Anmelden zum WERK.STADT.CAMP Görlitz

Anmelden zum WERK.STADT.CAMP GörlitzGörlitz, 26. Januar 2021. Handwerker und vor allem Unternehmer aus dem Handwerksbereich können sich jetzt zwecks Weiterbildung in Richtung "Handwerk im digitalen Zeitalter" für das WERK.STADT.CAMP am 5. und 6. Februar 2021 anmelden. Zu den Online-Veranstaltungen – wegen der Corona-Pandemie fallen die Präsenzveranstaltungen im Waidhaus aus – sind zudem Interessierte eingeladen, die mehr über den Spagat zwischen Manufaktur und High Tech erfahren möchten.

Abb.: Videodreh im Waidhaus mit Markus Kepstein vor der Kamera von Otto Kronschwitz

Foto: Inga Dreger

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Winter Edition ist online

"Mit Themen wie internationale Fachkräftegewinnung, Energieeffizienz, digitale Werkzeuge und Robotik ist das Spektrum breit gefächert und nimmt aktuelle Herausforderungen für das Handwerk in den Blick", freut sich Andrea Behr, Geschäftsführerin der Europastadt GörlitzZgorzelec GmbH (EGZ). Die Wirtschaftsförderung der EGZ veranstaltet das WERK.STADT.CAMP nach der gelungenen Premiere vom Sommer 2019 im Waidhaus nun erstmals digital als Winter Edition.

Für die Online-Ausgabe von WERK.STADT.CAMP wurden, wie es in einer Mitteilung heißt, "für die branchenrelevanten Zukunftsthemen auch innovative Formate entwickelt". Dabei helfen soll eine Runde, in der, so der Anspruch, Fragen aus Betrieben mit Unterstützung von sogenannten Impulsgebern aus der Kreativszene gelöst werden. Das soll zur gemeinsamen Entwicklung neuer Ansätze und Ideen führen. Die Winter Edition wird in Kooperation mit KREATIVES SACHSEN organisiert, wo sich unter anderem Kommunikationsdesigner und Produktgestalter beworben haben, um gemeinsam mit den WERK.STADT.CAMP-Teilnehmern "den Blick über den Tellerrand zu wagen".

Die "Zukunft der Arbeit" soll im Mittelpunkt eines weiteren Workshops stehen, bei dem die Teilnehmer die Wahl aus drei Impulsthemen haben: "Mitarbeitergewinnung 2.0 im Handwerk", "Mitarbeiter binden – Motivation hat gute Gründe", beide Veranstaltungen durchgeführt von der Handwerkskammer Dresden, und "Arbeitgebermarke Employerbranding", durchgeführt von KREATIVES SACHSEN.

Kennenlern-Führung durchs Waidhaus

Zusätzlich gibt es eine Online-Premiere: Eine virtuelle Führung durch das Waidhaus, das Görlitzer Traditionshaus für Handwerk, mit Markus Kepstein. Zu sehen ist der Kurzfilm ab dem 5. Februar 2021 auf dem YouTube-Kanal der EGZ.

Mitmischer:
Partner der Veranstaltung sind die Handwerkskammer Dresden, KREATIVES SACHSEN, die Kreishandwerkerschaft Görlitz und der Landkreis Görlitz mit seinem Sachgebiet Integration.

Mehr:

Anmeldung:
An wirtschaft@europastadt-goerlitz.de oder über den Facebook-Messenger zur jeweiligen Veranstaltung. Die Angebote zu WERK.STADT.CAMP sind für die Teilnehmer kostenfrei.

Wer bezahlt's?
Damit die Qualifizierung für die doch recht spezifische Zielgruppe nichts kostet, zahlen nicht etwa nur interessierte Kreise, sondern es gilt "Diese Maßnahme wird mitfinanziert mit Steuermitteln auf Grundlage des von den Abgeordneten des Sächsischen Landtages beschlossenen Haushaltes" – also alle Steuerzahler.



Kommentar:

Bei vielerlei Gelegenheiten zeigt sich die Berechtigung tiefsten Misstrauens, wenn manche Zeitgenossen gewisse Eigenheiten für sich in Anspruch nehmen und nicht müde werden, sie wie den Vaterländischen Verdienstorden in Gold vor sich her zu tragen. Oft sind es Eigenheiten, um die Leute, für die sie wirklich zutreffen, kein Wort verlieren, etwa kreativ oder ein Künstler zu sein. In die gleiche Reihe passt die Behauptung, innovativ zu sein. Kein Wunder, dass man sich dann auf mit öffentlichen Mitteln geförderten Veranstaltungen herumtreiben muss anstelle seine Kreativität und Innovationskraft dafür einzusetzen, durch Nützlichkeit sein Geld direkt am Markt zu verdienen.

