Corona und kein Ende

Corona und kein EndeGörlitz, 7. März 2022. Von Thomas Beier. Auch wenn sich der Ukraine-Krieg mit all seinen Folgen für Deutschland – samst neuer Flüchtlingswelle bis hin zu neuer Aufrüstung, auch wenn mancher diese Begriffe nicht hören mag – die Nachrichten dominiert, so ist doch an der Corona-Front keinerlei Entspannung angesagt.

Abb.: Für einen weitestgehend aussagesicheren Coronatest ist ein tiefer Nasen- und/oder Rachenabstrich unabdingbar. Der beim Rachenabstrich manchmal entstehende Würgereiz wurde schon manchem Probennehmer zum Verhängnis.

Foto: Thomas G., Pixabay License

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Fehler und Auswege aus der Coronakrise

Thema: Coronavirus

Coronavirus

Infektionen mit dem Coronavirus (SARS-CoV-2) verlaufen pandemisch. Lebensgefahr besteht bei einer Erkrankung an Covid-19 vor allem für Immungeschwächte und Ältere. Vielfältige Maßnahmen sollen die Ausbreitung verlangsamen, um medizinische Kapazitäten nicht zu überlasten sowie Zeit zur Entwicklung eines Medikamentes und eines Impfstoffs zu gewinnen. Im Blickpunkt stehen auch die Wirtschaft und soziale Auswirkungen.

Was den neuen Novavax-Impfstoff als Schutz vor den Folgen einer Coronavirusinfektion angeht, ist die Politik offensichtlich auf die Argumentation der sogenannten Impfgegner hereingefallen. Die hatten sich gegen die neuartigen mRNA- und Vektorimpfstoffe ausgesprochen und argumentiert, sie würden sich mit der erprobten Technologie eines proteinbasierten Vakzins – wie es heute mit Novavax bereitsteht – sehr wohl impfen lassen. Das hat sich nun nicht bewahrheitet. Die Hintergründe liegen wohl in einer verbreiteten und tiefsitzenden Impfskepsis, deren Vertreter sich noch immer auf die manipulierte Wakefield-Studie von 1998 berufen.

Hinzu kommt die unglückliche Kommunikation, dass die Omikron-Variante des Coronavirus nur mildere Verläufe herbeiführe; das wurde von vielen bereitwilligst aufgeschnappt und führte zum Trugschluss, Impfen sei nun gar nicht mehr notwendig. Vergessen wird dabei, dass heftige und schwere Verläufe auch mit Omikron nicht selten sind, was auch angesichts der anhaltend hohen Hospitalisierungsinzidenz deutlich wird. Hinzu kommt: Wer künftige Virusmutationen einschränken möchte, muss die Viruslast in der Population senken – und dafür ist das Impfen nun einmal der effektivste Weg.

Und noch einen Erzfehler muss man der Politik ankreiden: Über die einrichtungsbezogene Impfpflicht wurde unabhängig von jener über eine allgemeine Impfpflicht entschieden. So entwickelten die Angehörigen der pflegenden Berufe das – blödsinnige – Gefühl, als Versuchskaninchen verheizt werden zu sollen. Wäre zügig eine allgemeine Impfpflicht beschlossen worden, wäre es vor dem Hintergrund, dass eh alle drankommen, durchaus plausibel gewesen, zuerst in Klinika und Einrichtungen des Seniorenbereichs zu impfen. Wenn nun eine allgemeine Impfpflicht beschlossen wird, so kommt sie zu spät, um eine fünfte Coronawelle im Herbst 2022 einzudämmen. Es bleibt nur die Hoffnung, dass bis dahin keine aggressiveren Mutationen des Coronavirus die Oberhand gewinnen.

Paradoxe Sítuation

Es ist paradox: Während die Werte der Wocheninzidenz der Corona-Neuinfektionen wieder steigen und die Dunkelziffer so groß ist wie wahrscheinlich noch nie, werden Vorsichtsmaßnahmen zurückgenommen. Das vermittelt ein trügerisches Gefühl von Sicherheit und Normalität, obgleich es jeder besser wissen sollte, wie ein Blick in das Nachrichtenarchiv zur Corona-Pandemie, wie es im Görlitzer Anzeiger frei zugänglich ist, zeigt.

Was die Politik dazu veranlasst hat, liegt auf der Hand: Es sind die ausufernden Kosten der Coronakrise und der drohende Verlust an Betrieben und damit Arbeitsplätzen in jenen Branchen, die auf die Präsenz von Menschen angewiesen sind. Außerdem ist da noch der Druck von der Straße, der in seiner Präsenz so manchen um Wählerstimmen fürchten lässt.

Vorsichtiger sein als die Vorschriften

Angesichts der Lockerungen bei den Einschränkungen, die angesichts der Corona-Pandemie eingeführt wurden, wächst nun die Verantwortung für jeden Einzelnen, einer Infektion vorzubeugen und sich für den Fall des Falles mit einer Impfung abzusichern.

Leider verhalten sich die meisten anders: Wenn es nicht verboten ist, dann können wir’s ja machen! Oftmals sind das ausgerechnet jene, die anderen eine Verbotspolitik vorhalten. Angesichts der hohen Infektiosität der Omikron-Variante ist die Unbesorgtheit die Folge einer groben Fehleinschätzung. Es bleibt nur, weiter zur Vorsicht zu mahnen und die seit Beginn der Pandemie millionenfach wiederholten Regeln zu beachten: Eine Atemwegsbedeckung tragen, am besten eine FFP2-Maske, Abstand zueinander halten und das Handgeben vermeiden, die allgemeine Hygiene noch stärker als im sonstigen Alltag beachten und oft lüften.

Wer verantwortungsvoll handelt, macht einen Corona-Schnelltest, bevor er andere besucht. An vielen Stellen ist ein Testnachweis vorgeschrieben, so etwa bei einem Besuch im Altersheim. Wer etwa mit dem Flugzeug ins Ausland reisen will, muss einen aktuellen PCR Test anfertigen lassen. Für diese sehr zuverlässigen Tests kommen unterschiedliche Vorgehensweisen bei der Auswertung sowie Auswertefristen zum Tragen.

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  • Quelle: Thomas Beier | Foto: Tho-Ge / Thomas G., Pixabay License
  • Erstellt am 07.03.2022 - 18:04Uhr | Zuletzt geändert am 07.03.2022 - 18:32Uhr
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