Wie geht es im Zuge der Coronakrise für Einzelhändler und Kleinstgewerbe weiter?

Wie geht es im Zuge der Coronakrise für Einzelhändler und Kleinstgewerbe weiter?Görlitz, 16. Mai 2020. Die Coronakrise hat Wirtschaft, Bürger und nicht zuletzt Politik und Gesellschaft noch immer im Griff – das Virus wirkt nicht nur medizinisch. Noch zu Jahresbeginn war die Welt in Ordnung und wer hätte damals gedacht, dass ein Virus einen großen Teil der Wirtschaft weltweit lahmlegen kann?

Altstadt Görlitz: Solch ein Gewimmel möcht' ich (wieder) sehn...

Symbolfoto/Archivbild: © Görlitzer Anzeiger

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Am wichtigsten: Liquidität und damit die Zahlungsfähigkeit sichern!

Thema: Coronavirus

Coronavirus

Infektionen mit dem Coronavirus (SARS-CoV-2) verlaufen pandemisch. Lebensgefahr besteht bei einer Erkrankung an Covid-19 vor allem für Immungeschwächte und Ältere. Vielfältige Maßnahmen sollen die Ausbreitung verlangsamen, um medizinische Kapazitäten nicht zu überlasten sowie Zeit zur Entwicklung eines Medikamentes und eines Impfstoffs zu gewinnen. Im Blickpunkt stehen auch die Wirtschaft und soziale Auswirkungen.

Es ist ein Albtraum für die ganze Gesellschaft, die plötzlich zum Stillstand gezwungen wird und für kleine Unternehmer und Betriebe ist dieser Zustand erst recht ein Desaster. Wer sein Geschäfte schließen musste, ist auch nach den aktuellen Lockerungen noch nicht vom Risiko des Ruins befreit.

Sicherlich sind die Lockerungen der Vorschriften derzeit ein richtiger Weg, doch bis dieser beispielsweise den Gastronomen wirklich zu kostendeckenden Umsätzen verhilft, werden vermutlich etliche ihre Türen für immer schließen. Hintergrund: Insbesondere die Abstandsregeln lassen in vielen Fällen nicht genügend Gäste zu, in kleinen Kneipen sind sie gar nicht realisierbar. Große Restaurants, die Angestellte in Kurzarbeit schicken oder betriebsbedingt entlassen, könnten in der Krise einen etwas längeren Atem haben.

Finanzielle Lücken schließen

Für viele Betreiber von Fitnessstudios oder Restaurants und anderen Kleinunternehmen ist die Coronakrise die schlimmste Zeit seit ihrer Gründung, die es nun irgendwie zu überbrücken gilt.
Doch der finanzielle Puffer, der Notgroschen für schlechte Zeiten eben, wenn er denn überhaupt vorhanden ist, ist meist schneller aufgebraucht, als einem lieb ist. Die laufenden Kosten fressen das Budget gnadenlos auf und schon steht man am Limit seiner finanziellen Möglichkeiten.

Kleine Kredite unterstützen dabei, sich zunächst einmal über Wasser zu halten. Als Liquiditätsspritze helfen staatliche Programme, die laufenden Kostenzu decken. Dennoch zieht sich gerade Einzelunternehmern auch in Bezug auf ihre Kosten die Schlinge um den Hals zu: Wer neben den geschäftlichen auch noch seine Privatausgaben finanzieren muss, sollte bei seiner Wahl der Kreditmöglichkeiten für diese Fälle genauestens hinschauen und alle Modalitäten bis ins Detail durchlesen und studieren. Informatives zum Thema findet man etwa bei Eluna Finanz und auch eine Kreditform für diese Zwecke.

Übrigens: Staatliche Hilfen und Finanzspritzen sollten ebenfalls genau geprüft werden, bevor sie in Anspruch genommen werden – falsche Angaben führen hier schnell zum Verdacht auf Subventionsbetrug. Weitere Möglichkeiten, seine Zahlungsfähigkeit – wenn auch begrenzt – zu sichern, sind er Verkauf nicht unbedingt notwendiger Technik oder die oft genannten Gutscheine.

