Mit der Tram über die Neiße

Görlitz. Die polnische Seite hat unvermindertes Interesse an einer grenzüberschreitenden Straßenbahntrasse zwischen Görlitz und Zgorzelec. Darüber informierte der Görlitzer Oberbürgermeister Joachim Paulick die Stadträte auf der Sitzung am 26. Januar 2012. Demnach hat er erst vor wenigen Tagen im Zgorzelecer Rathaus mit seinem Amtskollegen, dem Zgorzelecer Bürgermeister Rafał Gronicz, über die Möglichkeit einer solchen Straßenbahnlinie gesprochen. Am Tisch saßen auch Mitarbeiter der Stadtverwaltungen sowie der Stadtwerke Görlitz AG und deren Tochterunternehmen Verkehrsgesellschaft Görlitz GmbH.

Starkes Interesse in Polen

Ganz neu ist die Idee für die grenzüberschreitende Straßenbahn wahrlich nicht. Bereits 2002 war von der Arbeitsgruppe des Zweckverbandes Oberlausitz-Niederschlesien eine Machbarkeitsstudie beauftragt worden, welche insbesondere die rechtlichen Rahmenbedingungen, verkehrsplanerische Grundlagen, Betreibermodelle und betriebstechnologische Aspekte sowie zur Finanzierung betrachtet hat. Das Ergebnis ließ vieles offen: Weitere Untersuchungen seien erforderlich.

Die Stadt Görlitz hat sich deshalb auch im Zusammenhang mit dem Neuordnungskonzept Innenstadt Ost / Brückenpark mit dem Straßenbahn-Vorhaben auseinandergesetzt. Auch beinhaltet das im Jahr 2011 erstellte Gesamtverkehrskonzept Szenarien für einen verbundenen Straßenbahnbetrieb auf deutscher und polnischer Seite. Die Unterlagen wurden im Juli letzten Jahres an Zgorzelec übergeben, worauf der Zgorzelecer Bürgermeister November Fragen zum Projekt stellte. Die polnische Verwaltung bekräftigte dabei ihr Interesse an der Idee und möchte die alte Verbindung nach Moys (Ujazd) wiederbeleben. Im Zuge der neuen EFRE-Förderperiode 2014-2020 sieht Zgorzelec gute Chancen auf Fördermittel - vorausgesetzt, die nötigen Aktivitäten werden jetzt eingeleitet.

Nächste Schritte

Die beiden Stadtoberhäupter haben die statische Prüfung der Stadtbrücke durch die polnische Seite sowie die Konstituierung einer gemeinsamen Facharbeitsgruppe vereinbart. Die darin vereinten Fachleuiute sollen in die inhaltliche Arbeit einsteigen und - wenn die Finanzen aufgehen - einen Grundsatzbeschluss herbeiführen.


Kommentar:

Eine Straßenbahnlinie, die Ost und West an der Neiße verbindet, wäre ein überaus wichtiger Schritt hin zu einem kleinen feinen "Ballungsraum Görlitz-Zgorzelec" - ein Bindeglied, das noch stärker zusammenwachsen lässt, was zusammengehört.

Diese - nennen wir sie Euro-Tram - könnte sich zudem als Retterin für das im Laufe der Zeit immer mehr reduzierte Görlitzer Straßenbahnnetz erweisen, dem sonst Gefahr droht, durch gummibereifte Vehikel ersetzt zu werden.

Eine Straßenbahn ist nicht nur umweltfreundlich, sondern vermittelt städtisches Flair.

Und praktisch: Wenn der Meetingpoint Music Messiaen in Moys auf dem früheren Stalag-Gelände seine Konzerthalle baut, dann will einer auf jeden Fall mit der Straßenbahn hinfahren,

Ihr Fritz R. Stänker

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Ergebnis: Soll die Straßenbahn wieder über die Neiße fahren?

ja (52.3%)
 
nein (43.9%)
 
egal (2.4%)
 
weiß nicht (1.4%)
 
Nichtrepräsentative Umfrage
Umfrage seit dem 31.01.2012
Teilnahme: 287 Stimmen
Kommentare Lesermeinungen (14)
Lesermeinungen geben nicht unbedingt die Auffassung der Redaktion, sondern die persönliche Auffassung der Verfasser wieder. Die Redaktion behält sich das Recht zu sinnwahrender Kürzung vor.

Kostenübernahme bei Straßenbahn für Polen?

Von Kobold am 02.11.2013 - 16:42Uhr
Ich lese hier von Hardy, dass die Straßenbahn nur erhalten bleibt, wenn sie demnächst nach Polen fährt.

Meine Meinung ist, dadurch steigen die Kosten gewaltig (...)

Ich denke, wenn die Bahn im deutschen Teil weiterfährt, reicht es auch zur Erhaltung des Streckennetzes. Immer, wenn ich die Straßenbahn fahren sehe, ist sie sehr gut ausgelastet.

