Neustart der Tourismusbranche in der Oberlausitz

Neustart der Tourismusbranche in der OberlausitzBautzen / Budyšín, 25. Juni 2020. Für gestern hatte die Marketing-Gesellschaft Oberlausitz-Niederschlesien mbH (MGO) zur Pressekonferenz nach Bautzen geladen. Angesichts der Vorsichtsmaßnahmen gegen einen neuen Ausbruch der Corona-Pandemie erscheint das wie ein Ritual aus vergangenen Zeiten, das sich längst – noch dazu ohne den mit dem Reiseaufwand verbundenen CO2-Ausstoß und Zeitaufwand – elegant per Konferenzsoftware gestalten ließe.

Natur erleben im Landkreis Görlitz: Der von einem Bergmassiv umgebene Rotstein ist 454,8 Meter hoch und seit 1912 Naturschutzgebiet

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Sich arrangieren mit der neuen Normalität

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Der 447,9 Meter hohe Löbauer Berg mit seinem gusseisernen Aussichtsturm und der 450,5 Meter hohe Schafberg mit Sendeturm

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Eigentlich fing alles gut an: Der Branchenstart ins Jahr 2020 war für Rekorde geeignet, doch dann fiel die Branche ins Corona-Loch. Mittlerweile dürfen die meisten Betriebe wieder Gäste empfangen, einem Urlaub in der Oberlausitz steht nichts entgegen.

Dennoch: Schätzungsweise eine halbe Million Übernachtungen durch Touristen könnten der Oberlausitz in den Monaten März bis Mai fehlen. Nach Angaben der MGO, die sich auf eine deutschlandweite Studie der dwif-Consulting GmbH und daraus errechnete Zahlen beruft, entgingen der Branche damit allein im Übernachtungssektor mehr als 60 Millionen Euro an Umsätzen. Inzwischen nimmt die Nachfrage der Gäste wieder zu.

Die MGO will die Tourismusbetriebe nach der Coronakrise weiter mit einem zielgerichteten Marketing für die Oberlausitz unterstützen und meint damit vermutlich Werbung und Öffentlichkeitsarbeit. "Besonders im Aktivbereich bietet die Region eine breite Palette an tollen Urlaubsmöglichkeiten. Mit einer Kampagne zu diesem Thema erreichten wir zuletzt insgesamt mehr als zweieinhalb Millionen potenzielle Gäste. Weitere Kampagnen laufen ganz aktuell, andere sind noch für den Sommer geplant", so MGO-Geschäftsführer Olaf Franke.

Tourismusverband Oberlausitz-Niederschlesien e.V. stellt Tätigkeit ein

Das Tourismuswesen, das entwickelte sich in den Landkreisen Bautzen und Görlitz bislang nach einem Drei-Ebenen-Strukturmodell.
  1. Ganz oben: Die "Destinationsmanagementorganisation" (DMO), gebildet aus der im Jahr 2002 entstandenen MGO und dem 1990 gegründeten Tourismusverband Oberlausitz-Niederschlesien e.V. (TVO).

  2. Die mittlere Ebene stellen die Landkreise Bautzen und Görlitz dar.

  3. Auf der dritten Ebene sind die lokalen Tourimusorganisationen (LTO) angesiedelt, hier tummeln sich
    • das Oberlausitzer Bergland,
    • die Oberlausitzer Heide- und Teichlandschaft,
    • die Westlausitz,
    • der Dresdner Heidebogen,
    • der sächsische Teil des Lausitzer Seenlandes,
    • die Stadt Görlitz,
    • das Neißeland und
    • das Zittauer Gebirge.
Nicht zu vergessen: Unterhalb dieses Modells gibt es Unternehmer und Gesellschaften, die mit dem Tourismus ihr Geld verdienen.

"Um die Region künftig noch zielgerichteter vermarkten zu können, sollen die touristischen Arbeitsabläufe in der Oberlausitz vereinfacht werden. Dafür wird der Tourismusverband Oberlausitz e.V. zum Jahresende seine Tätigkeit beenden", teilte die MGO gestern mit. Seine Aufgabenfelder sollen anschließend "vollumfänglich in die MGO" übergehen. Im Tourismusverband arbeiten die Landkreise Görlitz und Bautzen, lt. MGO-Webseite die "aktuell sieben touristischen Gebiete" sowie "LTO-übergreifend agierende oder gesamtregional bedeutsame tourismustangierende Vereine und Unternehmen sowie Einzelmitglieder" mit.

"Wir haben uns trotz oder auch wegen Corona dazu entschieden, diesen Transformationsprozess noch in diesem Jahr abzuschließen, um eine noch effektivere Organisation für den Oberlausitzer Tourismus zu bilden", sagte dazu der Bautzener Landrat Michael Harig. Sein Ausblick: "Wir werden sicher alle noch eine Zeit benötigen, um die noch spürbaren Folgen der Krise zu überwinden. Dennoch sind wir uns sicher, dass wir die vor Corona hervorragende Entwicklung des Tourismus in der Oberlausitz auch nach der schweren Zeit fortsetzen können. Die effektiveren Strukturen werden die Arbeit für unsere Leistungsträger zusätzlich erleichtern."

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  • Quelle: red | Fotos: © BeierMedia.de
  • Erstellt am 25.06.2020 - 07:37Uhr | Zuletzt geändert am 25.06.2020 - 09:27Uhr
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