Die andere Seite: Längst hat das Handwerk – nicht etwa erfolgsverwöhnt, sondern in vielen Bereichen dank Nachfrage einfach nur umsatz- und renditestark – bei manchen Anbietern eine traditionelle Kombination aus Behäbigkeit und Dreistigkeit weiter beflügelt. Klar lässt sich mehr Umsatz machen, wenn man – um nur zwei Beispiele herauszugreifen – seine Kunden in Erwartung der notwendig werdenden Ersatzinvestition nicht an den Austausch der Opferanode im Druckboiler erinnert oder eine Schornsteinsanierung verkauft, wo ein kurzes Rohr durch die Außenwand reicht. Hier hilft nur Wettbewerb durch Anbieter, deren Qualifikation über die fachlichen Belange deutlich hinausgeht.

Dafür ist das Görlitzer WERK.STADT.CAMP gut. Warum dazu aber Steuermittel fließen müssen, fragt sich

Ihr Thomas Beier

Kommentare Lesermeinungen (1)
Lesermeinungen geben nicht unbedingt die Auffassung der Redaktion, sondern die persönliche Auffassung der Verfasser wieder. Die Redaktion behält sich das Recht zu sinnwahrender Kürzung vor.

Kopfwerk

Von Vorundnichtzurückläufer am 28.01.2021 - 12:01Uhr
Guten Tag,

der Kommentar-Beitrag ist erstmal nicht verkehrt...
ich würde nur gern etwa ergänzendes hinzufügen...

"Hier hilft nur Wettbewerb durch Anbieter, deren Qualifikation über die fachlichen Belange deutlich hinausgeht"

Diese "Qualifikation", dem Kunden das Rundum-Glücklich-Paket für Ihr Geld zu bieten, ist ein Standard von einigen Firmen hier in Görlitz, leider werden genau diese in Ihren Preisen erbarmungslos gedrückt, von anderen, ich sage mal etwas nachlässigeren Firmen. Durch diese nachlässigen Firmen, die es landesweit zu Hauf gibt, verliert das Handwerk an Respekt und Bedeutung und genau mit dieser Haltung steht denen dann der Kunde gegenüber.

Für die Firmen, die dieses handwerkliche Ehrgefühl haben, für die es selbstverständlich ist, dass nicht der größte Gewinn das Ziel ist, sondern den Kunden mit seiner Arbeit zufriedenzustellen oder gar glücklich zu machen, ist das nicht einfach zu beobachten. Denn diese Firmen haben gleich zwei Aufgaben, zum einen die Arbeiten zu 100% abzuliefern und zum anderen den Kunden zu überzeugen, dass das eigentlich ein Standard ist und sie bitte nicht die ewigen Wartezeiten, Fehlbauten, Preissteigerungen, Nachaufträge usw. als dieses ansehen. Und nicht zu vernachlässigen ist der Grundsatz "Qualität kostet!" – Das wiederum verstehen immer mehr Menschen und legen wert drauf, dass die Arbeiten perfekt sind und geben dafür gerne etwas mehr aus.

Wenn das dann wieder "Normal" ist, dann wird sich auch das Handwerk wieder positiver entwickeln, für beide Seiten... mit weniger Gewinnorientiertheit, aber mehr gegenseitiger Verantwortung und Respekt. Und schon dafür sollten sich Handwerker zusammenfinden und sich auf dieses Niveau einigen. Zusätzlich natürlich auch über die Zukunft philosophieren mitsamt den technologischen Erneuerungen, um nicht zu stagnieren (einen Akkuschrauber benutzt heutzutage jeder *zwinker*)...

Aber richtig, dafür braucht es weder Fördermittel noch die Geschichtenerzähler und Möchtegernmoderatoren aus Görlitz, die sich durch Fördermittel mitfinanzieren und selbstdarstellen... Dafür braucht es kein Ich- sondern ein Wir-Gefühl unter den Handwerkern, Kommunikation unter den Handwerkern und eine ordentliche Portion Liebe zu ihrem Beruf – das letztere ist wohl der wichtigste Part für eine erfolgreiches Verhältnis zwischen Kunde und Handwerker. :)

Mit freundlichen Grüßen

Vorundnichtzurückläufer

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  • Quelle: red / Kommentar: Thomas Beier | Foto: Inga Dreger
  • Erstellt am 26.01.2021 - 10:01Uhr | Zuletzt geändert am 26.01.2021 - 10:58Uhr
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