Coronavirus fördert Innovation: Hörgerät online einstellen

Coronavirus fördert Innovation: Hörgerät online einstellenNaarden, 19. Mai 2020. Die Corona-Pandemie schafft neue digitale Lösungen: Auch Hörgeschädigte in Deutschland können dank einer innovativen Lösung des niederländischen Anbieters OnlineHoortaestel.nl gemeinsam mit einem Hörgeräteakustiker via Internet einen Hörtest durchführen und ihr Hörgerät justieren. Nachdem der Hörverlust vom Hörgerät selbst erkannt wurde, stellt der Hörgeräteakustiker das Gerät ferngesteuert via Internet ein. Auf diese Weise bekommen die Hörgeschädigten umfassende und professionelle Hilfe, ohne dass diese oft schon altersbedingt Covid-19-gefährdete und ebenso auch mobilitätseingeschränkte Zielgruppe das Haus verlassen muss.

Hörgeräte sind im Laufe der Jahre immer kleiner und komplexer geworden. Neu ist, dass sich mit ihnen online das Hörvermögen testen lässt und sie auch online eingestellt werden können

Symbolfoto: Renate Blume, Pixabay License (Bild bearbeitet)

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Das Hörgerät erfasst den Hörverlust selbst

Das Hörgerät erfasst den Hörverlust selbst

Moderne Hörgeräte sind teils unauffällig klein, teils werden sie – ähnlich wie manche Brille – als schmuckähnliches Accessoire genutzt

Symbolfoto: stux, Pixabay License

Thema: Coronavirus

Coronavirus

Infektionen mit dem Coronavirus (SARS-CoV-2) verlaufen pandemisch. Lebensgefahr besteht bei einer Erkrankung an Covid-19 vor allem für Immungeschwächte und Ältere. Vielfältige Maßnahmen sollen die Ausbreitung verlangsamen, um medizinische Kapazitäten nicht zu überlasten sowie Zeit zur Entwicklung eines Medikamentes und eines Impfstoffs zu gewinnen. Im Blickpunkt stehen auch die Wirtschaft und soziale Auswirkungen.

Doch wie läuft das ab? Zunächst bekommt der Hörgeschädigte die betreffenden Hörgeräte per Post zugeschickt. Der Kunde loggt sich dann in eine App ein und setzt die Hörgeräte in die Ohren ein. Anschließend führt er zusammen mit dem Hörgeräteakustiker den Hörtest aus der Ferne durch. Der Hörgeräteakustiker kann durch diesen Test das Hörvermögen beurteilen und die Hörgeräte an den spezifischen Hörverlust des jeweiligen Trägers anpassen.

Freilich unterliegt das Hören ganz individuell unterschiedlichen Bedingungen: Mancher muss ein Hintergrundgeräusch wie etwa Verkehrslärm ertragen (und hat die Stille des Lockdowns während der Ausgangssperren genossen), ein anderer hört viel Musik oder möchte sich auch im Stimmengewirr gut unterhalten können. Deshalb ist es möglich, basierend auf den Erfahrungen und Ansprüchen des Trägers die Hörgeräte über das Internet weiter anzupassen. Allerdings, so betonen die Fachleute von OnlineHoortaestel.nl, sei dies eher selten, denn in den meisten Fällen ist die erste Einstellung sofort richtig.

"Bei der Qualität machen wir keine Kompromisse", betonte Guido Makker, Hörgeräteakustiker bei OnlineHoortaestel.nl, schon im April, "Sowohl der Hörtest als auch die Einstellung sind von der gleichen Qualität wie in den traditionellen Hörgeschäften, die jetzt weitgehend geschlossen sind." Allerdings wirkt der Vorteil, den Hörtest und die Hörgeräteinstellung komplett online vorzunehmen, nicht nur bei den Corona-Risikogruppen, die wohl trotz der seit Mai geltenden Lockerungsmaßnahmen noch für längere Zeit Kontakte zu anderen eher vermeiden werden: Auch wer in seiner Mobilität eingeschränkt ist wird es zu schätzen willen, wenn er oder sie wegen des Hörgeräts das Haus nicht verlassen muss.

Künstliche Intelligenz für die ersten selbstlernenden Hörgeräte der Welt

Wie OnlineHoortaestel.nl mitteilt sind die High-End-Hörgeräte, die den Hörtest und die Justierung des Hörgerätes ermöglichen, mit Künstlicher Intelligenz (KI) ausgestattet und damit die ersten selbstlernenden Hörgeräte der Welt. "Diese innovative Technik lernt weiterhin aus den realen Hörerfahrungen aller Anwender auf der ganzen Welt und merkt sich die Präferenzen aller Anwender pro Hörsituation", heißt es weiter. Dies geschehe mit Hilfe eines selbstlernenden Algorithmus, der für die stetige Weiterentwicklung des Geräts sorgt.

