Stadtwerke: Görlitzer Blockheizkraftwerke auf modernstem Stand

Stadtwerke: Görlitzer Blockheizkraftwerke auf modernstem StandGörlitz, 16. Januar 2013. Bei der umweltfreundlichen Kraft-Wärme-Kopplung (KWK) ist die Stadtwerke Görlitz AG (SWG) auf dem neuesten Stand der Technik: Nach den Anlagen in den Stadtteilen Rauschwalde und Weinhübel sind nun auch die Motoren im größten SWG-Blockheizkraftwerk (BHKW) in Königshufen erneuert. Das Versorgungsdienstleister hat damit seit 2011 insgesamt 8,1 Millionen Euro in die hochmoderne Erzeugung von elektrischem Strom und Wärme investiert. Mehr als 3,5 Millionen Euro davon wurden für die neuen Motoren im BHKW Königshufen ausgegeben.

Flexible Leistungsanpassung möglich

Flexible Leistungsanpassung möglich

Von links: Volker Prußnat von der MTU Onsite Energy GmbH als Auftragnehmer, der Görlitzer Oberbürgermeister Siegfried Deinege, Ralf Gläser vom Ingenieurbüro GESA und der SWG-Vorstandsvorsitzende Matthias Block bei der Inbetriebnahme.

Seit Jahresbeginn 2013 ist die Anlage in Königshufen wieder voll am Netz und versorgt die SWG-Kunden mit Elektrizität und Wärme.

Weil Rückbau und die immer bessere Wärmedämmung an Gebäuden den Wärmebedarf sinken lassen ist die Anlage so ausgelegt worden, dass sie an den rückläufigen Wärmebedarf angepasst werden kann. Andererseits kann das BHKW - dank hochmoderner Modultechnik - effizienter als zuvor betrieben werden: Die neuen Motoren steigerten den bislang mit 85,5 Prozent recht guten Wirkungsgrad auf jetzt 88 Prozent.

Eingebaut wurden fünf Motoren mit unterschiedlicher Leistung. Damit können die Görlitzer Stadtwerke besonders flexibel auf Verbrauchsschwankungen reagieren. Unter Volllast kommen die Motoren insgesamt auf eine thermische Leistung von 9,5 (bisher 9) Megawatt und auf eine elektrische Leistung von 7,7 (bisher 7) Megawatt. Zusätzlich wird Brennstoff eingespart, wodurch sich der jährliche Kohlendioxid-Ausstoß um 650 t verringert.

Die bisher eingesetzten Motoren waren in den Jahren 2003 und 2004 nach damals 48.000 Betriebsstunden direkt beim Hersteller im österreichischen Jenbach überholt worden. Nach seitdem weiteren 60.000 Stunden waren sie wieder "reif". Ronald Engler, Leiter Fernwärme bei den Stadtwerken, erklärt: "Wir standen vor der Entscheidung, die alten, verschlissenen und wartungsintensiven Motoren ein weiteres Mal überholen zu lassen, ohne einschätzen zu können, wie lange sie noch ihren Dienst tun werden - oder auf die neue Technik zu setzen und bei Fragen der Effizienz und Zuverlässigkeit einen Schritt nach vorn zu machen. Um zu einer soliden Entscheidung zu kommen, wurden Rahmenbedingungen wie die zu erwartende Entwicklung des Wärmebedarfs analysiert. Im Ergebnis wurde in die neuen Motoren investiert, die bei gleicher Wärmeproduktion fünf Prozent mehr Strom erzeugen. Und noch ein Argument für die Kompletterneuerung wurde in die Waagschale geworfen: "Die Peripherie“, so Engler weiter, "wäre bei einer Generalüberholung die alte geblieben." Damit gemeint sind die Schalldämpfer, die Wärmetauscher und die Regeltechnik für die Zufuhr des Brennstoffes. Damit hätte ein relativ hohes Risiko bestanden, dass trotz überholter Motoren hier über kurz oder lang etwas ausfallen würde.

Mit der Kraft-Wärme-Kopplung versorgen die Stadtwerke Görlitz das Städtische Klinikum, Schulen, Sporthallen, Pflegeheime, Verkaufseinrichtungen, die Polizeidirektion und selbstverständlich die Wohnungen im Stadtteil Königshufen mit Wärme. Und das wirtschaftlich, denn die Bundesregierung den Einsatz von Blockheizkraftwerken als nachhaltige unternehmerische Entscheidung und bezuschusst jede umweltfreundlich erzeugte Kilowattstunde Strom für bis zu 30.000 Betriebsstunden. Die werden die neuen Motoren mit Sicherheit laufen.


Kommentar:

Wer die Heizung aufdreht und elektrischen Strom nutzt, macht sich oft wenig Gedanken über das "woher". Deshalb ist es beachtenswert, wie ein Kommunalversorger vor Ort erhebliche Mittel investiert, um umweltfreundlich und förderfähig Wärme und Strom bereitzustellen - eben aus der KWK, bei der die Abwärme der Motoren, die die Generatoren antreiben, zur Stromerzeugung optimal mitgenutzt wird.

Auch das ist ein Teil der Energiewende: Die beschränkt sich nicht auf Solar-Dächer und -Äcker und Nordsee-Windparks samst teurer (fehlender) Überlandleitungen, sondern geschieht ebenso vor Ort, dezentral, umweltfreundlich und effizient durch den effektiven EInsatz moderner Technik.

Energieeffizienz ist auch eine Frage der kurzen Übertragungswege,

meint Ihr Fritz R. Stänker

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  • Quelle: r4ed | Fotos: Stadtwerke Görlitz AG
  • Zuletzt geändert am 16.01.2013 - 19:07 Uhr
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