Wieder mehr Corona-Infektionen im Kreis Görlitz

Landkreis Görlitz, 9. Oktober 2020. Auch im Landkreis Görlitz häufen sich die Corona-Neuinfektionen. Gestern wurden gegenüber dem Vortag zehn Neuinfektionen registriert. Bei den Infizierten handelt es sich um eine Frau und einen Mann aus Görlitz. Zwei Frauen und zwei Männer aus Boxberg/O.L. / Hamor, eine Frau aus Zittau und drei Frauen aus Großschönau sind ebenfalls neu infiziert. Davon sind insgesamt sieben Kontaktpersonen zu bereits bestätigten Fällen. Das Gesundheitsamt ermittelt weitere Kontaktpersonen.

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Kommentar: Vorsichtsmaßnahmen wirken

Thema: Coronavirus

Coronavirus

Infektionen mit dem Coronavirus (SARS-CoV-2) verlaufen pandemisch. Lebensgefahr besteht bei einer Erkrankung an Covid-19 vor allem für Immungeschwächte und Ältere. Vielfältige Maßnahmen sollen die Ausbreitung verlangsamen, um medizinische Kapazitäten nicht zu überlasten sowie Zeit zur Entwicklung eines Medikamentes und eines Impfstoffs zu gewinnen. Im Blickpunkt stehen auch die Wirtschaft und soziale Auswirkungen.

Die Quarantäne für die Schüler der Friedrich-Fröbel Schule in Olbersdorf konnte gestern aufgehoben werden.

Seit März 2020 sind im Landkreis Görlitz insgesamt 436 Infektionen mit dem Coronavirus SARS-CoV-2 nachgewiesden worden, 359 Personen davon gelten als geheilt. Erkrankt an Covid-19 sind aktuell noch 52 Personen, davon befinden sich drei in stationärer Behandlung, eine davon in intensivmedizinischer. Vom Gesundheitsamt sind 204 Quarantänen angeordnet. Bislang hat der Landkreis Görlitz insgesamt 25 Todesfälle zu verzeichnen.

Bürgertelefon im Gesundheitsamt:
Das Bürgertelefon ist von 8 bis 16 Uhr unter 03581 - 6 63-5656 oder per E-Mail an anfragen-coronax@xkreis-gr.de (Spamschutz: beide "x" entfernen) zur Verfügung.

Mehr:
Weitere Fallzahlen und aktuelle Informationen.



Kommentar:

Das bundesweite Corona-Infektionsgeschehen zeigt: Ansteckungsherde – sogenannte Hotspots – entstehen dort, wo die AHA-Regeln*) nicht eingehalten werden, also nicht etwa im Supermarkt, wo alle eine Mund-Nase-Abdeckung tragen müssen und meist Desinfektionsmittel bereitsteht. Nein, infiziert wird sich dort, wo das "mir wir schon nichts passieren"-Prinzip die Oberhand gewinnt.

Das betrifft vor allem die Städte, wo viele aus der Altersgruppe bis etwa 40 Jahren glauben, dass Party machen ein integraler, ja auch unter Pandemiebedingungen unverzichtbarer Lebensbestandteil ist. Die Altersgruppe erklärt zugleich, weshalb die Zahl der schweren und tödlichen Covid-19-Verläufe relativ gering ist.

Es hilft gar nichts, der Zahl der Coronatoten die Zahl der Grippetoten gegenüberzustellen. Erstens kann gegen die echte Grippe jeder mit der Grippeschutzimpfung ein ganzes Stück weit vorsorgen, zweitens ist die Ansteckungs- und damit Pandemiegefahr bei SARS-CoV-2 deutlich höher. Das liegt schon an der Inkubationszeit, die bei Corona etwa zwei bis 14 Tage (Durchschnitt: fünf bis sechs) beträgt, bei einer Grippe hingegen nur einen bis höchstens drei. Das bedeutet: wer sich mit einer Grippe infiziert, merkt das schneller und die Umwelt, die dann auf Abstand geht, auch – ein Coronainfizierter hingegen verteilt den Erreger erst einmal bis zu zwei Wochen lang weiter, bevor sich Symptome zeigen. Außerdem scheint das Coronavirus generell ansteckender zu sein.

Hinzu kommt: Gegen die Grippe, in welcher Variante der Erreger auch auftritt, besteht in der Bevölkerung eine gewisse Grundimmunität. Beim Coronavirus SARS-CoV-2 ist das anders: Das trifft den Organismus völlig unvorbereitet. Allerdings ist SARS-CoV-2 heimtückischer als der Grippeerreger, denn Erkrankungen können – vermutlich genetisch bedingt und altersabhängig – auch völlig symptomlos verlaufen. Wenn sich der Infizierte dann unvorsichtig verhält, wird er schnell zum Superspreader, also zu einer Person, die besonders viele Leute ansteckt.

Wie die zweite Corona-Welle in Deutschland verläuft, haben wir alle in der Hand – und zwar mit sehr einfachen Mitteln: AHA. Wer diese Regeln befolgt hilft zugleich, die Ausbreitung der echten Grippe einzuschränken. Das sollte es Wert sein, das eigene Verhalten und das im persönlichen Umfeld auf den Prüfstand zu stellen,

meint Ihr Thomas Beier



*) AHA-Regeln:

  1. Abstand halten
    Wo immer möglich, einen Mindestabstand von anderthalb bis zwei Metern zu anderen Leuten einhalten.

  2. Hygiene
    Angebotene Desinfektionsmöglichkeiten nutzen, häufiger als sonst Hände gründlich mit Seife waschen, nicht ins Gesicht fassen. Nicht in die Hand, sondern in die Armbeuge oder ins schnell zu entsorgende Schnupftüchlein niesen oder husten.

  3. Alltagsmasken
    Die Mund-Nase-Abdeckung schützt! Da die Viren in Tröpfchen übertragen werden, sind bereits einfach Stoffmasken wirksam, sie halten beim Ausatmen mehr als zwei Drittel der Viren zurück, beim Einatmen immerhin noch rund ein Drittel. Tragen alle eine Maske, so ist das ein wirksamer Schutz, weil beide Effekte sich addieren.


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  • Erstellt am 08.10.2020 - 23:15Uhr | Zuletzt geändert am 09.10.2020 - 11:51Uhr
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