Unternehmerverband Görlitz zu explodierenden Strom- und Stahlpreisen

Unternehmerverband Görlitz zu explodierenden Strom- und StahlpreisenGörlitz, 20. Dezember 2021. Der Allgemeine Unternehmerverband Görlitz und Umgebung - Gewerbeverein zu Görlitz 1830 e.V. (AUV) schlägt Alarm: Was Bundesaußenministerin Annalena Baerbock verkündet, treibt Preise für Unternehmen und damit für Verbraucher – die als letztes Glied in der Kette immer die Zeche und die Mehrwertsteuer obendrein zahlen – in die Höhe. Die Bundesregierung ist aufgefordert, Sachthemen zu klären, anstatt sie einer Spontanpolitik zu überlassen.

Abb.: Selbst der Feuermelder vor Schloss Bellevue bestärkt den AUV bei seiner Wortmeldung

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Außenministerin Baerbock in der Kritik

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Ampel in Berlin: keine scharfen Bilder

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Thema: Parteien, politische Akteure und Wähler

Parteien, politische Akteure und Wähler

Demokratie lebt von Akteuren, die substantiell zu Meinungsvielfalt beitragen, konsensfähig sind und so handeln, dass möglichst viele einbezogen werden und ein allgemein anerkannter Nutzen für die Gesellschaft entsteht, der über das oft genannte "Zeichen setzen" hinausgeht.

Die unbedachten Äußerungen der neu im Amt befindlichen Bundesaußenministerin Baerbock im Interview mit Funke-Mediengruppe am 20.Oktober 2021 und am 12. Dezember 2021 anlässlich des G7-Treffens lassen die Strom- und Gaspreise explodieren. Unternehmer und Verbraucher zahlen die Zeche.

Der Strompreis erhöhte sich nach dem 20. Oktober 2021 von 10 Cent pro Kilowattstunde (Cent/kWh) um 60 Prozent auf 16 Cent/kWh und nach dem 12. Dezember 2021 von 13 Cent/kWh nochmals um rund 50 Prozent auf 19 Cent/kWh (Quelle: Strombörse DE Base EEX).

Der von den Energiekosten stark abhängige Preis für eine Tonne Stahl hat sich laut einer Umfrage bei AUV-Mitgliedern seit Anfang 2021 verdreifacht, so ist etwa der Preis für Werkzeugstahl pro Kilogramm von 2,48 Euro auf 7,44 Euro gestiegen. Davon sind zahlreiche Mitglieder des AUV Görlitz unmittelbar betroffen. Ein dem AUV bekannter Stahllieferant schrieb an eines der AUV-Mitglieder: "Wie bereits telefonisch dargelegt, haben wir im Jahr 2021 beim Werkzeugstahl bereits die zwölfte Preiserhöhung in Folge. Da die Preiserhöhungen zu sprunghaft anzogen, wurde Anfang 2021 die normalerweise übliche vierteljährliche Preisfeststellung des Legierungsanteils auf monatlich geändert. Die Stahlwerke kamen nicht mehr mit den Preiserhöhungen im Schrott- und im Legierungssektor mit. Da auch die Energiepreise ansteigen, wurde jetzt auch ein Energieteuerungszuschlag erhoben. Neu für 2022 ist auch eine gesetzlich vorgeschriebene C02-Abgabe. Nimmt man alle Zuschläge zusammen und berücksichtigt auch die entstandene Knappheit des Gutes Stahl, kann man von einer Verdreifachung des Einstandspreises ausgehen."

Die Bundesregierung wird nun seitens des Görlitzer Unternehmerverbandes aufgefordert, "derartige unbedachte und längst nicht abschließend behandelte Sachthemen, die die künftige Energieversorgung unseres Landes betreffen, zunächst intern zu klären und nicht der Spontanpolik einer Ministerin zu überlassen. Erst recht muss die neue Bundesregierung kurzfristig klarstellen, wie sie die vorprogrammierte Lücke des Stromaufkommens für Wirtschaft und Bürger bei einer Abschaltung der Braunkohlekraftwerke füllen will." Diese offene Frage treibe die Strom- und Energiepreise weiter in die Höhe. Bereits jetzt dürfte der volkswirtschaliche Schaden in die Milliarden gehen.


Kommentar:

Deutsche Außenminister, das waren früher Typen von Format, in der Galerie finden sich Namen wie Konrad Adenauer, Heinrich von Brentano, Willy Brandt, Walter Scheel, Hans-Dietrich Genscher, Helmut Schmidt oder, um noch zwei Beispiele zu nennen, Klaus Kinkel und Frank-Walter Steinmeier. Sie waren parteiübergreifend und auch im Volk respektiert. Irgendwann begann das nachzulassen und möglicherweise wird der aktuellen Bundesaußenministerin die zweifelhafte Ehre zuteil, den bisherigen Tiefpunkt zu markieren.

Vielleicht findet ja jemand noch das früher verbreitete Schild "Vor dem Öffnen des Mundwerks ist das Gehirn einzuschalten" und schickt es an Frau Bundesministerin. Schaut man sich Baerbocks Lebenlauf an, so erfüllte sie perfekt das böse Vorurteil der werktätigen Massen: noch nie richtig gearbeitet. Was also qualifiziert sie für ihr Amt? Vielleicht ihre Leistungssportjahre im Trampolinturnen: Da lernt man aufzusteigen und nach dem Absturz wieder hochzufedern.

Oder musste die Kanzlerkandidatin trotz ihrer Regierungsunerfahrenheit einfach nur mit einem prestigeträchtigen Posten versehen werden? Da hätte man auch ein Minsterium für Micky-Maus-Angelegenheiten schaffen können. Das hätte zwar auch Geld des Steuerzahlers gekostet, aber wenigstens wäre der Folgeschaden geringer ausgefallen.

Nun darf man allerdings Kritik an Baerbock nicht mit grundsätzlicher Kritik an bündnisgrünen Anliegen verwechseln. Wenn aber die Wege zum Ziel einer nachhaltigeren Wirtschaft mit weit weniger Umweltbelastungen als heute von einem durchgeknallten Navigationssystem vorgegeben werden, dann ist das nicht nur wirtschaftschädlich, sondern Wasser auf die Mühlen jener, die an der Grundfesten der Demokratie sägen.

Noch eins: Dass so viele Vorurteile gegenüber bündnisgrüner Politik bestehen ist die Folge des Agierens von Leuten Baerbockscher Prägung, denen die Sozialisierungsphase in einem Unternehmen, das Nutzen generieren muss, um Geld verdienen zu können, fehlt – Geld, mit dem Löhne und Steuern gezahlt werden und investiert wird. Klar muss man als Politiker nicht am Fließband oder am Schraubstock gearbeitet haben, um gut Politik zu machen, aber hilfreich wäre es manchmal schon, die Welt von unten erlebt zu haben.

Trotz alledem: Eine frohe Weihnachtswoche wünscht

Ihr Thomas Beier

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  • Quelle: red | Kommentar: Thomas Beier
  • Erstellt am 20.12.2021 - 08:58Uhr | Zuletzt geändert am 20.12.2021 - 10:32Uhr
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