Mangel an Fachkräften?
Sachsen, 9. Juli 2007. Der Landesausschuss für Berufsbildung (LAB) hatte angesichts der intensiven öffentlichen Diskussion um einen bevorstehenden Fachkräftemangel in Sachsens Wirtschaft renommierte Wissenschaftler eingeladen, die ihre Prognosen und Studien vor 135 Fachleuten aus Unternehmen, Bildungsdienstleistern und Verwaltung vorstellten. Im Ergebnis stimmen die Prognosen in Grundaussagen überein: Mittelfristig wird es in Sachsen keinen generellen Fachkräftemangel geben. Dennoch kann es in großen Städten wie Dresden, Leipzig und Chemnitz und in einzelnen Regionen schon in den nächsten Jahren zu Engpässen bei Arbeitskräften mit guter Qualifikation kommen. Längerfristig - ab dem Jahr 2035 - könnte sich der Fachkräftemangel jedoch verstärken.
Experten einig: Mittelfristig kein genereller Fachkräftemangel in Sachsen
Das verarbeitende Gewerbe, insbesondere die Metall- und Elektroindustrie und der Fahrzeugbau sind der Motor der Wirtschaftsentwicklung in Sachsen. Nach jahrelangem Rückgang der Beschäftigung könnte aufgrund des hohen Personalbedarfs künftig wieder mit einer leicht positiven Beschäftigungsentwicklung gerechnet werden. Fachkräfte werden jedenfalls in den nächsten Jahren deutlich bessere Beschäftigungschancen haben als in der Vergangenheit.
Die Expertinnen und Experten waren sich einig, dass für junge Menschen eine umfassende Berufsorientierung wichtig ist, die nicht erst nach Abschluss der Schule ansetzt.
Unternehmen müssen in Zukunft die Personalentwicklung noch intensiver weiterentwickeln. Empirische Untersuchungen zeigen, dass die Mitarbeiter der wichtigste Faktor des Unternehmenserfolgs sind. Auch kleinere Firmen mit professioneller Personalentwicklung sind attraktiv für hochqualifizierte Fachkräfte.
Die Unterstützung des Staates bei der Berufsausbildung Benachteiligter ist sehr wichtig, um diesem Personenkreis bessere Berufschancen zu ermöglichen und der Wirtschaft Fachkräftereserven zu erschließen. Probleme bereitet hier vor allem die hohe Quote von Ausbildungsabbrüchen, die im Interesse aller dringend gesenkt werden muss.
Die Vorträge und eine Zusammenfassung der Ergebnisse:
www.fachkraefte.sachsen.de > Fachtagung vom 4. Juli 2007 im Blockhaus Dresden
Kommentar:
Nun ist es raus: Mit dem Fachkräftemangel ist es nicht so, wie gedacht - sitzen doch genügend Fachleute zu Hause und warten nur auf ihre Chance, gefordert zu werden.
Sicherlich besteht Mangel an hochspezialisierten Experten. Doch schwirren die nicht einfach so im Markt herum, schon gar nicht in Ostsachsen. Hier müssen die Unternehmen vorrangig selbst in der Aus- und Weiterbildung ansetzen.
Und es besteht ein Mangel an – sowohl fachlich wie in den sozialen Kompetenzen – ausgebildeten Menschen. Wer aber schon immer gering qualifiziert war und seit Jahren weg vom Arbeitsmarkt ist, kann diesen Mangel schon längst nicht mehr bedienen. Diese Menschen vom Weg in den Arbeitsmarkt nicht auszusperren, dazu ist Vater Staat gefragt, weil: Das ist von den Betroffenen aus eigener Kraft und auch von der Wirtschaft nicht zu stemmen.
Wenn die Experten nun aber einen eventuellen Fachkräftemangel ab 2035 prognostizieren, so ist das weder tröstlich für Arbeitssuchende noch sonderlich seriös. Wann ist es der Zukunftsforschung jemals gelungen, auch nur einigermaßen treffsicher über mehr als 25 Jahre in die Zukunft zu blicken? Nach spätestens 10 Jahren wird der Nebel dicht, nach weiteren fünf Jahren liegt alles im Ungewissen,
ist sich Ihr Fritz Stänker gewiss.
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- Quelle: /red
- Erstellt am 09.07.2007 - 09:41Uhr | Zuletzt geändert am 06.06.2020 - 09:59Uhr
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