Gibt es ein transparentes Gewinn/Verlustprotokoll? Sollte doch möglich sein, mal hinter die Kulissen zu schauen, bevor wieder in sinnloser Weise deutsche Steuergelder für den Ausbau des Straßenbahnnetzes rausgeschmissen werden. (...)

Straßenbahn-Osterweiterung

Von Thomas Lösche am 02.11.2013 - 09:30Uhr
Sollte es jemals zu einer erneuten Osterweiterung der Görlitzer Straßenbahn in Richtung Moys (Ujazd) kommen, bitte informieren Sie mich.

Meine Großmutter Leoni Junkelmann hat seinerzeit als junges Mädchen bei Baubeginn der Strecke nach Moys den ersten symbolischen Spatenstich machen dürfen (natürlich waren ansonsten nur wichtige Herren in schwarz und Zylinder anwesend).

Thomas Lösche

Straßenbahn nach Zgorzelec - ein Muss!

Von Hardy am 10.03.2012 - 03:42Uhr
Ich gehe jetzt mal auf den ursprünglichen Beitrag von „Frank“ vom 19.02.2012 ein:

Zu 1.:
Die Görlitzer Straßenbahn sollte nach Planungen aus den frühen 60‘er Jahren bis zum Jahr 1990 systematisch zurückgebaut und schließlich eingestellt, der ÖPNV auf Busbetrieb umgestellt werden. Aus diesem Grunde wurde bereits die alte Trasse nach Weinhübel bis zum „Haus der Jugend“ verkürzt, die Strecke nach Biesnitz sollte bis zur Büchtemannstraße verkürzt werden, ergo wurde das gesamte Gleisnetz auf Verschleiß gefahren, so auch die Strecke nach Rauschwalde.

Dann aber gab es um das Jahr 1980 ein massives Umdenken zum Erhalt und zum Ausbau der Görlitzer Straßenbahn (Stichwort Ölkrise). Hinzukam der seit 1977 neu gebaute Stadtteil Königshufen mit fast 20.000 Einwohnern. Irgendwann fuhren die Busse aller fünf Minuten in diesen Stadtteil und trotzdem war das Fahrgastaufkommen nicht zu meistern. Deshalb wurde nachträglich die Straßenbahntrasse zum Wiesengrund geplant und eingefügt, außerdem sollte das gesamte Görlitzer Streckennetz modernisiert werden. Merke, einen vorhandenen Straßenbahnbetrieb zu erhalten und zu modernisieren, kostet weit weniger als einen gänzlich neu zu schaffen, weil das Erdöl teuer ist.

Dass es nach dem 8. März 1986 doch zur Stilllegung der Strecke nach Rauschwalde kam, hatte vor allem einen Grund: Aufgrund der Inbetriebnahme der Strecke zum Wiesengrund, reichte die Stromversorgung gar nicht aus, um auch die Bahnen nach Rauschwalde mitzuversorgen. Es mussten also neue Gleichrichterunterwerke errichtet werden, zumal bereits ein Jahr später immer mehr moderne, aber stromfressende KT4D-Wagen eingesetzt wurden. Dieses Problems war man sich aber voll bewusst, nur hatte die Vollendung der Strecke nach Königshufen, der vielen Einwohner wegen, einfach Priorität.

Ein weiteres Problem war, dass die restlos auf Verschleiß gefahrene Trasse nach Rauschwalde die damalige vielbefahrene E40 zu oft kreuzte. Ganz zu schweigen von der veralteten Zweirichtungstechnik. Die Trasse musste also neu gestaltet werden, dazu gab es konkrete Vorstellungen und auch bereits Pläne. So sollte die neue Trasse auch das Neubaugebiet von Rauschwalde durchfahren bis hin zum Diesterwegplatz. Dass es dazu nicht kam, lag einfach nur daran dass die Instandsetzungsarbeiten am vorhandenen Gleisnetz, logischer Weise, Vorrang hatten und dass man ab 1987 zunächst die neue Trasse nach Weinhübel baute.

Nun kannst du auf die Mangelwirtschaft der DDR schimpfen wie du willst, aber bei genauer Betrachtung wurde ab dem Jahr 1980 unentwegt das gesamte Görlitzer Straßenbahnnetz systematisch modernisiert (auch die Trasse nach Biesnitz war mal für über ein dreiviertel Jahr stillgelegt, weil sie neu aufgebaut wurde). Natürlich eine Strecke nach der anderen und nicht an drei Achsen gleichzeitig, das würde auch heute niemand machen. Wäre die politische Wende nicht gekommen, so hätte man nach Fertigstellung der neuen Weinhübler Trasse im Jahr 1991auch die neue Trasse nach Rauschwalde realisiert (etwa bis zum Jahr 2000). Geplant war sie immer.

