Münzberg lässt sich nicht zum "Schlesien-Hasser" abstempeln

Görlitz, 7. November 2013. Gerd Münzberg hat dem Görlitzer Anzeiger geschrieben und nimmt Bezug auf einen Beitrag in der Sächsischen Zeitung vom 5. November 2013, in dem ihm vorgeworfen wird, er verbinde mit dem Tag der Oberlausitz, für den sich Münzberg engagiert, das Anliegen, so wörtlich, "allen Schlesien-Anhängern den Garaus zu machen". "Eigentlich sehe ich darin die Verärgerung über meine Initiativen seit 18 Monaten für den erstmaligen Tag der Oberlausitz", schreibt Münzberg dazu.


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Redakteur zum "Kreativtag Oberlausitz" eingeladen

Auf den Beitrag in der Sächsichen Zeitung hat Gerd Münzberg dem Görlitzer Anzeiger die nachstehende Antwort zukommen lassen. Geholfen habe ihm dabei, schreibt er weiter, auch einiger Zuspruch von Freunden, die ihm weiterhin viel Kraft und Optimismus wünschten.


Görlitz-Zgorzelec / Oberlausitz / Gorne Luzyce, 06.11.2013


Sehr geehrter Herr Beutler,

genauso entspannt wie mein Freund Hans Klecker sehe auch ich die weitere Vorbereitung des historisch ersten Tages der Oberlausitz am 21. August 2014. Der Kreis der Unterstützer wird von Woche zu Woche größer. Man kann mittlerweile wirklich, wie schon zum ersten öffentlichen deutsch-polnisch-sorbischen Oberlausitzertreffen am 5. April 2013 im Kloster St.Marienthal von einem Frühlingshauch, der durch die Oberlausitz zieht, sprechen. Es macht ungeheuren Spaß, das als gebürtiger Zittauer miterleben und -gestalten zu können.

Diesen Spaß hatten wir kürzlich auch in Dresden bei Gesprächen von Oberlausitzern, selbstbewusst in Trachten und Kostümen, im Sächsischen Landtag.

Leider haben Sie Ihren Beitrag nicht so entspannt geschrieben und durch Kopplung von Aussagen anderer Personen mit meinen den Lesern suggerieren wollen, ich wolle "allen Schlesien-Anhängern den Garaus machen“ (Zitatende).

Durch meine Mitwirkung am kommenden Tag der Oberlausitz habe ich im polnischen Teil der Oberlausitz, der zu Dolny Slask (Niederschlesien) gehört, gute Partner und Freunde gefunden.

Meine Position zu Oberlausitzern, die sich auf ihre Identität als Niederschlesier berufen, habe ich im Interview mit einem SZ-Redakteur schon mal erläutert, Auszug daraus: Das ist meine und die aller Oberlausitzer Initiatoren Meinung.

Zum Streuselkuchenstreit wünsche ich mir, dass die schlesischen Streuselkuchen produzierenden Bäcker der Oberlausitz sich mit denen aus Oberschlesien mal treffen und ihre Produkte durch Verkostung austauschen und die künftigen Erfahrungsaustausche mit einem Zuburowka besiegeln. Vielleicht werden Sie ja eingeladen.

Was die Aufgaben und das Wirken der neuen Kulturbeauftragten für Schlesien anbelangt, würde ich sie gern einmal zu einer Tasse Kaffe in einem Oberlausitzer Restaurant auf der Zgorzelecer Seite zu einem Kaffee einladen, um darüber zu sprechen.

Dabei möchte ich mich mit ihr auch über die Tatsache der kürzlichen Ablösung des Chefs der Schlesischen Landsmannschaft, Pawelka, auf Grund seiner polnischfeindlichen Äußerungen austauschen. Immerhin gehört ja die Schlesische Landsmannschaft zu den Unterstützern des Schlesischen Heimatvereins Görlitz. Deshalb habe ich mich auf Facebook in der Gruppe „Treffpunkt Görlitzer Politik“ letztens auch dazu geäußert. Sie haben ja daraus ungefragt Auszüge verwendet für ihren Artikel.

Ich lade Sie heute schon ein, am "Kreativtag Oberlausitz" Ende April 2014 teilzunehmen.

Freundliche Oberlausitzer Grüße von der Landeskrone

Gerd Münzberg

Abbildung:
Oberlausitzer in Trachten und Kostümen beim Besuch um Sächsischen Landtag am 27. September 2013.
Foto: Karl-Heinz Riedel

Kommentare Lesermeinungen (1)
Lesermeinungen geben nicht unbedingt die Auffassung der Redaktion, sondern die persönliche Auffassung der Verfasser wieder. Die Redaktion behält sich das Recht zu sinnwahrender Kürzung vor.

Brief an S. Beutler 07.11.2013

Von Gerd Münzberg am 09.11.2013 - 23:20Uhr
Den Tag der Oberlausitz sehen wir vom deutsch-polnisch-sorbischen Bürgerforum Oberlausitz auch als einen Tag der Verständigung aller Oberlausitzer Sprachen und Identitäten! Auf Grund der vielgestaltigen Entwicklung der über 700-jährigen Oberlausitzer Geschichte und der seit fast 70 Jahren 3-sprachigen Region gibt es viele interessante Ansatzpunkte für Gespräche.

Ich meine, dass das auch ein Stück europäischer Verständigungsprozeß "direkt vor Ort" ist, der uns alle berührt. Dieser Aspekt könnte künftig auch dazu beitragen, unsere Region Oberlausitz international interessant zu machen!

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  • Quelle: red | Gerd M. Münzberg | Foto: Karl-Heinz Riedel
  • Erstellt am 07.11.2013 - 00:26Uhr | Zuletzt geändert am 07.11.2013 - 09:58Uhr
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