Sechsstädtebundfestival startet mit Auftaktkonzerten in Görlitz
Görlitz, 20. Mai 2026. Das 9. „Kommen und Gehen“ – Das Sechsstädtebundfestival! startet mit zwei Auftaktveranstaltungen in Görlitz in das Festivaljahr 2026. Unter dem Motto „Mittelpunkt“ lädt das Festival vom 12. bis 23. August zu Konzerten, musikalischen Stadtspaziergängen und Lesungen in Görlitz, Löbau, Zittau, Kamenz und Radeberg ein. Bereits am 20. Mai um 19.30 Uhr beginnt im Kühlhaus Görlitz die Auftaktveranstaltung „Hammerschmidt recomposed“.
Pianist Benedikt ter Braak gestaltet den Festivalauftakt in Görlitz mit.
Foto: Benedikt ter Braak (c) privat
Barockmusik trifft auf zeitgenössische Klänge
Yoed Sorek tritt im Rahmen von „Via Regia – jüdisch – unterwegs“ in Görlitz auf
Foto: (c) Conny Kurz
Mit „Hammerschmidt recomposed“ widmet sich das Festival dem Zittauer Komponisten Andreas Hammerschmidt (1611–1675). Seine Werke erklingen sowohl in originaler Form als auch in zeitgenössischen Neukompositionen. Das Ensemble um Mezzosopranistin Winnie Brückner und Pianist Benedikt ter Braak verbindet dabei Barockmusik mit modernen Klangwelten. Die Veranstaltung wird als Live-Recording umgesetzt.
Seit 2018 versteht sich das Festival als Plattform für musikalische Experimente in der Oberlausitz. Alte Musik trifft dort auf Elektronik, klassische Konzertformate auf Improvisation und Klangkunst. Im Mittelpunkt der Ausgabe 2026 steht die Stadt Löbau, die historisch als Konventstadt des Sechsstädtebundes galt. Das Festival fragt unter dem Motto „Mittelpunkt“ nach Zusammenhalt, Verantwortung und kultureller Identität in einer Zeit gesellschaftlicher Zersplitterung.
Eröffnet wird das Festival am 12. August um 19.30 Uhr im Haus Schminke in Löbau mit „Löbau, wie klingst du?“. Der Künstler David Brand entwickelt dafür ein akustisches Porträt der Stadt. Urbane Räume, Architektur und Alltagsgeräusche werden in Musik übersetzt.
Internationale Ensembles und musikalische Spurensuche
Am 13. August gastiert das Caravan-Orchester in der Weinau Zittau. Das internationale Ensemble vereint jüdische, arabische und europäische Musiktraditionen und setzt einen Schwerpunkt auf interkulturellen Austausch.
Ein weiterer Programmpunkt folgt am 16. August um 21 Uhr im Nostromo Görlitz. Unter dem Titel „Semper Dowland, semper dolens“ erinnern Musiker an den 400. Todestag des englischen Renaissance-Komponisten John Dowland. The Schoole of Night sowie Eric Fish von Subway to Sally, Chris Fischer und Herbst in Peking präsentieren neu arrangierte Werke.
Historische Stoffe greift auch das Konzert „Hans Frenzel, Der Reiche – Eine Familiengeschichte in Liedern“ am 18. August um 19.30 Uhr im Kultour Gleis 1 Görlitz auf. Das Leipziger Ensemble Sospiratem erzählt das Leben des Görlitzer Kaufmanns und Bauherrn Hans Frenzel musikalisch mit Instrumenten der Reformationszeit.
Am 19. August führt ein musikalischer Stadtspaziergang mit Frank Pschichholz durch „Kamenz’ dunkle Gassen“. Im Anschluss spielt The Schoole of Night ein Nachtkonzert in der Alten Baderei.
Konzerte, Filmnacht und musikalische Lesungen
Zum 100. Geburtstag von Miles Davis lädt das Festival am 21. August zu einem Open-Air-Abend in die Weinau Zittau ein. Gezeigt wird zunächst der Film „Miles Ahead“ von Don Cheadle, anschließend spielt das SIGNUM saxophone quartet unter freiem Himmel.
Am 22. August folgt im Kühlhaus Görlitz das Programm „Marilyn und…? – Weibliche Stimmen in Kunst und Politik“. Mitwirkende sind die Sängerin Isimbi Dee, die Schriftstellerin Julia Malik und das Ensemble Neue Kammer. Ein Schwerpunkt widmet sich jüdischen Komponistinnen und Songwriterinnen der 1940er- und 1950er-Jahre, deren Werke von Exil, Verfolgung und Neuanfang erzählen.
Den Abschluss bilden am 23. August zwei musikalische Märchenlesungen auf Schloss Klippenstein in Radeberg. Sibylle Kuhne und Lewin Krumpschmid gestalten zunächst um 15 Uhr die Kinderlesung „Der Ring des Propheten“ mit Texten von Ilse Weber. Um 19.30 Uhr folgt die musikalische Lesung „Schicksalhafte Saiten: Zwischen Kindermärchen und Krematorium“.
Weitere Informationen und Tickets gibt es unter kommenundgehen.org.
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- Erstellt am 20.05.2026 - 14:47Uhr | Zuletzt geändert am 20.05.2026 - 14:52Uhr
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