Gut bedacht

Gut bedachtGörlitz, 15. Oktober 2021. Ein Dach über dem Kopf zu haben, das ist ein Grundanspruch, denkt man an eine Wohnung oder Unterkunft und damit an den Privatbereich. Etwas gut bedacht zu haben, das kann aber auch bedeuten, vor einer Entscheidung oder Handlung gründlich über die Konsequenzen nachgedacht zu haben. Für Unternehmen dagegen ist die Frage nach dem Dach ebenfalls interessant. Dabei geht es diesmal jedoch weniger um Büroräume, Produktionshallen oder einen Rettungsschirm für in Not geratene Betriebe, sondern um Arbeits-, Abstell- und Lagermöglichkeiten, die sonst unter freiem Himmel wären.

Abb.: Container dienen nicht nur dem Transport, sondern sind als stabile und transportable Lagerräume beliebt. Wer mehrere dauerhaft aufstellt, kann zwischen ihnen eine sogenannte Container Überdachung befestigen und so weiteren geschützten Platz schaffen

Foto: Markus Distelrath, Pixabay License

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Mehr geschützte Fläche für Unternehmen – auch für das Wohngrundstück?

Wer in Holtendorf, der Markersdorfer Ortschaft kurz vor Görlitz, von der B 6 in Richtung Schöpstal abbiegt und an der Firma Dussa vorbeifährt, sieht auf dem Betriebsgelände eine clevere Lösung: Zwischen zwei Containern überspannt eine Container Überdachung eine Fläche, die so groß ist, dass der unlängst von Grund auf sanierte “Uri”, ein Ural-Lkw aus Sowjetzeiten, und weitere Fahrzeuge darunter Platz finden. Ural steht, nebenher bemerkt, für das Uraler Automobilwerk, russisch Ура́льский автомоби́льный заво́д.

Kein Provisorium

Zurück zum Thema: Bislang werden solche Überdachungen wohl ausnahmslos von Unternehmen genutzt. Sie sind immer dann von Vorteil, wenn etwas ohne großen Aufwand vor Witterung, vor allem Nässe, aber auch UV-Strahlung, geschützt werden soll. Dabei sind Kraftfahrzeuge oder Baumaschinen nur eine der “Zielgruppen”, denn etwa Stahlbaubetriebe können bei Auftragsspitzen auf diesem Wege unter Umständen einen Teil der Fertigung ins Freie verlagern, andere wiederum schaffen sich mit einer Container Überdachung erweiterte Lagermöglichkeiten.

Nun wäre es müßig, darüber im Görlitzer Anzeiger zu berichten, würde sich nicht ein Beispiel ergeben, wie eine haltbare Container Überdachung als Lösung auf andere Anwendungsgebiete übertragen werden kann. Um diesen Gedanken weiterzuspinnen muss zunächst geklärt werden, dass es sich bei einer Container Überdachung keinesfalls um eine befristete Notlösung handelt. Dafür sorgen die beiden wichtigsten Komponenten: Das vollverzinkte Stahlrohrgestänge und die haltbare Plane. Während die Vorteile vollverzinkter Stahlrohrkonstruktionen in stabiler Ausführung jeder technisch Begabte kennt, muss der Aufbau der Plane näher erläutert werden.

Was die Plane haltbar macht

Die nämlich muss insbesondere zwei Beanspruchungen aus- beziehungsweise abhalten: Das erste ist die im Sonnenlicht enthaltene ultraviolette Lichtanteil, erstens, um die Plane selbst vor vorzeitiger Alterung zu schützen, und zweitens, um ebenfalls das darunter befindliche Gut davor zu schützen. Die zweite Beanspruchung der Plane ist mechanischer Art, selbst ein sehr starker Sturm soll der Container Überdachung nichts anhaben können und auch Starkregen muss ablaufen können, ohne Schäden zu hinterlassen.

Erreicht wird das durch den vierlagigen Aufbau der Plane. Von außen gesehen kommt zunächst eine UV-Schutzschicht. Darunter liegt ein reißfestes Gittergewebe, das beidseitig mit Polyvinylchlorid, dem bekannten PVC, eingegossen ist. Insgesamt ergibt das die vier Schichten: UV-Schutz - PVC - Gittergewebe - PVC. Dieser Schichtenaufbau ist so haltbar, dass Hersteller langjährige Garantien geben.

Plane statt Carport?

Die Anwendung, die bislang anscheinend nicht von Relevanz ist, liegt im Privatbereich. Hier allerdings geht es sicherlich nicht darum, zwischen Containern ein Dach aufzuspannen. Aber größere Flächen dauerhaft zu überdachen mit einer schnellen und unkomplizierten Lösung, das ist für Private durchaus interessant. Ersetzt man die üblichen Container durch Betonelemente oder steinbefüllte Gabionen, lassen sich so auf einfache Weise Flächen überdachen, deren Größe mit einem Carport wohl nur schwer oder gar nicht erreichbar wäre. An Vorder- und Rückseite können, falls notwendig, weitere Planen vor Witterungsunbilden schützen.

Schlaumachen muss man sich wegen einer Baugenehmigung oder Aufstellgenehmigung, das schwankt von Bundesland zu Bundesland. Die Statik für die Container Überdachung selbst legen gute Lieferanten gleich bei. Ein Anruf beim örtlichen Bauamt sollte im Zweifel also Klarheit schaffen.

Tipp:
Auch die Verankerung spielt besonders in der stürmischen Oberlausitz eine Rolle. Im Zweifel sollte man also stets Fachleute, etwa beim Lieferanten, zu Rate ziehen.

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  • Quelle: TEB | Foto: distelAPPArath / Markus Distelrath, Pixabay License
  • Erstellt am 15.10.2021 - 13:31Uhr | Zuletzt geändert am 15.10.2021 - 14:19Uhr
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