Jobcenter kommt in Trägerschaft des Landkreises Görlitz

Landkreis Görlitz. In einer gemeinsamen Presseerklärung haben sich der Landkreis Görlitz und die Agentur für Arbeit Bautzen zum Übergang des Jobcenters (ARGE) in die Trägerschaft des Landkreises Görlitz geäußert.

Anzeige

Die allermeisten Mitarbeiten wechseln zum Landkreis

Am 21. Dezember 2011 hatte die letzte Trägerversammlung der ARGE, die noch bis Jahresende 2011 für das Jobcenters Landkreis Görlitz Nord zuständig ist, stattgefunden. Einmütig erklärten sich der Landkreis und Agentur zufrieden über den Stand der Umsetzungen zum vorgesehenen Übergang des Jobcenters ab Januar 2012 an den Landkreis Görlitz als alleinigen Träger. Bislang war die Trägerversammlung zuständig für die arbeitsmarktpolitische Ausrichtung sowie die organisatorischen und personalwirtschaftlichen Angelegenheiten des Jobcenters - Aufgaben, für die der Landkreis Görlitz in Kürze ganz alleine den Hut aufhat.

Shirin Khabiri-Bohr, Vorsitzende der Geschäftsführung der Agentur für Arbeit Bautzen, verabschiedete sich mit einem Lob an die Mitarbeiter aus der Verantwortung: "Die Agentur für Arbeit Bautzen ist mit den Ergebnissen, die im Jobcenter Landkreis Görlitz Nord seit 2005 erreicht wurden, sehr zufrieden. Die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des Landkreises und der Agentur für Arbeit Bautzen haben durch ihre engagierte Arbeit dazu beigetragen, das Bestmögliche für die von Grundsicherung betroffenen Menschen im Landkreis Görlitz zu erreichen. Ihnen gilt mein Dank für die Vergangenheit. Für die Zukunft bin ich überzeugt, dass sie die engagierte Arbeit im Landkreis Görlitz fortsetzen."

Der Görlitzer Landrat Bernd Lange ist Vorsitzender der Trägerversammlung. Er schloss sich an: "Auch ich möchte meinen Dank gegenüber denen äußern, die bislang dafür gesorgt haben, dass hilfebedürftige Menschen der Region kompetente Ansprechpartner und Vermittler hatten. Ich bin mir sicher, dass alle Mitarbeiter auch in der neuen Organisationsform weiterhin engagiert und verlässlich für die Betroffenen da sein werden. Mit dem derzeitigen Stand des Überführungsprozesses ist der Grundstein für einen reibungslosen Aufgabenübergang gelegt. Von Seiten der Agentur für Arbeit Bautzen wurde uns als Landkreis dabei große Unterstützung und Spielraum gegeben."

Rund neunzig Prozent der Mitarbeiter der Agentur für Arbeit Bautzen, die bisher für das Jobcenter Landkreis Görlitz Nord in Görlitz, Weißwasser und Niesky tätig waren, wechseln zum 1. Januar 2012 als Beschäftigte zum Landkreis Görlitz. Die anderen Angestellten bleiben Mitarbeiter der Bundesagentur für Arbeit.

Der Kreistag Görlitz hatte im Juni 2011 entschieden, das Optionsmodell, das bereits im Süden des Kreises angewendet wird, ab Januar 2012 auf den gesamten Kreis auszuweiten und so künftig alle Aufgaben des Sozialgesetzbuches II in Regie des Landkreises wahrzunehmen.



Kommentar:

Jetzt wird alles anders und vor allem das Jobcenter seinem Namen gerecht...

Welch frommer Weihnachtswunsch - aber nein, es geht ja nur darum, die Extrem-Dauerarbeitslosigkeit besser zu verwalten. Also wird sich die Situation des gemeinen Grundsicherungsempfängers kaum ändern, wenn das Arbeitsamt aus der Verwaltung des Elends aussteigt.

Allerdings gewinnt die Hartz-IV-Verwaltung Handlungsfreiheit außerhalb des Kolosses Arbeitsagentur. Dass sich damit die eingesetzten Mittel zielführender einsetzen (oder einsparen) lassen, hat das Beispiel des bisherigen Fachdienstes Beschäftigung und Arbeit im Süden des Landkreises Görlitz bewiesen. Der Fachdienst war im Rahmen des Optionsmodells im ehemaligen Landkreis Zittau entstanden. Auch er gerät nun unter die Fittiche des neuen Jobcenters bzw. wird darin aufgehen.

Erste Konsequenz für die Hartz IVer in Zittau und Löbau: Sie werden wieder als "Kunde" bezeichnet.

Passt nicht, denn Kunden können sich ihre Anbieter aussuchen,

meint Ihr Fritz R. Stänker

Teilen Teilen
Kommentare Lesermeinungen (0)
Lesermeinungen geben nicht unbedingt die Auffassung der Redaktion, sondern die persönliche Auffassung der Verfasser wieder. Die Redaktion behält sich das Recht zu sinnwahrender Kürzung vor.

Schreiben Sie Ihre Meinung!

Name:
Email:
Betreff:
Kommentar:
 
Informieren Sie mich über andere Lesermeinungen per E-Mail
 
 
 
Weitere Artikel aus dem Ressort Weitere Artikel
  • Quelle: red
  • Erstellt am 22.12.2011 - 10:39Uhr | Zuletzt geändert am 22.12.2011 - 10:57Uhr
  • drucken Seite drucken
Anzeige