Es kann also von plattmachen keine Rede sein. Im Gegenteil: Es war ein lohnenswerter Kraftakt, wäre die Strecke zum Wiesengrund nicht entstanden, so schlecht sie Königshufen auch anbindet, gäbe es heute keine Görlitzer Straßenbahn mehr. Seit der Wende (also in 22 Jahren) ist das Gleisnetz übrigens noch um sagenhafte 1000 Meter gewachsen - die Trasse zum Marktkauf.

Eine Straßenbahntrasse nach Rauschwalde (mit seinen etwa 6.000 Einwohnern) würde selbst heute noch einen Sinn machen. Nur leider gibt es eben keine alte Trasse mehr, die man sanieren kann. Man müsste jetzt von Grund auf eine neue anlegen, die dem demographischen Wandel entspräche und das kostet dann doch so viel, dass die Investition und Ausführung ein Jahrzehnt dauern würde. Leider denken und handeln unsere Kommunalpolitiken aber maximal in überschaubaren Zeiträumen von Doppelhaushalten. Auch wurde eine große Chance vergeben, Trassenflächen durch den Stadtumbau Ost zu schaffen, lieber wurden wahllos irgendwelche Wohnblöcke abgerissen.

Zu 2.:
Die Buslinie P wurde nicht eingestellt, sondern sie wird von der polnischen Gesellschaft bis heute betrieben und von der VGG mitfinanziert. Aber es ist war, sie rechnet sich sehr schlecht, da der Einkaufstourismus der Görlitzer nach Zgorzelec nicht mehr so groß ist wie Anfang der 90er Jahre. Die Buslinie P war aber nie eine richtige ÖPNV-Linie, so etwas ist grenzüberschreitend noch gar nicht zulässig. Sie war eher eine Shuttleverbindung zwischen zwei Einkaufsmärkten.

Grundsätzlich ist ÖPNV immer ein Zuschussgeschäft, es wird in absehbarer Zeit keine Bus- und keine Straßenbahnlinie geben, die sich selbst finanziert, in keiner deutschen Stadt. ÖPNV ist vielmehr eine Grundversorgung, also eine Dienstleistung, die eine Stadt ihren Bürgern anbietet, um den innerstädtischen Verkehr zu beruhigen (also die Sicherheit zu verbessern), Stadtzentren und kulturelle Magnete zu beleben, Kaufkraft & Touristen zuzuführen und zu bündeln.

Hinzu kommt, und das sind statistische Fakten, ein Schienenfahrzeug zieht immer mehr Fahrgäste an als eine Busverbindung - Tatsache. Wir haben in Görlitz zurzeit relativ stabile Fahrgastzahlen, bei immer noch sinkender Bevölkerungszahl. Das ist bemerkenswert, zumal in Görlitz etwa 14 Prozent der Bevölkerung den ÖPNV nutzen, in Bautzen sind es keine 8 Prozent.

Ich weiß aus erster Hand, dass es zurzeit ernsthafte Bestrebungen gibt, die Buslinie P so abzuändern, dass sie auch die mangelhaft versorgte Görlitzer Altstadt anbindet. Hier entsteht jetzt also eine wirkliche Buslinie, zumal sich auch die politischen Möglichkeiten einer grenzüberschreitenden ÖPNV-Linie lockern.

Dein Beispiel mit dem ungerechten Tarif für deutsche oder polnische Fahrgäste ist mehr als angestaubt, schon mal die polnischen Löhne mit den deutschen in der Oberlausitz verglichen? Du vergisst hierbei auch eine grundlegende Tatsache: Die Straßenbahn nach Zgorzelec soll von der VGG betrieben werden. Das wollen auch die Polen so. Und genau das ist die Chance für die Görlitzer Straßenbahn: Hier warten über 30.000 Einwohner.

Und es sind gänzlich neue Fahrgäste, die wir gewinnen können. Man kann über eine neue Trasse nach Rauschwalde diskutieren wie man will, sie würde nur eine gut funktionierende Busverbindung ersetzten und letztlich nur eine Fahrgastverschiebung vom Bus zur Bahn erbringen, aber in Zgorzelec warten potentiell neue Fahrgäste. Zumal der Trassenbau ja von polnischer Seite mit abrufbaren EFRE-Fördermitteln finanziert werden soll. Quasi würde die Stadt Görlitz dieser Neubau sehr wenig bei sehr vielversprechendem Fahrgastpotenzial kosten. Die Strecke nach Zgorzelec würde also der Gesamtfinanzierung der Görlitzer Straßenbahn durchaus positiv zugute kommen.

Ich gehe sogar so weit und sage, diese Anfrage der Stadtoberhäupter von Zgorzelec ist letztlich die Chance, die Görlitzer Straßenbahn am Leben zu erhalten. Wenn wir uns jetzt querstellen, abblocken oder auf Zeit spielen, haben wir in zehn Jahren in Görlitz nur noch einen Museums-Straßenbahnbetrieb zwischen Bahnhof und dem Heiligem Grab.

