Diplomatische Annäherung
Kulturinsel Einsiedel | Schwarzenberg. Ein Prozess der diplomatischen Annäherung läuft zur Zeit zwischen dem auf der Kulturinsel Ensiedel wiederentstehenden Königreich Turisede und der Freien Republik Schwarzenberg, der unbesetzten Zone im Nachkriegsdeutschland, die durch Stephan Heyms Roman "Schwarzenberg" berühmt wurde. In beiden Systemen geht es um alternative Regierungsformen - Kindermacht in Turisede, Basisdemokratie in Schwarzenberg.
Besatzungszonen und unbesetztes Gebiet

Symbole der Attraktivität: Die Krönum-Krone der Zentrallausitz sowie Schloss und Kirche zu Schwarzenberg. Kleines Bild: Freundlicher Grenzbeamter in der FRS.
Das auf der Kulturinsel Einsiedel wiederentdeckte Turisede wird sich erstmals zum 65. Jahrestag der Freien Republik Schwarzenberg präsentieren. Am 19. Juni 2010 wird die Stadt in vier Besatzungszonen aufgeteilt, das Zentrum bildet die unbesetzte Zone.
Wie der turisedische Inselkönig Bergamo versichert, wolle man in Schwarzenberg keinesfalls neben Russen, Amerikanern, Engländern und Franzosen als fünfte Besatzungsmacht in Erscheinung treten. Vielmehr gehe es um den kulturellen Austausch zwischen Zentrallausitz und Erzgebirge.
So präsentiert sich die Kulturinsel Einsiedel in der unbesetzten Zone mit dem Krönum, der wiederaufgebauten historisch-archaischen turisedischen Krönungshalle. "Die Bedeutung dieses Ritualbaus für die Zentrallausitz ist immens", glaubt auch der Schwarzenberger Holzgestalter und Kneiper Jörg Beier, der die historischen Fakten des unbesetzten Gebiets, das als Freie Republik Schwarzenberg (FRS) bekannt wurde, auf eine surreale Ebene gehoben hat. "Turisede und der FRS ist gemein, dass die Herrschenden zu allen Zeiten Angst vor solchen alternativen Gesellschaftsmodellen hatten und deren Erfolg verschwiegen", ist Beier überzeugt.
Bergamo nutzt die Gelegenheit zu einer Einladung: "Liebe Schwarzenberger, Ihr wie alle erlebnis- und überhaupt hungrigen Erdenmenschen seid eingeladen, ab dem 28. Juni die historische turisedische Krönungszeremonie mitzuerleben. Da gibt es Theater zum Essen, verpackt in sieben Gänge, die den Gast in die Welt der Turisede versetzen!" Was der König hier dezent verschweigt, nennt sich Abenteuertoilette - ein unausweichliches Muss beim Krönums-Menü.
Doch zurück aufs diplomatische Parkett. Man darf gespannt sein, wie sich diese innereuropäischen Beziehungen weiter entwickeln. Schon wird über die dauerhafte Einrichtung von Pass- und Meldestellen gemunkelt. Der Görlitzer Anzeiger mit seinen Schwesterausgaben für Bautzen, Weißwasser und Zittau bleibt dran.
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- Quelle: PR/Ost! | Fotos. BeierMedia.de | Erstveröffentlichung am 17.06.2010 - 00:11 Uhr
- Zuletzt geändert am 16.06.2010 - 23:21 Uhr
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