Coronavirus kann Gehirn verändern

Hamburg, 12. Oktober 2020. SARS-CoV-2 kann das Gehirn erreichen, jedoch ist nicht das Virus selbst, sondern die Immunantwort des Körpers für den Großteil der Veränderungen im Gehirn verantwortlich. Das wurde am Institut für Neuropathologie des Universitätsklinikums Hamburg-Eppendorf herausgefunden.

Anzeige

Aerosole deutlich infektiöser alsTränenflüssigkeit oder Bindehaut

Thema: Coronavirus

Coronavirus

Infektionen mit dem Coronavirus (SARS-CoV-2) verlaufen pandemisch. Lebensgefahr besteht bei einer Erkrankung an Covid-19 vor allem für Immungeschwächte und Ältere. Vielfältige Maßnahmen sollen die Ausbreitung verlangsamen, um medizinische Kapazitäten nicht zu überlasten sowie Zeit zur Entwicklung eines Medikamentes und eines Impfstoffs zu gewinnen. Im Blickpunkt stehen auch die Wirtschaft und soziale Auswirkungen.

Bei rund der Hälfte von 43 mit Covid-19 verstorbenen Patienten wurde im Zuge einer Studie das Coronavirus im Gehirn entdeckt. "Neben Komplikationen in Lunge, Herz und Nieren kann es bei COVID-19 auch zu neurologischen Symptomen kommen. Diese weisen ein breites Spektrum auf und reichen von diffusen Beschwerden milder Ausprägung bis hin zu schweren Schlaganfällen. Bislang war aber noch unklar, ob und wie der Erreger ins Gehirn gelangt und sich dort auch vermehren kann. Wir konnten nun zeigen, dass nicht das neuartige Corona-Virus selbst das Gehirn schädigt, sondern die neurologischen Symptome vermutlich eine indirekte Folge der Virusinfektion sind", so Prof. Dr. Markus Glatzel, Direktor des Instituts für Neuropathologie des Klinikums und Leiter der zugrundeliegenden Studie .

Virusproteine konnten sowohl im Hirnstamm als auch in Nerven, die aus dem Hirnstamm entspringen, nachgewiesen werden. "Üblicherweise zeigen COVID-19-Patientinnen und -Patienten vor allem im Blut eine deutlich veränderte Immunantwort. Wir konnten jetzt auch im Gehirn eine klare Entzündungsreaktion nachweisen, was in diesem Ausmaß nicht bekannt war", sagt Prof. Dr. Marco Prinz, Ärztlicher Direktor des Instituts für Neuropathologie am Universitätsklinikum Freiburg und Co-Autor der Studie.

Weitere Untersuchungen zur Aufklärung der Ursachen neurologischer Symptome bei COVID-19 sind notwendig, um Behandlungsmöglichkeiten für Patientinnen und Patienten mit schweren neurologischen Symptomen zu entwickeln.

Einatmen bleibt Hauptinfektionsweg

Professor Dr. Dr. med. Clemens Lange, Klinik für Augenheilkunde am Universitätsklinikum Freiburg, hat sich am Freitag auf einer Pressekonferenz zum Online Kongress der Deutschen Ophthalmologische Gesellschaft – die Ophthalmologie ist die Augenheilkunde – dazu geäußert, ob man sich über die Bindehaut oder die Tränenflüssigkeit mit SARS-CoV-2 infizieren kann. Immerhin klagen rund sieben Prozent der COVID-19-Patienten über Augenbeschwerden. "Einige Studien postulieren, dass das Virus in diesen Fällen das Auge als Eintrittspforte genutzt habe", erläuterte Lange dazu.

Eine aktuelle Untersuchung an der Universitäts-Augenklinik Freiburg sowie histologische Untersuchungen anderer Kliniken hätten jedoch weder eine wesentliche Expression des SARS-CoV-2-Rezeptors ACE2 in der Bindehaut noch einen Zusammenhang zwischen einer COVID-19-Infektion und einer Bindehautentzündung nachweisen können. Auch sei der Übertragungsweg über die Tränenflüssigkeit eher unwahrscheinlich. "Der regelmäßige Lidschlag des Auges sowie die geringe Augenoberfläche dürften verhindern, dass ausreichend Viren ins Auge gelangen können", so Lange.

Ob Infizierte über ihre Tränen gesunde Menschen anstecken könnten, dazu gibt es keine eindeutigen Hinweise. Lange: "Bei Patienten mit Covid-19-Erkrankung enthält der Tränenfilm nur sehr selten Virus-RNA. " Eine Ansteckung über die Tränenflüssigkeit sei daher auch erst einmal auszuschließen.

Das hochgradig infektiöse Coronavirus SARS-CoV-2 wird als Hauptinfektionsweg durch das Einatmen von Tröpchen oder Aerosolen weitergegeben. Deshalb bleiben die AHA-Regeln – Abstand, Hygiene und Alltagsmasken – weiterhin die effektivste Möglichkeit, die Weiterverbreitung des Virus einzudämmen.

Kommentare Lesermeinungen (1)
Lesermeinungen geben nicht unbedingt die Auffassung der Redaktion, sondern die persönliche Auffassung der Verfasser wieder. Die Redaktion behält sich das Recht zu sinnwahrender Kürzung vor.

Corona im Gehirn

Von Norbert Hanßen am 13.10.2020 - 12:33Uhr
Als 72Jähriger habe ich gelernt,das Leben ist lebensgefährlich! Habe in den 70ziger Jahren die Hongkonggrippe erlebt, 50.000 Tote waren damals kein großes Thema. Aber jetzt wird jeden Tag eine neue Sau durchs Dorf gejagt, sagt auch mein Doktor !

Die Sterberate von Corona ist peinlich gering bei einer weltweiten Überbevölkerrung, alleine in Deutschland leben 20 Millionen Menschen zuviel! Aber der finanzielle Leidensdruck in der Wirtschaft ist noch nicht hoch genug um eine Denkwende einzuleiten!

Gruß N. Hanßen

Schreiben Sie Ihre Meinung!

Name:
Email:
Betreff:
Kommentar:
 
Informieren Sie mich über andere Lesermeinungen per E-Mail
 
 
 
Weitere Artikel aus dem Ressort Weitere Artikel
  • Quelle: red
  • Erstellt am 12.10.2020 - 08:33Uhr | Zuletzt geändert am 12.10.2020 - 09:04Uhr
  • drucken Seite drucken
Anzeige