100 Jahre Görlitzer Stadthalle

100 Jahre Görlitzer StadthalleGörlitz-Zgorzelec. Die Görlitzer Stadthalle wird hundert Jahre - ein Grund zum Feiern. 400 Plätze im beheizten Zeit hat der Stadthalle Görlitz e.V. organisiert und will mit einem anspruchsvollen Programm auf das verwaiste Bauwerk, das nun saniert werden soll, aufmerksam machen.

Zurück in die Stadthallen-Zukunft?

Zurück in die Stadthallen-Zukunft?

Die Rettung des Bauwerks der einst beliebten Görlitzer Stadthalle kann ein Fass ohne Boden öffnen, befürchten die Skeptiker. Archivbilder 2008: BeierMedia.de

Thema: Stadthalle Görlitz

Stadthalle Görlitz

Die Stadthalle Görlitz wurde 1910 als Veranstaltungsort des Schlesischen Musikfestes eröffnet. Hoher Sanierungsbedarf und die ungenügende Selbstfinanzierung führten zur Einstellung des Betriebs und zu Verkaufsbestrebungen seitens der Stadt Görlitz, allerdings konnte seit 2008 kein passender Käufer gefunden werden. Die Ende Januar 2010 vom Stadtrat beschlossene Sanierung wurde, ohne dass Arbeiten am Gebäude begonnen hätten, im Oktober 2012 gestoppt, weil Fristen für Fördermittel zu kurz waren. Eine große Herausforderung stellen die Betriebskosten für die Stadthalle Görlitz dar.

Unter anderem wird Stadtarchivar Dr. Siegfried Hoche einen Vortrag über die abwechslungsreiche Geschichte der Görlitzer Stadthalle halten. Die Dresden Harmonists sorgen für die passende musikalische Umrahmung. Für Speisen und Getränke ist gesorgt.

Der Stadthalle Görlitz e.V. will sich weiter engagieren, um Planung und Baumaßnahmen in der Sanierung zu begleiten. Vor allem sollen Spenden gesammelt werden, um in einem Zug recht viel sanieren zu können.

Unter der Überschrift "Konsequente politische Arbeit für Görlitz" meldete sich der CDU-Stadtverbandsvorsitzende und Pressespecher Octavian Ursu mit einer Pressemitteilung zu Wort: "Das morgige 100-jährige Jubiläum der Stadthalle kann mit berechtigter Hoffnung von den Bürgern unserer Stadt gefeiert werden. Am 30.09.2010 fasste der Stadtrat den Grundsatzbeschluss zur Sanierung der Stadthalle. Fast auf den Tag genau vor einem Jahr, am 29.09.2009, wurde von den beiden großen Fraktionen im Stadtrat die erste Vorlage eingebracht, beschlossen und damit der heutige Weg der Sanierung und Betreibung in Eigenregie klar eingeschlagen. Ein Jahr und unzählige selbst eingebrachte Vorlagen später ist das Ziel, Fördermöglichkeiten in erheblicher Höhe für die Sanierung der Stadthalle bekommen zu können, in unmittelbare Nähe gerückt. Nicht zuletzt haben unsere Mandatsträger auf Landes- und Bundesebene, Volker Bandmann und Michael Kretschmer, durch ihre permanente Unterstützung dieser Entscheidung eine sehr wichtige Rolle gespielt. Das vorliegende konkrete Ergebnis konsequenter politischer Arbeit der eigenen Fraktion mit den anderen Partnern erfüllt hiermit das Motto der vor einem Jahr vereinbarten Zusammenarbeit im Stadtrat „Gemeinsam für Görlitz“ mit wirklichem Leben. Der CDU-Stadtverband begrüßt dieses wichtige Bekenntnis für die Weiterentwicklung der städtischen Infrastruktur unserer Stadt und hofft auf die endgültige Zuteilung der notwendigen Fördermittel für die Sanierung der Stadthalle."


Hingehen!
Mittwoch, 27. Oktober 2010, 16.30 bis ca. 19 Uhr,
Stadthallengarten Görlitz.

Mehr:
http://www.shg-ev.de


Kommentar:

Im sechsten Jahr nun erlebt das ehrwürdige Bauwerk der Görlitzer Stadthalle ein Wechselbad von Lethargie und Spes. Die größte Konzerthalle zwischen Berlin und Prag, Dresden und Breslau dämmert vor sich hin, ein Zeugnis "deutscher Leitkultur" unmittelbar an der Grenze zu Polen.

