Schulmüde
Zittau. Vor knapp einem Jahr startete ein Projekt, um schulmüden Jugendlichen zu helfen. Seit Beginn des Schuljahres 2007/2008 nahmen sechs Jugendliche daran teil. Für zwei weitere Schüler läuft derzeitig das Aufnahmeverfahren für das Schuljahr 2008/2009. Mädchen haben noch nicht unter den Teilnehmern bzw. Bewerbern. Gedacht ist das Projekt für Jugendliche, die die Lernangebote der Schule nicht annehmen und verweigern.
Alternativunterricht als zweite Chance
Die Weigerung der betreffenden Jugendlichen, zur Schule zu gehen, erfolgt meist über bestimmte Phasen, in Einzelfällen ist sie verfestigt und dauerhaft. Im Projekt können sie durch sozialpädagogisch begleitende Lern-, Bildungs- und Beschäftigungsmaßnahmen ihre allgemeine Schulpflicht fernab der Regelschule erfüllen. Grundgedanke ist jedoch die Wiedereingliederung in die Schule oder das Erlangen der Ausbildungsreife.
Bisher hat es ein Schüler geschafft, in seine Schule zurück zu kehren. Ein weiterer Schüler hat eine notwendige medizinische Therapie begonnen. "Ziel ist, weitere Schüler zu stabilisieren, damit sie bald wieder ihre Mittelschule besuchen können", so Elke Graf vom Fachdienst Beschäftigung und Arbeit. Für die Fortführung des Projekts stellt der Landkreis Löbau-Zittau rund 8.000 Euro zur Verfügung.
Grundlage für die Durchführung des Projektes zur Betreuung schulmüder Jugendlicher ist der Kooperationsvertrag vom 18. Juli 2007, der zwischen der Sächsischen Bildungsagentur Bautzen, dem Landratsamt Löbau Zittau mit dem Fachdienst Beschäftigung und Arbeit sowie dem Fachdienst Jugend und Soziales und dem Bildungszentrum Bautzen e.V. als Maßnahmeträger geschlossen wurde. Ein wesentlicher Aspekt für das Gelingen des Projektes ist die enge Zusammenarbeit mit den Eltern sowie mit den Schulleitern und Lehrern der Mittelschulen des Landkreises.
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Lesermeinungen (1)Schulmüde?!
Von Erzieher am 09.07.2008 - 12:22Uhr
Verstehe ich richtig? Sechs Jugendliche werden gefördert mit dem Erfolg, dass einer wieder zur Schule geht, einer eine Therapie macht, was nach Entzug klingt, und offenbar vier weiter "schulmüde" bleiben. Bei der Erfolgsquote dürfte das Projekt bei den beiden müden Neubewerbern höchstens bei einem fruchten. Dafür stellt der Landkreis 8000 € bereit...
Ich denke, Pädagogik kann sich nicht nur auf Mitleid, Verständnis und Hilfsangebote beschränken. Im richtigen Moment braucht es auch den "kick in the ass", egal, ob man das dann Jugendwerkhof oder anders nennt.
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- Quelle: /red
- Erstellt am 08.07.2008 - 22:36Uhr | Zuletzt geändert am 08.07.2008 - 23:07Uhr
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