Schön übersichtlich

Görlitz-Zgorzelec. "Noch besser werden" - unter diesem Motto scheint die Europastadt GörlitzZgorzelec GmbH weiter Dampf zu machen. Hier fühlt man sich zuständig für die Görlitz betreffende Wirtschaftsförderung, das Stadtmarketing und den Tourismus. Jüngstes Ergebnis ist ein Überblick über Immobilien, die für Investoren interessant sein könnten.

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Gewerbeflächen- und Immobiliendatenbank für Görlitz

Rolf Kammann ist Leiter der Abteilung Wirtschaftsförderung der Europastadt GörlitzZgorzelec GmbH und weiß, was so ein Immobilienverzeichnis Wert ist: „Es hat sich gezeigt, dass insbesondere ein umfassender und aktueller Überblick über die am Standort vorhandenen Gewerbeflächen und -immobilien für eine effiziente Wirtschaftsförderung unverzichtbar ist.“

Deshalb hat die städtische GmbH in den vergangenen Tagen einen Erhebungsfragebogen an die vor Ort im Immobilienbereich tätigen Unternehmen und Akteure versandt. Damit sollten die vorhandenen Produktions-, Lager-, Büro- und Einzelhandelsflächen und -gebäude möglichst genau zu erfasst werden. „Je konkreter die Angaben sind, desto besser sind wir in der Lage, angebotene Flächen und Objekte potenziellen Interessenten anzubieten,“ so Kammann.

Die Daten werden - je nach Wunsch des Anbieters - nur für die interne Arbeit der Wirtschaftsförderung verwendet, oder auch in das von der Europastadt GmbH eingesetzte kommunale Wirtschaftsinformationssystem KWIS eingepflegt. Dies eröffnet den Anbietern praktisch einen weiteren Vertriebsweg. Die Europastadt GmbH erhebt dabei keinerlei Ansprüche an Provisionen oder Vermittlungsgebühren. „Wir sehen diese Aufgabe vielmehr als Bestandteil einer erfolgreichen öffentlichen Wirtschafts- und Ansiedlungsförderung“, erklärt Kammann den Service.

Der Erhebungsfragebogen zum Download:
http://www.europastadt-goerlitz.de > Hauptseite des Bereiches Wirtschaft
Hier ist auch die Einverständniserklärung zu gewünschten Verwendung der Daten verfügbar.


Kommentar

Schön, dass die Wirtschaftsförderung den Entscheidungsprozess über eine mögliche Ansiedlung aus den Augen der potenziellen Investoren sieht und den gefragten Herrschaften einen möglichst umfassenden Überblick über Gewerbeflächen und -immobilien verschaffen möchte.

Ob jedoch die Görlitzer Immobilienmaklerinnen und -makler Gefallen an der totalen Markttransparenz finden, wird sich noch zeigen.

Genau das ist doch das gewollte freie Spiel des Marktes, dass ein jeder sich um Kunden müht und diese für sein Angebot begeistert. Ist doch logisch: Die meisten Anbieter können nicht das optimale Angebot haben, aber dennoch müssen auch sie verkaufen oder vermieten. So ein "Zentralregister", wie es nun die Wirtschaftsförderer anstreben, hätte ja tendenziell zur Folge, dass weniger lukrative Immobilienangebote fast gar keine Chance mehr zur Vermarktung hätten.

Freilich ist es schön für Immobilienanbieter, über ein zentrales Verzeichnis möglichen Investoren in jedem Fall bekannt zu werden - ob es aber immer noch schön ist, wenn immer zugleich der gesamte Wettbewerb mit von der Partie ist? Oder konstruieren wir mal einen weiteren Albtraum ganz praktisch: Ein Görlitzer Immobilienanbieter bahnt eine Investition an, und dann kommen die Wirtschaftsförderer und rufen "Hallo, wir hätten da vielleicht noch was besseres!" Privatwirtschaftliche Initiative wird auf diese Weise nicht gefördert.

Totale Markttransparenz kann von Seiten der Anbieter nicht gewollt sein,

denkt jedenfalls Ihr Fritz R. Stänker

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  • Quelle: /red /FRS
  • Erstellt am 13.08.2008 - 21:41Uhr | Zuletzt geändert am 13.08.2008 - 21:41Uhr
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