Vier neue sächsisch-polnische Projekte bestätigt
Breslau (Wrocław). Der binationale Begleitausschuss des Operationellen Programms der grenzübergreifenden Zusammenarbeit Sachsen - Polen 2007-2013 hat am 7. Dezember 2010 in Breslau (Wrocław) getagt. Die Mitglieder des Gremiums bestätigten vier Kooperationsprojekte, die mit über 2,5 Millionen Euro aus dem Europäischen Fonds für Regionalentwicklung (EFRE) gefördert werden. Von diesen Projekten werden drei unter sächsischer und ein Vorhaben unter polnischer Federführung realisiert. Alle vier Projekte werden in die "Prioritätsachse 1 - Grenzübergreifende Entwicklung" eingeordnet. Förderbedingung für sämtliche Vorhaben ist, dass die Zusammenarbeit der sächsischen und polnischen Projektpartner mindestens zwei von den folgenden Kriterien erfüllen: Gemeinsame Planung, gemeinsame Umsetzung, gemeinsames Personal und gemeinsame Finanzierung.
Beispiele der bestätigten Projekte
Im Bereich "Verkehr und Kommunikation" hat der Begleitausschuss einem Vorhaben zugestimmt, in dem ein für beide Länder möglichst einheitlich aufgebautes Fahrgastinformationssystem entwickelt wird. Dieses System wird in beiden Landessprachen verständlich strukturiert und soll den Nutzern des öffentlichen Verkehrs ausreichende Informationen bieten, so dass sich die Fahrgäste auch im jeweiligen Nachbarland genau so bewegen können wie im eigenen Land.
Das Projekt wird unter Einbeziehung folgender beiderseits der Grenze gelegenen und am Projekt beteiligten Regional- und Stadtverkehrsbetriebe umgesetzt: In Bunzlau MZK Boleslawiec, in der Europastadt Görlitz-Zgorzelec PPKS Zgorzelec und VGG Görlitz sowie KVG Dreiländereck Zittau, ZVON Bautzen und VON GmbH Bautzen.
Weiterhin bestätigte das Gremium ein Vorhaben für die "Verbesserung der Bedingungen für die unternehmerische Entwicklung" im Bereich „Wirtschaft und Wissenschaft“, in dem die TU Bergakademie Freiberg und die Ökonomische Universität in Breslau (Wrocław) Untersuchungen von "Public-Private Partnerships" als Instrumente zur Realisierung von Infrastrukturvorhaben im Grenzraum von Sachsen und Polen durchführen werden.
Das Projekt soll zum bedarfsgerechten Ausbau der Infrastruktur und damit zur vertieften Integration des Grenzraums beitragen, indem es in einer ersten Phase die Anwendungsmöglichkeiten dieser innovativen Form der partnerschaftlichen Entwicklung und Bereitstellung von öffentlich zugänglicher Infrastruktur untersucht. In einer zweiten Phase ist vorgesehen, unter Beteiligung von PPP-Praxisexperten den Ansatz und die Ergebnisse der Untersuchung in anwendungsorientierten Workshops mit Vertretern aus den Gebietskörperschaften des gemeinsamen Grenzraums zu kommunizieren und zu diskutieren.
Für die "Verbesserung der touristischen Dienstleistungen" im Bereich „Tourismus und Kurwesen“ stimmte der Begleitausschuss einem Vorhaben im Muskauer Park (Fürst-Pückler-Park) zu. Die Parkanlage von Muskau ist eine der größten historischen Parkanlagen in Europa. Obwohl die Anlage beiderseits der deutsch-polnischen Grenze liegt, wird der Park als Einheit betrachtet und wurde als solcher in die Weltkulturerbeliste der UNESCO im Jahre 2004 eingetragen.
Im Rahmen des Projektes wird die Arkadenbrücke im polnischen Teil des Parks saniert. Der Baustoff, so genannte "Blöckchen" aus Glasschlacke, wird aus einer Stützmauer im deutschen Teil eines ehemaligen Parkgebiets in Bad Muskau gewonnen und dem polnischen Partner für den originalgetreuen Aufbau zur Verfügung gestellt.
Das Hauptziel des Projektes ist auf die Entwicklung der grenzübergreifenden Kulturinfrastruktur und Erweiterung der Zugänglichkeit des gemeinsamen Kulturerbes, besonders für die Touristen, gerichtet. Die Partner planen im Rahmen dieses Projektes die Veröffentlichung von Informationen zum Projekt auf der Homepage „Muskauer Park“, die Herausgabe einer Faltmappe (Parkplan) und einer Ansichtskarte mit dem Bild der sanierten Arkadenbrücke.
Kontakt:
Antrags- und Bewilligungsstelle ist die Sächsische Aufbaubank - Förderbank - (SAB). Ausführliche Informationen zum Antragsverfahren und zu Kontaktdetails erhalten alle Interessierten auf der Website des Operationellen Programms unter www.sn-pl.eu. Anfragen zu Fördermöglichkei-ten der grenzübergreifenden Zusammenarbeit sowie zu Beratungsterminen können an kontakt@sn-pl.eu gerichtet werden.
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- Quelle: red
- Erstellt am 13.12.2010 - 07:36Uhr | Zuletzt geändert am 13.12.2010 - 08:04Uhr
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