Wer die Straßenbahn benutzen soll ist ja wohl klar, in erster Linie die polnischen Einkäufer und Touristen. Zgorzelec hat seit über 60 Jahren große städtebauliche Probleme, da es keine zentrale Stadtmitte gibt - klar, die Stadtmitte ist nun mal die Innenstadt und Altstadt von Görlitz (gewesen). Wenn du die aktuellen Zeitungsberichte zum Einzelhandel aufmerksam gelesen hättest, wüsstest du, dass fast ein Drittel der Görlitzer Kaufkraft aus Zgorzelec und der weiteren niederschlesischen Region kommt. Darauf können wir nicht verzichten!
Einzig die Streckenführung einer neuen Straßenbahntrasse nach Zgorzelec sollte noch Anlass zur Diskussion geben. Ich sehe sie eher bei den Einkaufzentren im Norden der Oststadt, als in Richtung Moys oder bis zum Stalag. Aber das wissen die Polen sicher besser als wir.

Zu 3.:
Ich will hier keine politischen Debatten vorbringen, aber anstatt dem polnischem Staat vorzuhalten, wie er die deutschen Taxifahrer schröpft, solltest du vielleicht mal lieber nachdenken, wie sehr der deutsche Staat seine eigenen Landsleute erleichtert. Fakt ist, die jahrzehntelangen Vorurteile bringen uns nicht weiter. Wir sollten die Polen endlich so akzeptieren wie sie sind, mit all ihren Eigenheiten, ihrer Kultur und ihrem Stolz, den sie sich bewahrt haben - während wir vor 20 Jahren zu Großmäulern wurden und seit dem die amerikanische Kultur vergöttern.

Wir sind hier nun mal Grenzregion, weder wir noch die Polen haben das entschieden, aber wir müssen uns damit arrangieren. Es muss in unserem Interesse sein, dass sich der Lebensstandard angleicht, nur so können wir gegen Städte wie Bautzen bestehen. Mir persönlich ist es egal, ob in Görlitz/Zgorzelec nun Deutsche, Polen oder sonst wer lebt, Hauptsache es lebt überhaupt noch wer hier! Ich sehe eine Stadt mit 90.000 Einwohnern und die braucht einen funktionierenden ÖPNV und der ist demzufolge auch grenzüberschreitend.

Viel Spaß beim Augen aufmachen,

Hardy

Straßenbahn PL

Von Frank am 09.03.2012 - 00:05Uhr
Hallo @Görzelec,

natürlich fuhr auch die Gorlitzer Straßenbahn, genau wie die Frankfurter, in die Oststadt. Die Görlitzer seit 1897, ich meinte jedoch die Zeit nach 1945, vorher war das ja alles innerdeutscher Bereich und ist in dieser Debatte sowieso außen vor.

Um die bis Moys verlegten Gleise und den Oberleitungsbau haben sich die lieben Nachbarn nach dem Krieg ja ganz schnell "gekümmert".

Sie plädieren also ernsthaft dafür, eine unrentable Straßenbahnlinie für Millonen von Euro bauen zu lassen?

Unsere Stadträte sind meiner Meinung nach bis jetzt schon ein Kasperletheater, aber dass die ein solches Millionengrab noch beschließen sollten, traue ich nicht mal denen zu.

Es ist schon bedauerlich, dass unser Geld in eine Machbarkeitsstudie fließen soll.

MfG Frank

Straßenbahn nach Zgorzelec

Von Dr. P. Sander am 07.03.2012 - 11:20Uhr
Hallo "Görzelec",

Ihre Reaktion vom 03.03. auf den "Verfasser" Frank betreffs der Straßenbahn ist einfach nur zu begrüßen. Endlich eine fundierte Aussage, die sachlich und inhaltlich voll zutreffend ist.

Eine Gegenreaktion des o.g. "Verfassers" ist ja augenscheinlich ausgeblieben. Ihre Erläuterungen lassen sicherlich auch ihm kaum Spielraum für begründete Zweifel aufkommen.

Ich wünschte mir für Görlitz mehr solche engagierten Bürger, wie Sie darstellen.

Ich hoffe, dass Sie bei diesem Thema eine breite Unterstützung erfahren und diesem laufend auftretenden und leider wohl besonders in Görlitz verbreitetem Pessimismus beikommen können.

MfG

Dr. P. Sander

Frank und die Straßenbahn

Von Görzelec am 03.03.2012 - 08:57Uhr
@ Frank:

Zunächst mal, Internetseiten googeln kann ich auch:

http://oderlinie.wordpress.com/

Dass die Straßenbahn bereits fahren würde, habe ich nirgends behauptet. Und dass es, wie Sie schreiben, eine solche Verbindung niemals gegeben habe, ist natürlich Unsinn - bis 1945 fuhr die Frankfurter Tram sehr wohl über die Oder in die damalige Dammvorstadt.

