Der Stoff, aus dem die Träume sind - selbst nähen und das Hobby zum Beruf machen

Der Stoff, aus dem die Träume sind - selbst nähen und das Hobby zum Beruf machenGörlitz, 3. Dezember 2018. Sich das schönste und einzigartigste Kleid einfach selber kreieren und zusammennähen, warum eigentlich nicht? Schließlich tun dies eine Menge Menschen weltweit und mit großer Freude sowie auch Fantasie. Und wenn danach das eigentliche Hobby zum Beruf wird, umso schöner das Ganze. Nähen hat eine lange Tradition und oft sind es die Frauen, die schon immer gern mit Garn, Nadel und Faden ans Werk gingen und nicht nur Löcher stopften oder den Saum am Rock selbst umnähten. Sie sind es auch, die sich in erster Linie an die Nähmaschine setzen, Schnittmuster entwerfen und kreieren, um dann ihr Traumkleid oder die Traumjacke selbst nähen zu können. Allerdings: Unter den Modedesignern gibt es auch viele Männer, die große und wertvolle Kollektionen für den Modemarkt entwerfen. Doch besonders im kleinen Rahmen und im Hobbybereich nähen unzählige Frauen ihre ganz eigene und persönliche Kleidung in vielfältigen Designs.
Abbildung: Wer sich als Maß- oder Änderungsschneider selbständig machen möchte ist oft gut beraten, erst einmal im Nebenerwerb Erfahrungen zu sammeln. Außerdem sind Kenntnisse aus der Buchführung und dem Marketing unverzichtbar

Aus Hobby wird Leidenschaft

Aus Hobby wird Leidenschaft

Warum sich nicht inspirieren lassen und dann eigene Entwürfe realisieren? Hochwertige, individuelle Mode hat einen ganz eigenen Markt

Schnell ereilt jeden der Eifer, wenn erst einmal kleine Dinge an der Nähmaschine nach einfachen Schnittmustern gelingen. Denn es ist schon etwas ganz anderes, sich ein Shirt selbst entworfen und genäht zu haben, als ein Kleidungsstück von der Stange im Kaufhaus zu besitzen. Nicht nur die Wahl, aus welchem Stoff schlussendlich das Wunschstück genäht werden soll, ist eine schöne Sache dabei. Auch der Entwurf an sich, wie lang das Kleid beispielsweise sein soll, wie tief das Dekolletee ausgeschnitten sein sollte, der Schnitt der Ärmel, wie es weit fallen oder auch anliegen soll. Dazu noch kleine Accessoires und Applikationen annähen und schon wird aus einem Stapel Stoff, ein paar Utensilien, ein paar Knöpfen und einem Reißverschluss ein Traumkleid – oder besser gesagt DAS Wunschkleid schlechthin.

Die Passion des Nähens ist schon uralt und wurde und wird noch heute intensiv betrieben. Denn alle Kollektionen moderner und erfolgreicher Designer, die später in exklusiven oder auch normalpreisigen Kaufhäuser, Boutiquen und Fachgeschäften zu haben sind, entstehen zuerst in der Fantasie des Machers. Im Anschluss werden die jeweiligen Schnittmuster gefertigt, nach denen schließlich die Stoffmuster zugeschnitten und zusammengenäht werden. Es ist also grundsätzlich kein Zauberwerk, sich selbst an die Nähmaschine zu setzen und loszulegen. Allen Anfang aber macht der Grundgedanke, es einfach einmal auszuprobieren.

Aus Leidenschaft wird Berufung

Das Hobby zum Nebenerwerb zu gestalten, das ist gar nicht so schwierig, wie viele denken, besonders, seit 2003 der Beruf des Maßschneiders nicht mehr der Meisterpflicht unterliegt. Dennoch ist selbstverständlich eine ausreichende Qualifikation grundlegend nötig: Können, Handfertigkeit und auch die Fantasie und der kreative Umgang mit Farben und Schnittmustern sind die Wiege allen Schaffens beim Nähen. Und wer sich mit einer kleinen Kollektion selbstständig machen möchte, mit einem eigenen Label aus dazugehörigen Webetiketten eingenäht, auf denen dann der Name steht, warum nicht? Schließlich haben schon große Modeschöpfer der Vergangenheit und der Gegenwart so begonnen und klein angefangen. Aus Leidenschaft und Kreativität kann dann schnell Berufung und Beruf werden, denn grundsätzlich ist nicht viel dabei: Eine gute Nähmaschine, etwas Platz zum Nähen und Stecken, dazu ein Schneidertisch, Regale für die Stoffe, Bordüren, Applikationen, Knöpfe und Co. und schon kann es losgehen. Natürlich darf das Garn nicht vergessen werden, denn mit ihm beginnt bekanntlich die Reise des Schneiderns auf eigene Faust und nach eigenem Gutdünken.

Das Büro zur Nähwerkstatt machen

Schon ein kleines Zimmer, das ehemalige Büro oder selbst eine Ecke im Wohnzimmer reichen manchmal aus, um sich zunächst auf recht kleinem Terrain als Nähanfänger zu bewähren. Sobald es dazu übergeht, dass die entworfenen Kleidungsstücke Marke Eigenbau mit Kusshand genommen werden, muss in größeren Dimensionen gedacht werden. Da reicht der kleine Raum schlussendlich nicht mehr und sogar helfende Hände können zur Unterstützung wichtig werden. Aber Vorsicht! Auch ein Kleingewerbe muss immer mit einem Gewerbeschein gemeldet werden, damit alles seine Ordnung hat. Wer hier an alle wichtigen bürokratischen Wege denkt, macht erst einmal alles richtig und kann als kleiner, angehender Schneider oder Modedesigner ins einer eigenen Mini-Schneiderei loslegen.

Finanzierungen sichern

Bevor man sich tatsächlich mit dem Nähen selbstständig macht, muss auch bei einem kleineren Vorhaben die jeweilige Vorfinanzierung stehen. Auch kann es Sinn machen, sich Rechnungen via Factoring Vorfinanzieren zu lassen, statt lange auf die Kundenzahlung zu warten. Denn Stoffe, die besonders hochwertig bzw. qualitativ wertvoll und gut sind, sind bekanntlich nicht immer die günstigsten. Auch eine professionelle Nähmaschine sollte es schon sein, damit man richtig gut arbeiten und eben auch professionelle Näharbeiten abliefern kann – kaum etwas ist am Anfang der kleinen Selbstständigkeit peinlicher und unangenehmer, als wenn schon erste Reklamationen an den Kleidungsstücken eingehen, weil Nähte nicht sauber verarbeitet wurden und sogar bersten und vielleicht schon beim ersten Anprobieren der Kleidung reißen und kaputtgehen. Nicht nur ärgerlich, sondern auch geschäftsschädigend für die Zukunft zugleich, weil: So etwas spricht sich herum.

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  • Quelle: red | Foto Näherin: 3dman_eu / Peggy und Marco Lachmann-Anke, Foto zwei Frauen: StockSnap, beide Pixabay und Lizenz CC0 Public Domain
  • Zuletzt geändert am 03.12.2018 - 18:48 Uhr
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