Herbsttagung der Oberlausitzischen Gesellschaft der Wissenschaften

Herbsttagung der Oberlausitzischen Gesellschaft der WissenschaftenGörlitz | Bautzen / Budyšin, 24. Oktober 2018. Herbsttagung der in Görlitz beheimateten Oberlausitzischen Gesellschaft der Wissenschaften e.V. (OLGDW), die in Bautzen stattfindet, widmet sich den "Zäsuren der Oberlausitzer Landesgeschichte 1018 – 1268 – 2008 – 2018". Hintergrund sind historische Jubiläen.
Abbildung: Zufahrt zur Ortenburg in Bautzen

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Die Oberlausitz als kulturgeschichtlich überaus reiche Region

Die Oberlausitz als kulturgeschichtlich überaus reiche Region

Bautzen will entdeckt sein, vor allem abseits der touristischen Hauptpfade

In der Tat wird das Jahr 2018 wird von einer ganzen reihe zwei historischer Jubiläen markiert, man denke nur an das Ende des Ersten Weltkriegs vor hundert Jahren. Für die Oberlausitz fallen zwei markante Entwicklungspunkte ins Auge.

Bautzener Friede

So wurde vor eintausend Jahren der "Bautzener Friede" zwischen dem Kaiser des Heiligen Römischen Reiches, Heinrich II. (973 oder 978–1024), und Bolesław I. Chrobry (965 oder 967–1025), Herzog von Polen, auf der Ortenburg zu Bautzen geschlossen. Die beiden Herrscher wurden zu Verbündeten und formten die erstmals erwähnte Oberlausitz. "1000 Jahre Friede von Bautzen" ist ein Projekt, dem sich in diesem Jahr bereits viele Veranstaltungen gewidmet haben. Die Tagung der OLGDW schließt sich als ist ein weiterer Baustein daran an und dient ebenfalls der historischen Aufarbeitung der Ereignisse.

Teilung der Oberlausitz

Das zweite bedeutende Jubiläum ist die Teilung der Oberlausitz in die Länder Bautzen (Budissin) und Görlitz vor 750 Jahren. Zwischen 1253 und 1262 (der genaue Zeitpunkt liegt im Dunkel der Geschichte) gelangte das brandenburgische Geschlecht der Askanier in den Besitz des Landes Budissin. Mit der Einsetzung von Landvögten als Stellvertreter des Landesherren schufen die Askanier das bedeutendste landesherrliche Amt in der Oberlausitz, das sich bis in das 18. Jahrhundert halten sollte. Am 1. Mai 1268 teilte Markgraf Otto IV. von Brandenburg das Gebiet in die Länder Bautzen und Görlitz, um Erbansprüchen gerecht zu werden.

Obwohl diese Teilung nur bis 1329 hielt, wirkten ihre Folgen bis in die Neuzeit. So kam es durch die Einführung eigener Lehnshöfe und Verwaltungsstrukturen in Bautzen und Görlitz zu einer dauerhaften Zweiteilung der adligen Landesgemeinde. Im Land Görlitz wurden fortan eigene Zusammenkünfte des Adels abgehalten. Bautzen und Görlitz entwickelten sich zu den zentralen Orten dieser Region, eine Funktion, die sie noch heute in der Verwaltungsstruktur der beiden Kreise der Oberlausitz innehaben.

Innerhalb dieser 250 Jahre zwischen 1018 und 1268 entstanden durch den mittelalterlichen Landesausbau die Grundlagen der noch heute die Kulturlandschaft prägenden Elemente: Städte, Dörfer und Klöster wurden gegründet, der Wald zugunsten von Ackerflächen zurückgedrängt, kirchliche Strukturen geschaffen und die Zweisprachigkeit der sorbischen und deutschen Oberlausitz begründet.

Landkreisreform

Obgleich die Landkreisreform 2008 nicht derartig tiefgründige Auswirkungen wie die Teilung der Oberlausitz im 13. Jahrhundert hatte, so war sie dennoch eine erneute wichtige Zäsur für die Geschichte der Oberlausitz. Die Stadtverwaltung Bautzen freut such deshalb besonders, dass Landrat Michael Harig in einem Festvortrag Rückblick auf das Gewesene und das bis heute Erreichte halten wird.

Prädikat: Hingehen!
Donnerstag, 1., bis Sonnabend, 3. November 2018,
Steinhaus Bautzen, Veranstaltungssaal, Steinstraße 37, 02625 Bautzen.
Exkursion am 2. November von 14 bis 17 Uhr (Anmeldung erforderlich).

Die Teilnahme an der Tagung ist kostenfrei, um Anmeldung wird jedoch gebeten per E-Mail an sekretariat@olgdw.de.

Programm:
Ausführliches Tagungsprogramm zum Download (ca. 1,6 MB)

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  • Quelle: red | Fotos: © Bautzner Anzeiger
  • Erstellt am 24.10.2018 - 08:49Uhr | Zuletzt geändert am 24.10.2018 - 09:30Uhr
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