Und zu Ihrer Frage bezüglich der Rentabilität der angestrebten Strecke: Können Sie mir denn eine bestehende Strecke des Görlitzer Tram-Netzes nennen, die rentabel ist? Können Sie mir bitte darüber hinaus irgendeine ÖPNV-Strecke innerhalb des ZVON nennen, die rentabel ist, sich also wirtschaftlich selbst tragen würde? Wenn Sie das zum Maßstab erklären, können Sie hier bis auf die Strecke Görlitz - Bautzen - Dresden alles dicht machen.

ÖPNV gehört zur Daseinsfürsorge. Und in einer nach wie vor alternden Gegend und Stadt wird er das in Zukunft noch viel mehr. Nebenbei bemerkt: denken Sie wirklich, dass sich der Ausbau der B 178 nach Zittau „lohnt“? Sind Sie mal auf der Ostseeautobahn zwischen Prenzlau und Stralsund unterwegs gewesen? Glauben Sie, dass Ding ist irgendwann in den nächsten zwanzig Jahren rentabel? Wäre es nicht überhaupt unter dem Strich billiger, Görlitz insgesamt zuzumachen?

Wir leben hier in der Peripherie, da sind Investitionen in die öffentliche Infrastruktur immer „Verlustgeschäfte“. Genau deswegen muss man sie politisch im Zentrum, von wo das Geld kommt (und an das wir ja im Gegenzug seit zwei Jahrzehnten ca. 80% des Nachwuchses „abgeben“ - Geben und Nehmen) erstreiten und durchsetzen. Die Förderung für die grenzübergreifende Tram in Görlitz ist nur noch kurze Zeit möglich. So billig kommt die Doppelstadt nie wieder an diese wünschenswerte Strecke. Und aus meiner Perspektive gewinnt die Görlitzer Tram so zumindest die Möglichkeit, ca. 30 000 Menschen als Potenzial mehr erreichen zu können. Dieser Versuch ist für sie überlebenswichtig - oder glauben Sie, dass der bekanntlich klamme Landkreis bei den nächsten Verhandlungen zum Görlitzer ÖPNV wieder bereit ist, mehr Geld als in den anderen Städten des Landkreises in diesen zu pumpen?

Was Sie für ein Problem mit dem Fahrpreis in einem internationalen Netz haben, ist mir schleierhaft. Der wird selbstverständlich auf beiden Seiten gleich sein. Der Görlitzer Einzelhandel profitiert seit Jahren von polnischer Kundschaft, auch sein gehobenes Segment. Die zahlt ja schließlich auch die „deutschen“ Preise. Da soll sie sich 1,30 € für die Einzelkarte nicht leisten können? Und warum soll es bitte möglich sein, zwischen Plauen und Cheb/Eger einen deutsch-tschechischen Zug fahren zu lassen und auf Usedom eine deutsch-polnische Bäderbahn - und in Görlitz scheitert es dann an ein paar Kilometern neuem Netz jenseits der Neiße?

Zu den hier mal wieder bemühten Bildern von den notorisch klauenden Nachbarn: Gähn.

Ich kann nur dafür plädieren, es anzugehen. Es wird dieser Sadt gut tun.

GR.DE+ZGR.PL = Träumen Sie weiter

Von Frank am 28.02.2012 - 00:10Uhr
Sehr geehrter Herr Wastl,

vielen Dank, lieber Idealist, für Ihren erheiternden Beitrag.

Wovon Sie träumen, das werden Sie wohl in Ihrem Leben nicht mehr erleben.

Bringen Sie das den drei größten in Deutschland agierenden Telefonkonzernen bezüglich der Vergabe von kostenfreien doppelten Nummern mal bei.

Jahrelang habe ich für Telefonkonzerne gearbeitet, selbst VOIP Anschlüsse verursachen Zusatzkosten sowie Ländergrenzen überschritten werden, wer soll die bezahlen?

Ein ehemaliger Hamburger Telefonkonzern, welcher 2007 AOL Deutschland "geschluckt" hatte, damals in Besitz von Telekom Italia (...die schönste Verbindung), versuchte bereits 2007 einmal die zusätzliche Flatrate zum Grundtarif für Festnetzgespräche in die Türkei in Höhe von 14,99 EUR zu realisieren, nach sehr kurzer Zeit wurde der Tarif als Minusgeschäft eingestellt, ähnlich geht die Kosten-Nutzenrechnung für Zgorzelec "in die Hose".

Schlimmeres gilt für den Mobilfunkbereich. Wer vergisst, beim Einkauf in den polnischen Supermärkten sein Handy (und ebenfalls den AB) abzustellen oder dieses nicht einfach in seiner Görlitzer Wohnung liegen lässt, der wird empfindlich bestraft.

