St. Carolus Krankenhaus bekommt Medizinisches Versorgungszentrum

Görlitz, 13. Dezember 2017. Wie die Geschäftsleitung der Malteser Sachsen-Brandenburg gGmbH bekanntgegeben hat, wird das Görlitzer Malteser Krankenhaus St. Carolus im Februar 2018 ein chirurgisches Medizinisches Versorgungszentrum (MVZ) in seinen Räumlichkeiten eröffnen. Damit wird die durch den Ruhestand von Dr. med. Wolfgang Kinscher (Tageskliniken Holtendorf) drohende Versorgungslücke vermieden.

Versorgungslücke wird vermieden

Das betont auch Florian Rupp, Geschäftsführer der Trägergesellschaft des St. Carolus: "Ich freue mich, dass wir mit diesem Schritt eine Versorgungslücke im Bereich der ambulanten chirurgischen Versorgung in Görlitz schließen können, die durch das Ausscheiden von Dr. med. Wolfgang Kinscher aus der langjährigen chirurgischen Praxis entstanden wäre." Rupp dankte Dr. Kinscher für sein Vertrauen und die gute Zusammenarbeit im Vorfeld zu diesem Schritt. Unter der Leitung von Oberärztin Christine Krause werden drei Chirurgen des Malteser Krankenhauses St. Carolus und zwei Medizinische Fachangestellte (MFA) wochentags im MVZ tätig sein. Die drei Ärzte teilen sich einen KV-Sitz (kassenärztliche Zulassung). Nils Walther, Ärztlicher Direktor und Chefarzt der Chirurgie am Malteser Krankenhaus St. Carolus bezeichnete Oberärztin Krause als sehr kompetente Medizinerin mit langjähriger Erfahrung. Für Dr. med. Wolfgang Kinscher war wichtig, dass ein Teil seiner bisherigen Patienten im neuen MVZ weiterbehandelt werden können.

Mit dem neuen MVZ wollen die Malteser ein zusätzliches Angebot zur Sicherstellung der ambulanten medizinischen Versorgung in Görlitz schaffen. Der Kaufmännische Direktor Hans-Ulrich Schmidt nannte es die Aufgabe eines Grund- und Regelversorgers, neben den bestehenden gut etablierten Strukturen am Krankenhaus der Unterversorgung einer Region entgegenzuwirken. Ein großer Vorteil sei die Möglichkeit der Verzahnung der ambulanten Strukturen des MVZ mit den stationären des Krankenhauses, wodurch wichtige Ressourcen, beispielsweise das Röntgen, für die medizinische Betreuung stets bereit gehalten werden können. "Die neue Einrichtung ergänzt mit ihrem Angebot im Bereich der Allgemein- und Gefäßchirurgie das Angebot der niedergelassenen Ärzte und Fachärzte in der Region", so Schmidt, der das neue MVZ nicht als Konkurrenz zu niedergelassenen Ärzten sieht – im Gegenteil: "Wir legen allergrößten Wert auf eine gute und vertrauensvolle Zusammenarbeit, das gilt für das MVZ ebenso wie für das Krankenhaus selbst."

Im Erdgeschoss des St. Carolus werden in den nächsten Monaten nahezu 230 Quadratmeter Fläche zu einer modernen Praxis mit Sprechzimmern und Behandlungsräumen, Anmeldung und Wartezimmer umgebaut. In den hellen, freundlichen Räumen werden die Patienten ärztlich betreut und von den Medizinischen Fachangestellten versorgt. Dabei wird im MVZ mit modernster Software und digitalen Krankenakten gearbeitet.

Die Malteser Sachsen-Brandenburg gGmbH betrieb von 2011 bis 2013 ein MVZ im Görlitzer Stadtzentrum, musste dieses jedoch schließen. "Jetzt ist eine neue Zeit", erklärte Schmidt dazu, "Wir stellen eine profunde Besetzung sicher und verteilen die Lasten auf mehrere Schultern." Nach der Etablierung des chirurgischen MVZ im Malteser Krankenhaus St. Carolus ist ein Ausbau angedacht. Ziel ist es, die hausärztliche Versorgung in der Region zu unterstützen. Dafür werden am St. Carolus zukünftig Ärzte für die Allgemeinmedizin ausgebildet, die den stationären internistischen und chirurgischen Teil ihrer Facharztausbildung am Malteser Krankenhaus absolvieren.

Mit Medizinischen Versorgungszentren haben greifen viele Krankenhäuser eine Neuerung der Gesundheitsreform aus dem Jahr 2003 auf. Ursprünglich waren solche Zentren dafür gedacht, dass beliebig viele Ärzte dort als Angestellte ambulant tätig werden können. Das sollte ein Betrag zur Senkung der Gesundheits- und damit Lohnnebenkosten sein. Im Grunde wurde mit den MVZ das Prinzip der Polikliniken, wie es im ambulanten Bereich in der "DDR" vorherrschte, übernommen. Patiententen gegenüber kann ein MVZ durchaus den Eindruck einer Gemeinschaftspraxis erwecken, doch im Gegensatz zu solcher entsteht der Behandlungsvertrag hier nicht direkt mit dem Arzt, sondern mit dem MVZ.

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  • Quelle: red
  • Zuletzt geändert am 13.12.2017 - 23:05 Uhr
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