Gefahr der Vereinsamung durch das Coronavirus größer denn je

Mehr als zwölf Prozent der Menschen in Deutschland geben eine Hörminderung an (Quelle: Bundesverband der Hörgeräte-Industrie). Sind sie zusätzlich weitgehend an Haus oder Wohnung gefesselt, droht schnell Vereinsamung. Bekannt ist das Problem vor allem aus den als Antipandemie-Maßnahme weitgehend abgeriegelten Alten- und Pflegeheimen, aber auch Senioren, die sich noch selbst versorgen, mussten Ausgangs- und Kontaktsperren erdulden.

Wie auch immer: Schwerhörigkeit kann wachsende Isolation bedeuten. Der Deutsche Hörbehinderten Selbsthilfe e.V., der mit Selbsthilfegruppen auch in Görlitz und Niesky präsent ist, bietet vor diesem Hintergrund Seminare und Workshops an, die Lösungswege für eine möglichst störungsfreie Kommubnikation im Alltag aufzeigen und helfen, emotionale frische und Schwung zu gewinnen.

Bei rund 90 Prozent der Menschen, die einen Hörverlust zu beklagen haben, kann ein Hörgerät das Hören und die Kommunikation verbessern – und Kommunikation gehört nun einmal zu den besten Gegenmitteln gegen Einsamkeit. Abgesehen von angeborener Schwerhörigkeit und anderen Erkrankungen verläuft der Prozess des Hörverlustes meist schleichend, erst – was natürlich ist – lässt die Hörfähigkeit für hohe Frequenzen nach, dann lassen sich im Stimmengewirr keine Gespräche mehr führen und am Ende steht besonders für Ältere die Schwerhörigkeit. Ein Risiko besteht darin, dass der zunehmende Hörverlust zu spät diagnostiziert wird: Mit einem Hörgerät kann der Hörverlust oft gebremst werden, es bleibt mehr Hörvermögen erhalten.

"Deshalb ist es so wichtig, dass man sofort etwas unternimmt, wenn man merkt, dass man weniger gut hört", betont Hörgeräteakustiker Makker. Bei OnlineHoortaestel.nl sei man stolz darauf, in diesen schwierigen Zeiten die Hörvorsorge einfach von der Couch aus anbieten zu können. "Wir unterstützen mittlerweile Hörgeschädigte im In- und Ausland. Die Reaktionen sind herzerwärmend", schildert Makker weiter, "Da wir den Hörtest und die Einstellung per Videotelefonie durchführen, sind wir oft die ersten, mit denen die Kunden wieder mühelos ein Gespräch führen können."

Sieben Jahre, bis man es "wagt" – mit den entsprechenden Folgen

Durchschnittlich sieben Jahre dauert es, bis ein Hörgeschädigter den Schritt in ein Hörgeschäft unternimmt. ÜberJahre hinweg lässt sich Schwerhörigkeit nämlich teilweise überspielen – doch warum? Während die Brille längst zum modischen Accessoire geworden ist, wird ein Hörgerät noch immer von vielen als Makel empfunden – zum eigenen Schaden: Die Folgen eines Hörverlusts können nämlich erheblich sein, wenn man nicht rechtzeitig mit einem Hörgerät gegensteuert.

Da die Schwelle zum Betreten eines Hörgeschäfts angesichts von Corona-Pandemie und Maskenpflicht jetzt vermutlich noch höher liegt ist zu erwarten, dass noch mehr Hörgeschädigte nichts gegen ihren Hörverlust unternehmen. Die Hörgeräteakustiker bei OnlineHoortoestel.nl hoffen nun, mit Hilfe der Ferneinstellung von Hörgeräten mehr Menschen wieder zu einem guten Hörerlebnis zu verhelfen. Wie die die Ferneinstellung des Hörgerätes erfolgt, zeigt das untenstehende Video.

Mehr:
Deutschsprachige Seiten von onlinehoortoestel.nl

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  • Quelle: red | Foto Hand: pb826 / Petra Blume, Pixabay License; Foto Hörgerät rot und blau: stux, Pixabay License
  • Erstellt am 19.05.2020 - 09:52Uhr | Zuletzt geändert am 19.05.2020 - 12:49Uhr
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