Erstmal bezahlt man für das Roaming. Schlimmer ist es noch, wenn man beim verpassten Anruf in Polen den AB checkt. Dann fallen zusätzliche Gebühren an, da der AB ebenfalls über Roaming berechnet wird. Sauer auf mich sind aber auch die Anrufer, welche nicht wissen, dass ich gerade in Polen bin, die zahlen auch mit.

Da die länderübergreifende Abrechnung einige Monate dauert, bekomme ich dann nach zwei Monaten die Abrechnung meines Mobilfunkanbieters, bis dahin ist man jedoch bereits mehrmals in die Roamingfalle getappt.

Das mit der 2. Rufnummer im Nachbarland hat die BRD in über 60 Jahren noch mit keinem Nachbarn geschafft, wieso sollte das dann mit den Postleitzahlen und einer Postbox klappen?

Die Polen würden sich augenblicklich eine neue Steuer für deutsche Postautos (analog den Taxen) einfallen lassen.

Wenn sich jetzt die Bundespost noch Postleitzahlen für polnisches Territorium einfallen lässt, werden sich die Polen an die Zeit ab dem 1. September 1939 erinnern, da gab es die schonmal (für Görlitz und Schlesien war das ja nicht nötig).

Die Begeisterung für Ihre Idee wird sich da sehr arg in Grenzen halten. Sie werden sich, falls Sie da bekannt sind, nicht mehr in dieser Gegend gefahrlos aufhalten können.

Als "Idealist" gehen Sie dann nicht mehr durch, beachten Sie die polnische Mentalität und Befindlichkeiten.

Die Gedaken zu "GR.DE+ZGR.PL" können Sie sich ja gerne machen, Sie werden sich jedoch an den polnischen Befindlichen die Zähne ausbeissen, wenn es konkret wird.

Ein weites Feld, viel Spaß beim beackern und weiterträumen

wünscht Frank!


PS: @Görzelec

Nachtrag zur Straßenbahn FFO-Slubice:

Vielen Dank für Ihr im "Görlitzer Anzeiger" vermitteltes Halbwissen, ich habe mich schon gewundert, dass darüber kein Fahrplan existiert, hatte aber noch nicht die Zeit zur Recherche.

Aufgrund Ihrer Darstellung habe ich nochmal recherchiert, da wir Ihrer Meinung nach von denen lernen sollten.

In der Tat sollten wir das, denn:

Eine solche Verbindung hat es niemals gegeben.

http://magazin.tram-ff.de/intro.php

Zitat:

"Einen Streckenausbau ins benachbarte Słubice haben die Frankfurter Bürger 2006 in einem Bürgerentscheid abgelehnt."

Dann bin ich doch auch dafür, von den Frankfurtern zu lernen, die hatten schon 2006 die richtige und eine für ihre Stadt kostengünstige Entscheidung getroffen!

Mfg Frank

GR.DE+ZGR.PL = Chance!

Von Wastl am 27.02.2012 - 16:39Uhr
Wenn Görlitz und Zgorzelec es nicht bald schaffen wieder zusammenzuwachsen, dann ist es auf beiden Seiten bald zappenduster.
Die Straßenbahn ist hier mit Sicherheit ein gutes Mittel, das zu bewerkstelligen.

Aber man sollte darüberhinaus noch weitere Infrastrukturmassnahmen schaffen. So wäre es doch mal ein Pilotprojekt, wenn man es hinkriegen würde, dass in der Twin-City das Roaming im Mobilfunk abgeschafft wird oder dass man allen Festnetzanschlüssen zumindest für eingehende Gespräche 2 Rufnummern zuordnet: Eine aus dem deutschen und eine aus dem polnischen Netz.

Auch den Postzustellungsdienst sollte man entsprechend erweitern. Eine Zusatzpostleitzahl im Deutschen System für Zgorzelec und die Briefe werden unbürokratisch an die polnischen Auslieferer weitergeleitet und umgedreht. Eine Stufe einfacher wär zumindest eine deutsche Packstation vor das Postamt in Zgorzelec und einen polnischen Paczkomaten vor die Post in Görlitz zu stellen. Oder auch nur ganz einfach: Parkautomaten, die neben Euros auch Zloty fressen...

Zurück zur Bahn: Wenn das Straßenbahnnetz beide Seiten der Neiße versorgt, dann können die Polen den Schandfleck Bahnhof Zgorzelec Mesto auch abreißen und man kann sowohl die deutschen als auch die polnischen Züge nach Görlitz Hbf fahren lassen, der dann beide Teile der Stadt entsprechend bedient.

Es gibt viel zu tun: Packt es gemeinsam an!

Vier Antworten

Von Frank am 21.02.2012 - 02:21Uhr
Hallo zurück @Görzelec:

1.
Natürlich war die Stillegung damals erst einmal billiger als die Sanierung. Im nachhinein aber bestimmt doch teurer als das Loch, welches erstmal gestopft war.

Aber hier geht es doch um eine komplette Neubaustrecke, welche Millionen von Euronen verschlingt. Wie soll das denn wieder reinkommen und rentabel werden?