Nun soll saniert werden und schon - noch ist kein Handschlag getan - melden sich die Kämpfer, die schon immer gewusst haben, wo es lang geht, zu Wort.

Nur Ketzer fragen: Braucht Görlitz die Stadthalle noch? Kann ein derartiges Bauwerk im Zeitalter einer fraktalisierten Kulturszene und digitaler Medien überhaupt noch sinnvoll bewirtschaftet werden? Was haben vergleichbare Städte aus ihren Stadthallen gemacht?

Auf´ nächste Level anstelle des "Game Over"

hofft Ihr Fritz R. Stänker

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Hundert Jahre Görlitzer Stadthalle - sechseinhalb Jahre Stagnation Hundert Jahre Görlitzer Stadthalle - sechseinhalb Jahre Stagnation Hundert Jahre Görlitzer Stadthalle - sechseinhalb Jahre Stagnation Hundert Jahre Görlitzer Stadthalle - sechseinhalb Jahre Stagnation Hundert Jahre Görlitzer Stadthalle - sechseinhalb Jahre Stagnation
Kommentare Lesermeinungen (3)
Lesermeinungen geben nicht unbedingt die Auffassung der Redaktion, sondern die persönliche Auffassung der Verfasser wieder. Die Redaktion behält sich das Recht zu sinnwahrender Kürzung vor.

Stadthallensanierung

Von Dr. E. Roth am 28.10.2010 - 17:47Uhr
Sanierung der Stadthalle - ein schier unlösbares Problem?

Wenn man ein wenig in der Stadtgeschichte von Görlitz stöbert, kommt mann schnell darauf, dass die Bürger dieser Stadt zusammen mit ihren besonders fähigen Bürgermeistern von 1840 bis 1910 (70 Jahre) mindestens 70 repräsentative Bauwerke regelrecht "aus dem Boden gestampft" haben, darunter solche großen Vorhaben wie den Viadukt, viele Kirchen, mehrere Schulen, Krankenhäuser, Ruhmeshalle, Stadthalle, Bahnhof usw. Nahezu jedes Jahr ein Großbauwerk, meist mit weit weniger als 100.000 Einwohnern!

Und jetzt im 21. Jahrhundert ist die Sanierung eines einzigen dieser Bauwerke ein "Problem"?
Wo leben wir denn eigentlich? Haben wir heute etwa die Produktivität von 1600?

Wissen denn die "Macher" von heute eigentlich vor diesem historischen Hintergrund, was sie den Görlitzern da glaubhaft machen wollen?

Mit Ernst die Stadthalle?

Von Weber am 27.10.2010 - 09:52Uhr
Werter Herr Ernst,

wenn Sie sagen "An die Probleme, die aufstehen (?, d.V.), wenn das Gebäude mal saniert sein sollte, mag ich noch gar nicht denken", zeigt ja in einer bewundernswerter Offenheit ihre Fähigkeit zum zielorientierten Handeln.

Da befinden Sie sich ja in (guter/schlechter?) Gesellschaft mit den Herren Friedrich (BfG) und Herrn Gleisberg (CDU), die es ebenso wie Sie halten. Frei nach dem Motto: "Augen zu und durch! - nachdenken schadet da nur".

Glückwunsch!

Möglicherweise sollten Sie für den Stadtrat kandidieren. Welch eine Bereicherung wäre das ...

Weber

Stadthalle

Von Ernst am 27.10.2010 - 09:17Uhr
Eine Stadthalle, die geschlossen und nicht nutzbar ist, ist keine Stadthalle.

Warum nennt man das Gebäude in zutreffender Weise nicht "ehemalige Stadthalle"?

Damit würde den Bürgern unserer Stadt besser vor Augen geführt, welcher Verlust hier, allen positiven Signalen zum Trotz, immer noch droht.

An die Probleme, die aufstehen, wenn das Gebäude mal saniert sein sollte, mag ich noch gar nicht denken.

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  • Quelle: red | Fotos: BeierMedia.de
  • Zuletzt geändert am 27.10.2010 - 00:59 Uhr
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