Urlaub mit dem Wohnwagen: Das ist bei der Anschaffung zu beachten

Urlaub mit dem Wohnwagen: Das ist bei der Anschaffung zu beachtenGörlitz, 3. September 2020. In diesen Tagen ist es auch in Görlitz bereits ganz deutlich spüren: Der Herbst steht vor der Tür. Viele Urlauber nutzen die letzten warmen Spätsommerwochen dazu, noch einmal mit dem Wohnwagen zu verreisen. 2020 erlebte diese Art des Reisens eine regelrechte Hochzeit – Caravan-Touren sind beliebter als je zuvor. Das Praktische am Wohnwagen: Anders als ein Wohnmobil lässt er sich unkompliziert an den Pkw ankoppeln, den man im Alltag fährt und mit dem man daher vertraut ist.

Mit dem Wohnanhänger unterwegs zu sein erfordert Vorsicht, besonders bei Seitenwind und beim Rangieren

Foto: Markus Distelrath, Pixabay License

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Formale Voraussetzungen durch praktische Übungen ergänzen

Wer den Kauf eines Wohnwagens in Erwägung zieht, sollte dabei jedoch einige Dinge bedenken, damit es keine unerwarteten Überraschungen gibt. Zudem ist ist es kein Fehler, erfahrene Wohnwagen-Camper um Rat und Tipps zu befragen. Wer niemanden kennt, bekommt bestimmt auf dem nächsten Campingplatz Auskunft von einem der für ihre Freundlichkeit bekannten Camper.

Welche Kosten kommen auf mich zu?

Der Preis für einen neuen Caravan beläuft sich im Schnitt auf etwa 14.000 Euro. Hinzu kommen noch die Kosten für Zubehör sowie die laufenden Ausgaben für Unterhalt, Reparaturen etc. So muss in vielen Fällen am Pkw eine Kupplung nachgerüstet werden. Je nachdem, welches Automodell gefahren wird und wie häufig die Anhängerkupplung verwendet werden soll, ist eine von drei Kupplungsarten am besten geeignet.

Online-Datenbanken geben Auskunft darüber, welche Anhängerkupplung im Einzelnen mit dem Fahrzeug kompatibel ist. Benötigt werden außerdem zusätzliche Außenspiegel. Insgesamt läppern sich für das Zubehör als einmaliger Aufwand meist um die 500 bis 900 Euro zusammen. An laufenden Kosten fallen – ebenso wie für einen Pkw – Steuern und Beiträge für die Haftpflichtversicherung an; diese sind für Wohnwagen aber vergleichsweise günstig: Zu rechnen ist insgesamt mit ungefähr 100 Euro jährlich, hinzu kommen noch etwa 200 Euro für Wartung und TÜV. Zu berücksichtigen ist, dass der Anhänger auf öffentlichen Straßen maximal zwei Wochen lang geparkt werden darf. Wer kein eigenes Grundstück hat, für den kommt also noch die Miete für einen Dauerstellplatz hinzu.

Wie viel Anhängermasse darf bewegt werden?

Die Anhängelast, die bewegt werden darf, hängt von zwei Faktoren ab: dem ziehenden Pkw und der Führerscheinklasse, die der fahrer oder die Fahrerin besitzt. So kann beispielsweise ein Pick-up Ford Ranger deutlich mehr schwerere Anhänger bewegen als ein Opel Corsa. Die maximale Anhängelast ist im Fahrzeugschein ersichtlich.

Je nach Führerscheinklasse darf man zudem als Person nur ein bestimmtes Gewicht bewegen. So erlaubt ein Führerschein der Klasse B, der nach 1998 ausgestellt wurde, nur Gespanne mit einem Gesamtgewicht von maximal 3,5 Tonnen. Allerdings kann der Führerschein gegebenenfalls auf Klasse B96 aufgewertet werden; in diesem Fall sind sieben zusätzliche Fahrstunden zu absolvieren, die noch einmal mit 300 bis 400 Euro zu Buche schlagen. Dafür dürfen anschließend Gespanne mit bis zu 4,25 Tonnen Gewicht bewegt werden.

Es ist noch kein Meister vom Himmel gefallen

Obwohl es viele Methoden gibt, Stress im Alltag abzubauen, ist irgendwann einfach eine längere Auszeit nötig. Ein naturnaher Urlaub mit dem Wohnwagen ist ideal dafür.

Wer zum ersten Mal mit einem Gespann unterwegs sind, dem kann es jedoch leicht passieren, dass die Fahrt selbst zum Stressfaktor wird. Das Rangieren mit einem schweren Anhänger ist nämlich nicht ganz einfach und sollte deshalb am besten vor Reisebeginn geübt werden. Es ist ganz normal, dass dies nicht auf Anhieb perfekt klappt, immerhin muss man sich an ganz andere Dimensionen gewöhnen. Das Fahren mit Wohnwagen kann in speziellen Trainings, die beispielsweise der ADAC anbietet, oder auf einem leeren Parkplatz geübt werden. Schon nach kurzer Eingewöhnungszeit erlangt man so eine gewisse Routine und mit Geduld und Achtsamkeit werden mit der Zeit auch komplizierte Manöver gemeistert.

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  • Quelle: red | Foto: distelAPPArath / Markus Distelrath , Pixabay License
  • Erstellt am 03.09.2020 - 10:25Uhr | Zuletzt geändert am 03.09.2020 - 11:02Uhr
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