Es steigen doch nicht plötzlich zig-tausende Bürger aus Göärlitz und Zgorzelec täglich in die Bahn, welche sich vorher auch ohne diese von A nach B bewegt haben.

Die Frage ist doch hier auch, wer das Risiko trägt und die "Musik" bezahlt. Die Polen können ja sich ja gerne sowas leisten, aber weil selbst die "Machbarkeitsstudie" von Deutschland aus bezahlt werden soll, wäre das Geld besser bei einem Verein für Bedürftige aus GR angelegt.

2.
Wenn Sie für "Sonderpreise für Deutsche zum Erwerb von Fahrausweisen" mit dem Hinweis auf Friseur- oder Spritpreise einverstanden sind, dann sollten aber unsere Discounter ebenfalls Sonderpreise für Schokolade, Spülmittel, Zahnpasta und Waschpulver einstellen, das ist ja totaler Schwachfug, die Polen "kümmern" sich hier genauso (und das palettenweise) bei billigeren Artikeln und das wird gleich mit richtig großen Lieferwagen erledigt, die Einkaufstüte reicht denen schon lange nicht mehr.

Ich fahre ja schließlich auch nicht mit einem 200 Liter Fass nach Polen tanken, um den Sprit anschließend billiger als an den Tankstellen unserer Stadt und trotzdem mit Gewinn für mich an meine Nachbarn zu verscherbeln.

3.
Die bürokratischer Hindernisse haben die Polen selber kürzlich erst "erfunden".
Als Polen noch nicht EU-Mitglied war, sind Taxifahrten mit deutschen Kleinbustaxen nach Hirschberg oder Lauban überhaupt kein Problem gewesen.

Zum Strassenbahnbetrieb Frankfurt/Oder- Slubice habe ich bei
http://www.tram-ffo.de/
unter der Schaltfläche "Netzpläne" im Untermenü: "gültig ab 11.12.2011" keine Linie gesehen, welche nach Slubice führt, wieso soll diese Straßenbahn ein Vorbild für Görlitz sein?

4. @Herrn Jens Jäschke:
Daran habe ich ja noch nicht mal gedacht, es wäre dann natürlich eine günstige Möglichkeit unsere Kellerinhalte und Fahrräder preisgünstig per Bahn zu "entsorgen", das möchte ich jedoch nicht pauschal jedem Straßenbahnnutzer unterstellen.

Und wie Sie sagen, nach welchem Recht werden dann Fahrausweise kontrollliert?

Fast täglich sehe ich im Stadtgebiet Politessen "Knöllchen" für das eingeschränkte Halteverbot verteilen.

Die mehrfach nacheinander stehenden Autos mit Kennzeichen GR und DZG werden wie folgt behandelt:
GR-> Knöllchen, DZG-> kein Knöllchen.

Hier wird der Stadt bewusst Schaden zugefügt, man muss alle abstrafen oder keinen.

Sollte ich mir in Polen eine Strafe für Parken im eingeschränkten Halteverbot einhandeln und diese nicht vor Ort bezahlen können, darf die Polizei dort auf der Stelle mein Auto beschlagnahmen!

Das Geld der deutschen Steuerzahler für diese "Machbarkeitsstudie" wäre besser für ein paar zusätzliche BGS Beamte angelegt.

MfG Frank

Ironie zur Straßenbahn

Von Jens Jäschke am 20.02.2012 - 15:16Uhr
Steht nicht im StGB geschrieben das, wer eine Straftat nicht vereitelt oder Beihilfe zu selbiger leistet, bestraft werden muss?

Es ist natürlich eine Gentlement-Art unserer Stadträte, den (...) Bürgern zu helfen, ihr Diebesgut auf "sichere und bequeme" Art und Weise nach Hause zu transportieren.Erwischt werden können sie auch nicht, wenn das Diebesgut in der Bahn steht und sich niemand zu dieser Ware bekennt...

Ach und eine Duty Free Zone könnte man dann doch auch in einer deutschen Straßenbahn auf polnischen Gebiet in Erwägung ziehen, denn einen Zöllner wird die Straßenbahn doch nicht zu Gesicht bekommen, nachdem immer mehr Bundespolizei und Zivilfahnder von unserer sooo sicheren Grenze abgezogen werden.

Na dann, gute Umsätze, liebe Nachbarn. Einen hab ich noch zum Rosenmontag: "Schwarz Bahn fahrn hilft Sprit sparn." :-)

Drei Fragen

Von Görzelec am 20.02.2012 - 13:11Uhr
1.
Ohne die genaue Antwort zu wissen: ich würde mal vermuten, das lag an womöglich anstehenden Sanierungskosten der Strecke, die auf dem Papier teurer waren als die Stilllegung und der Ersatz mit Bussen. Also haargenau die gleichen Gründe, aus denen der ZVON und die Landesregierung in den letzten fünfzehn Jahren das Schienennetz in der Oberlausitz zum heutigen Rumpfbetrieb zusammengestrichen haben.

