In Görlitz oder Umgebung ein Haus bauen

In Görlitz oder Umgebung ein Haus bauenGörlitz, 16. September 2019. Bauen und sich ein Heim nach eigenen Vorstellungen schaffen oder nicht? – ein Frage, vor der vor allem junge Familien stehen. Sie ist nicht auf einfache Weise zu beantworten, viele Aspekten, die nicht unbedingt sofort auf der Hand liegen, wollen beachtet sein. Der Görlitzer Anzeiger hat einige davon zusammengetragen.
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Wer baut, muss an die Konsequenzen denken

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Der Gedanke an ein eigenes Haus verleitet zweifelsohne viele Paare zum Träumen. Keine störenden Mitmieter im Haus, ein eigenes Grundstück, das Platz für die Kinder bietet, vielleicht auch für den Hund. Doch anstatt sich gleich in die Planung des Traumhauses zu stürzen, will so einiges bedacht sein, was gegen oder für einen Hausbau spricht.

Drohenden Mobilitätsverlust bedenken

Immobilien heißen so, weil sie nicht mobil sind. Gerade junge Familien haben noch den Großteil ihres Lebens vor sich. Was ist, wenn eines Tages etwas weiter entfernt ein lukratives Arbeitsangebot lockt? Wer als Pendler leben muss, hat weniger vom eigenen Heim; wer sich unter diesen Umständen vielleicht schweren Herzens entschließt, das Haus zu verkaufen, der wird feststellen, dass das meist nicht von heut' auf morgen geht und die zahlungsfähige Nachfrage in vielen Gegenden eher dünn ist. Ähnlich sieht es aus, wenn man sich gar trennt: Der zurückbleibende Partner ist dann unter Umständen mit Haus und Grundstück überfordert und auf dem, der weggeht, lasten vielleicht noch Verpflichtungen aus der Finanzierung.

Die Enscheidung für ein Baugrundstück ist zudem eine endgültige. Neben der Situation vor Ort, zu der vor allem die Dichte der Bebauung und besonders in den Dörfer die bevorstehende Integration in die Nachbarschaft zählt, sind auch die Wege zur Arbeitsstelle, für den Einkauf und gegebenenfalls zu den Kindereinrichtungen zu bedenken. Während sich diese Fragen in Städten wie Görlitz meist schnell beantworten lassen, muss man im ländlichen Raum wie in Markersdorf, das sich als besonders kinderfreundliche Gemeinde sieht, schon näher hinschauen.

Immer was zu tun

Ein Eigenheim knabbert auch an der Freizeit. In Situationen, In denen man als Mieter einfach die Hausverwaltung anruft, steht man als Hauseigentümer selbst in der Pflicht. Das betrifft Reparaturen, Ersatzinvestitionen und rechtliche Vorschriften. Auch an die Grundstückspflege will gedacht sein. So manchen Häuslebauer beschleicht über kurz oder lang der Gedanke, dass Eigentum nicht nur verpflichtet, sondern vor allem auch belasten kann. Tipp: Schon ab den ersten Schritten in Richtung Hausbau hilft die Digitale Bauherrenmappe der Sächsischen Energieagentur.

Eigenheim richtig konzipieren

Wer Kinder hat und das bei der Planung seines Hauses berücksichtigt, sollte noch einen Schritt weiter denken, denn mit hoher Sicherheit werden die Kinder irgendwann einmal ausziehen. Dann kann sich die Wohnung inklusive der Kinderzimmer schnell als zu groß erweisen. Schlau plant deshalb, wer Kinderzimmer als Einliegerwohnung mit seperatem Eingang konzipiert. Ziehen die Kinder aus, kann vermietet werden. Wer dabei dauerhafte Mieter scheut, kann die Räume als Ferienwohnung anbieten, was im Raum Görlitz vielerorts ein ziemlich sicheres Geschäft ist. Und wenn, was ja nicht selten ist, die Kinder das "Hotel Mama" schätzen und auch als Erwachsene noch zu Hause wohnen, entspannen abgetrennte Räumlichkeiten das Familienleben ganz wesentlich.

Bauen mit Eigenleistung

Wer praktisch veranlagt ist und zupacken kann und wo vielleicht auch Verwandte helfen, der kann beim Bau auf Eigenleistung setzen. Diese muss allerdings so konzipiert sein, dass sie den Bauablauf nicht stört und mögliche Gewährleistungsansprüche nicht gefährdet. Der Wunsch nach Eigenleistung kann ein Bauvorhaben also durchaus verteuern und manche Bauunternehmen berücksichtigen die "Störung durch Eigenleistung" schon in der Kalkulation. Grundregel ist es daher, eine leistungsfähige und zuverlässige Firma für Hochbau Tiefbau zu beauftragen und eine klare Schnittstelle zu vereinbaren, an der die Eigenleistung einsetzt.

Finanzierung sicherstellen

Wie so vieles im Leben wird auch ein Hausbau schnell teurer als gedacht. Unzureichende Vertragsgestaltung und Änderungswünsche in der Bauphase sind häufige Ursachen dafür. Der Markersdorfer Immobilienmakler und Finanzconsultant Rolf Domke begleitet seine Kunden – übrigens auch die anderer Makler – fachlich. Er weiß, dass eine Finanzierung bereits im Vorfeld auf wackligen Beinen stehen kann, nämlich wenn der Wert eines zu erwerbenden Baugrundstückes oder eines Sanierungsobjektes eher wilden Fantasien als den Realitäten entspricht. Als erfahrener Bankkaufmann weiß er: "Finanzierung heißt immer auch Zukunftsplanung." Damit ist gemeint, dass eine Immobilienfinanzierung das Familienbudget oftmals viele Jahre lang belastet und so gestaltet sein muss, dass sie leistbar bleibt und das verbleibende Einkommen zusätzlich noch zum Spaß am Leben ausreicht, das Eigenheim also nicht zur Last statt Lust wird.

Was für den Landkreis Görlitz spricht

Der östlichste Landkreis nicht nur Sachsens, sondern ganz Deutschlands, liegt aus Sicht der Metropolen tatsächlich etwas weit "ab vom Schuss". Andererseits sind es gerade die Menschen aus den Metropolregionen, die es so weit nach Osten zieht. Die Dreiländerregion, die sich im Viereck zwischen Bautzen / Budyšin, Bad Muskau / Mužakow, Bunzlau (Bolesławiec) und Reichenberg (Liberec) aufspannt und in deren Herzen Görlitz und Markersdorf und südlich davon Zittau liegen, bietet unterschiedlichste, traumhaft schöne Landschaften und ist gespickt mit historischen Städten und schönen Dörfern. Was nur wenige wissen: Hier findet man mit der Görlitzer Heide das größte zusammenhängende mitteleuropäische Waldgebiet. Zudem braucht sich das Angebot an Hoch- und Soziokultur nicht zu verstecken. Und – auch wichtig – nicht nur die Mieten, sondern auch die Preise für Bauland sind im Landkreis Görlitz mancherorts außerordentlich günstig.

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  • Quelle: red/TEB | Fotos: © Görlitzer Anzeiger
  • Zuletzt geändert am 16.09.2019 - 07:30 Uhr
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