land in Anspruch genommen und 680 Mill. m³ Abraum bewegt.

Nach Beendigung des Kohleabbaues 1997 erfolgte zügig die Sanierung des Tagebaubereiches Berzdorf. Unter anderem wurden 172 Mio. Kubikmeter Massen bewegt, 60.000 Tonnen Material, wie Bandanlagen und Großgeräte, verschrottet sowie 1.000 ha Fläche rekultiviert. In Vorbereitung des Flutungsprozesses erfolgte die Profilierung und Gestaltung einschließlich notwendiger Verbaumaßnahmen von ca. 15,5 Kilometer Böschungslänge.

Mit Beginn der Flutung des ehemaligen Tagebaues im November 2002 über die Pließnitz sowie 2004 der Neiße wurden bisher 80 Prozent Flutungswasser eingeleitet. Um den Endstau von +186,0 m NHN zu erreichen, sind noch ca. 6,2 Meter Wasseranstieg notwendig.

Noch viel zu tun

In den Folgejahren werden die noch anstehenden Sanierungsmaßnahmen fortgeführt:

- Bau des Auslaufgrabens in die Lausitzer Neiße
- Ertüchtigung der Flutungsanlage und sukzessive Außerbetriebnahme der Filterbrunnen
- Wirtschaftwegebaumaßnahmen
- Umbau des Einlaufbauwerkes Pließnitz
- Planung und Bau der westlichen Wasserzuläufe
- Restabbruch der Tagesanlagen einschließlich Beräumung sowie
- Bewirtschaftung und Rekultivierungsmaßnahmen

Wie anderen Bergbaufolgeseen gibt es auch am Berzdorfer See bereits eine gewollte und von der LMBV ermöglichte vielfältige Nutzung des sich im entstehen befindlichen Gewässers. Auf der Basis einer wasserrechtlichen Genehmigung wurde bereits 2007 eine kleine Anlegestelle mit Liegeplätzen für Sportboote hier bei Deutsch-Ossig errichtet. Darüber hinaus wurden durch die Stadt Görlitz die gestalteten Flächen für Events mit bis zu 12.000 Besuchern genutzt.

Auch die Vereinstätigkeiten der Zeitzeugen am Bagger 1452 und des Vereins Oberlausitzer Bergleute e.V. mit ihren Ausstellungen im Bahnhof Hagenwerder haben ein überregionales Ansehen gewonnen und ziehen viele Besucher an.

Tourismus anregen

Konform mit der Bergbausanierung wurden die touristischen Nutzungen weiter entwickelt. Dazu hat in den zurückliegenden Jahren der Freistaat Sachsen mehr als 3 Mio. Euro für Projekte, wie den Hafenbau und den Erhalt des Baggers 1452, eingesetzt.

Der neue Aussichtsturm auf der Neuberzdorfer Höhe wurde im letzten Jahr feierlich eingeweiht und hat sich in kurzer Zeit zum Besuchermagnet entwickelt. Für die weitere touristische Entwicklung in den Folgejahren ist die LMBV vom Freistaat Sachsen mit der Umsetzung weiterer Projekte beauftragt, u. a. Erschließungsmaßnahmen im Umfeld des Berzdorfer Sees.

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  • Quelle: /red | Foto: /LMBV
  • Erstellt am 01.12.2009 - 13:40Uhr | Zuletzt geändert am 01.12.2009 - 13:58Uhr
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