Projektstart der Zukunftswerkstatt Lausitz

Projektstart der Zukunftswerkstatt LausitzLandkreis Görlitz, 11. Dezember 2017. Zur konstituierenden Sitzung des Lenkungsausschusses der "Zukunftswerkstatt Lausitz" am 1. Dezember 2017 überreichte Staatssekretär Hendrik Fischer, Ministerium für Wirtschaft und Energie des Landes Brandenburg, den Förderbescheid der Investitionsbank des Landes Brandenburg über circa 7 Millionen Euro an den Leadpartner Landkreis Görlitz, vertreten durch die Dezernentin Heike Zettwitz. Ziel des Projektes ist es, "den voranschreitenden Strukturwandel in der Lausitz in positive Bahnen zu lenken", so das Landratsamt Görlitz in einer Mitteilung. Weiter heißt es dort: "Durch die Zukunftswerkstatt Lausitz sollen die strukturellen Rahmenbedingungen und Grundlagen für Investitionen in der Lausitz länderübergreifend gestaltet und nachhaltige Verbesserungen der regionalen Wirtschaftsstrukturen angestoßen werden, um die Wahrnehmung der Lausitz als eine Wirtschafts- und Tourismusregion zu stärken."
Abbildung oben: Die Lausitz ist im Wandel – nicht erst jetzt, wie dieses Foto vom Bärwalder See aus dem Jahr 2007 zeigt.

Lausitz-Kreise und Cottbus arbeiten zusammen

Lausitz-Kreise und Cottbus arbeiten zusammen

Bad Muskau wird Sitz der "Zukunftswerkstatt Lausitz".

"Mit der heutigen Sitzung und der Übergabe des Förderbescheids sind zwei wichtige Meilensteine erreicht", erklärte Staatssekretär Dr. Hartmut Mangold, "Die Landkreise der Lausitz und die Stadt Cottbus sind nun für die gesamte Region sprech- und handlungsfähig. Das ist angesichts der Herausforderungen für die Strukturentwicklung eine wichtige Voraussetzung, um die Zukunft der Lausitz zu gestalten."

"Sachsen und Brandenburg haben jetzt einen starken regionalen Partner, der vor Ort Maßnahmen zur Zukunftssicherung der Lausitz anschieben und umsetzen wird", war Staatssekretär Fischer wichtig, "Die jetzt zur Verfügung gestellten Fördermittel verschaffen uns zusätzliche Handlungsmöglichkeiten, um den Strukturwandel in der Lausitz wirtschaftspolitisch unterstützen zu können. Sie ermöglichen Projekte in den Handlungsfeldern Wettbewerbs- und Innovationsfähigkeit der Unternehmen, Energieeffizienz, Mobilität und digitaler Zugang, Natur, Umweltschutz, Tourismus sowie Perspektiven der Regionalentwicklung."

Zur Umsetzung des Projektes wird die Experimentierklausel des Förderprogramms "Gemeinschaftsaufgabe Verbesserung der regionalen Infrastruktur" des Bundesministeriums für Wirtschaft und Energie in Anspruch genommen. Damit gehen die Kooperationspartner (Landkreise Dahme-Spree, Elbe-Elster, Görlitz, Oberspreewald-Lausitz, Spree-Neiße und die Kreisfreie Stadt Cottbus) neue Wege: Sie werden zukünftig das Projektteam tatkräftig über den Lenkungsausschuss begleiten. Als Vorsitzende wurde Heike Zettwitz, Dezernentin des Landkreises Görlitz, gewählt. Sie wird vertreten durch Christine Herntier, Bürgermeisterin der Stadt Spremberg und Sprecherin der Lausitzrunde sowie von Carsten Billing, Dezernent des Landkreises Spree-Neiße.

Nach Eingang des Förderbescheides kann das Projektteam Anfang 2018 seine Arbeit aufnehmen. Es soll seinen Sitz in Bad Muskau haben und ist damit zentral in der Lausitz angesiedelt. Schwerpunkte der Projekttätigkeit liegen vor allem in den Handlungsfeldern Wettbewerbs- und Innovationsfähigkeit der Unternehmen, Mobilität und digitaler Zugang sowie Perspektiven der Regionalentwicklung. Die Bevölkerung und die Akteure in der Lausitz sind aufgerufen, sich unter anderem an einem umfangreichen Leitbildprozess zu beteiligen.


Kommentar:

Da sind wir aber gespannt, was die "Zukunftswerkstatt Lausitz" bewirken wird. Auf einigen Handlungsfeldern wohl eher gar nichts, falls mit "digitaler Zugang" der Anschluss am das schnelle Internet gemeint ist: Die Telekommunikationskonzerne konzentrieren sich noch für einige Jahre allein auf lukrative Regionen, die Förderprogramme sind zu langatmig und setzen falsche Prioritäten.

Wer angesichts eines im Gange befindlichen rasanten Umbruchs erst einmal einen "umfangreichen Leitbildprozess" unter Beteiligung von Laien anschiebt, könnte wichtige Zeit verspielen. Und wie wäre es, Projekte zur Wettbewerbs- und Innovationsfähigkeit lieber gleich den Unternehmen zu überlassen?

Politisch gesehen ist die "Zukunftswerkstatt Lausitz" zweifelsohne eine notwendige Initiative, aus Sicht der Wirtschaft allerdings ist kein weiteres Rad im Getriebe gefragt. Mit der Wirtschaft ist es wie mit dem Wasser: Sie geht da hin, wo es die wenigsten Barrieren gibt,

meint Ihr Thomas Beier

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  • Quelle: red | Kommentar: Thomas Beier | Fotos: © Görlitzer Anzeiger
  • Zuletzt geändert am 11.12.2017 - 01:06 Uhr
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