Das Personal leidet ebenso

Die Mitarbeiter in der Gastronomie und in andern Gewerben, die wie etwa Kinos und Theater derzeit ihre Tore noch nicht vollumfänglich für die Öffentlichkeit öffnen können, stehen auf dem Schlauch und müssen trotz Kurzarbeit damit rechnen, dass sie über kurz oder lang gekündigt werden. Viele Unternehmer als Arbeitgeber sind am Limit ihres finanziellen Polsters längst angekommen und besonders mittelständische Unternehmen müssen um ihre Existenz bangen. Andere Nutzen die Krise, um unlukrative Geschäftsbereiche abzustoßen oder durch Rationalisierung Lohnkosten zu sparen.

Zurück zur Gastronomie: Die Tische und Stühle in den Lokalen und Speiseräumen bleiben leer und wie weit Gäste nach den ersten Lockerungen überhaupt Lust auf einen Gaststättenbesuch entwickeln, das bleibt ein weiterer Risikofaktor. Wer geht schon gern in ein Lokal, das aussieht wie ein Geisterhaus? Und wie motiviert arbeiten Angestellte, die damit rechnen müssen, ihren Job zu verlieren? Neben Entlassungen trifft es auch Pauschal- und Saisonkräfte, die nicht mehr angefordert werden.

Die Zahl der Arbeitslosen wächst und ein Ende ist noch nicht in Sicht. Die Kosten der Coronakrise für Wirtschaft und Staat, die letztlich vom Verbraucher getragen werden müssen, sind in ihrem Gesamtausmaß noch nicht abzusehen.

Für Gründer und junge Unternehmen Gründer eine Katastrophe

Gerade Start-up-Unternehmen, die erst vor Kurzem eröffnet haben und noch keine nennenswerten Reserven aufbauen konnten, kommen schnell am Ende ihrer Belastbarkeit an. Schon allein die Kosten und Belastungen, die in diesen Fällen für die Gründung und zur Anfangsfinanzierung des Unternehmens geschultert wurden, können ohne Einnahmen nicht aufgefangen und beglichen werden – ein Albtraum für jeden Gründer, denn die Verschuldungen treiben etliche schon jetzt in den Bankrott.

Selbst mit den staatlichen Finanzspritzen und Notgroschen ist für viele aktuell schon das Ende ihres Traums von der Selbstständigkeit in greifbarer Nähe. Besondern bei Einzelunternehmern kann das Ganze je nach Verschuldungsart zu einem Chaos von gigantischen Ausmaßen ausarten, wenn sie ihre finanziellen Notstände nicht auf irgendeine Weise abfangen können. Neben der Gastronomie sind beispielsweise auch die Soloselbstänigen der Kreativwirtschaft stark betroffen, bei ihnen können Auftraggeber am schnellsten sparen.

Die Großen fressen die Kleinen?

Auch in dieser Krise sitzen die großen Unternehmen in aller Regel am längeren Hebel. Nicht nur, dass sie meist über ein größeres Potenzial an finanziellen Rücklagen verfügen und daraus in Zeiten wie diesen schöpfen können, zudem bekommen sie teils ebenfalls staatliche Unterstützung und schon mit der Anmeldung von Kurzarbeit für ihre Mitarbeiter stabilisiert sich das Geld in ihren Kassen. Sicherlich sind auch sie von der Coronakrise gebeutelt, doch längst nicht in diesen existenziellen Ausmaßen wie viele Kleinunternehmer.

Wer am Ende überleben und sein Geschäft, die Firma beziehungsweise das Unternehmen aufrecht erhalten kann, wird sich zeigen. Die Prognosen jedoch scheinen aber auch hier eine klare Sprache zu sprechen: Die Großen werden wie so oft die Kleinen einfach auffressen oder ersetzen. Auch sind es Markenartikler, die am Ende den längeren Atem haben werden, wenn sie sich schon seit Jahrzehnten fest etabliert haben. Womöglich werden auch die Großen einige ihrer Filialen und deren Fortbestand in die Waagschale legen müssen, doch Fakt ist, dass sie grundlegend oftmals auf der Poleposition stehen, wenn es um die pure Existenz, das Weiterkommen und Weiterentwicklung geht.

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  • Quelle: red | Foto: © Görlitzer Anzeiger
  • Erstellt am 16.05.2020 - 07:36Uhr | Zuletzt geändert am 16.05.2020 - 09:37Uhr
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