Trotz Finanzkrise keine Pessimisten

Trotz Finanzkrise keine PessimistenGörlitz-Zgorzelec | Markersdorf | Zittau. Die mittelständischen Unternehmen im Landkreis Görlitz haben wenig Angst vor dauerhaften Auswirkungen der Finanzkrise. Für die strukturschwache Region erwartet Burkhard Scholz, Geschäftsführer des Oberflächenveredlers Techno-Coat GmbH Zittau, bereits im dritten Quartal 2009 eine Erholung des Marktes. Die Finanzkrise könnte aufgrund von Struktur und Randlage der Region abgedämpft werden, sagte Wirtschaftsexperte Bernd Böhlke vom Landratsamt. Denn die rund 18.000 Unternehmen der Region hätten schon viele Krisen erlebt und seien insgesamt breit aufgestellt und flexibler geworden. Grenzüberschreitende Kooperationen im Dreiländereck könnten Auswirkungen der Krise weiter vermindern. Außerdem wären wenige Großbetriebe angesiedelt. Die Region sei nur indirekt über die Zulieferer betroffen, sagte Böhlke. Und Scholz meint: „Die derzeitigen Auftragseinbrüche liegen unter zehn Prozent und könnten normale konjunkturelle Schwankungen sein.“

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Unternehmer im Landkreis sehen in Randregion Vorteile

Auch andere Branchen spüren derzeit noch keine Finanzkrise. Wolfgang Senger, Vorsitzender des Unternehmerverbandes Markersdorf e.V., sieht in der Krise nur einen „kleinen Trend nach unten“. Bei seinem eigenem Unternehmen Gunnebo Markersdorf GmbH, das Tresore herstellt, gebe es keine Auftragseinbrüche. Im Gegenteil suche das Unternehmen noch nach Fachkräften. Senger ist überzeugt, dass viele kleine Unternehmen im Landkreis durch die Krise Nischen für sich und ihre Ideen finden könnten. Die Unternehmer des Verbandes würden das erste Quartal abwarten, aber seien weitestgehend optimistisch. Denn diese erwarten tiefgreifende Veränderungen nur bei den zahlreichen Kraftfahrzeugzulieferern der Region.

In dieser Branche verzeichnen sich auch schon erste Auswirkungen. So arbeitet der Zittauer Betrieb der Hyva Georg GmbH seit dem letzten Quartal nur noch drei Wochen im Monat. Die Filiale ist damit einer der acht Betriebe, die im Oktober und November des letzten Jahres Kurzarbeit anmelden mussten. Geschäftsführer Dieter Peukert sagte, dass dem Unternehmen rund zwei Drittel an Aufträgen fehlen würden, um das Personal vollkommen auszulasten. Kurzarbeit biete die Möglichkeit viele Arbeitsplätze zu sichern. Auch der Vorsitzende des Unternehmerverbandes Markersdorf sprach sich für die Verlängerung der Bezugsdauer von Kurzarbeit auf 18 Monate aus. Dies sei „das Einzige, was von staatlicher Seite zur Bekämpfung der Krise wirklich gut ist”.

In anderen Zulieferbetrieben der Region werden derweil Urlaubs- und Stundenkonten geleert. Leiharbeiter und befristete Arbeitsverträge werden gekündigt. Ergänzt werden die Maßnahmen der Unternehmen vom über 100 Millionen Euro teuren Investitionsprogramm des Landkreises und dem Arbeitsmarktsicherungsprogramm des Freistaates.

Von Romy Ebert, Zittau/Eichstätt

Abbildung: Einfahrt zum Gewerbegebiet Markersdorf, Archivbild: /BeierMedia.de

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  • Quelle: /Romy Ebert | Foto: /BeierMedia.de
  • Erstellt am 25.01.2009 - 19:47Uhr | Zuletzt geändert am 25.01.2009 - 23:41Uhr
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