Und damit zusammenhängend einmal folgene These: Will die Straßenbahn in Görlitz überhaupt eine Perspektive für die Zukunft haben, dann MUSS sie rüber nach Zgorzelec verlängert werden. 30.000 Menschen, die zum Einkaufen und zum Bummeln vermehrt in die Altstadt streben, könnten so am Görlitzer Nahverkehr teilhaben. Und in der Gegenrichtung gäbe es bald mit der Zgorzelecer Mehrzweckhalle (Basketball auf internationalem Niveau!) einen ebenfalls ohne Auto erreichbaren Ort.

2.
Meiner Meinung nach lag das unter anderem auch daran, dass diese Linie viel zu wenige Haltepunkte hatte und eigentlich nicht mehr war, als ein Shuttle-Service auf die polnische grüne Wiese.

Und zum Preisunterschied: finde ich nicht ungerecht. Beim Einkauf von Schnaps und Kippen, beim Tanken und beim Gang zum Frisör fanden doch viele Görlitzer diesen Preisunterschied über Jahrzehnte hinweg auch nicht problematisch ...

3.
Das mit dem Taxifahrer ist sicherlich ärgerlich. Wieder einmal ein Beispiel dafür, wie wichtig die zunehmende Verzahnung in der EU zwischen den Mitgliedsländern ist. Ein deutsch-polnisches Straßenbahnprojekt könnte da doch ein gutes Beispiel für die Überwindung bürokratischer Hindernisse sein.

Wie schon einmal geschrieben: Die Frankfurter und Slubicer scheinen jedenfalls die Vorteile einer solchen Verbindung zu sehen. Und was an der Oder zu funktionieren scheint, kann doch an der Neiße prinzipiell auch gelingen, oder?

Straßenbahn nach Polen?

Von Frank am 19.02.2012 - 23:07Uhr
Hallo,

wenn ich die utopischen Pläne mit der Straßenbahn nach der Görlitzer Oststadt höre, dann kommen in mir doch sofort drei Fragen auf:

1.
Warum wurde die Straßenbahnlinie nach Görlitz-Rauschwalde bereits vor Jahrzehnten "plattgemacht" wenn so großer Bedarf besteht, mit der Bahn fahren zu wollen? Selbst damals in der DDR war Strom weitaus günstiger als der damals ohnehin schon knappe Diesel, den die nachfolgende Buslinie verbraucht und der früher nur für Kontigentmarken erhältlich war?

2.
Warum wurde die Stadtbus-Linie P nach Polen von der Görlitzer Verkehrsgesellschaft bereits vor vielen Jahren eingestellt, bestimmt nicht weil sie zuviel Umsatz erwirtschaftet hat. Diese Linie wies auch einen besonders ungerechten Tarif auf: Polen bezahlten 1 Zloty, Deutsche eine DM, also je nach Wechselkurs das damals 4-5 fache, für den gleichen Fahrausweis.
Soll das dann auch wieder eingeführt werden? Heut fährt noch ein polnischer Bus (meist nur viertelvoll) auf dieser Linie.

3.
Wenn ein deutscher Taxifahrer auch nur einen Meter in Polen fahren möchte, um seinen Fahrgast dahin zu bringen, muss er ein in Polen zugelassenes und geeichtes Taxameter eingebaut haben und eine Steuernummer in Warschau besitzen sowie dazu vierteljährlich eine Steuererklärung abgeben.
Das gilt selbst dann, wenn er in dem betreffenden Vierteljahr nicht auf polnischem Boden gefahren ist.
So verzichten die Taxifahrer "freiwillig" auf solche Touren, während sich die polnischen Taxen ohne diese Vorschriften in Görlitz tummeln. Wie soll das Problem dann erst mit einer Straßenbahn gelöst werden?

Viel Spaß beim Nachdenken,

wünscht Frank

Straßenbahn nach Zgorzelec - olé!

Von Görzelec am 29.01.2012 - 16:35Uhr
"Die Polen" und "der deutsche Bürger"? Soll das heißen, Sie gehen davon aus, dass von Zgorzelecer Seite mehrere zusteigen, von Görlitzer Seite aber immer nur ein einzelner? Ganz so düster ist der Unterschied in der Altersverteilung auf beiden Seiten des Flusses ja nun auch wieder nicht. Obwohl - in Görlitz ist man da ja auf einem guten Weg. Wenn Jugendliche in der Stadt unterdessen schon das Gefühl haben, sich unangemeldet in Stadtratssitzungen als Gruppe zeigen zu müssen ...

Ich freue mich derweil einfach darauf, dass über dieses Projekt wieder ernsthaft nachgedacht wird. Es kann für die Zukunft eines deutsch-polnischen Görzelec nur von Vorteil sein. Von der Zukunft der für den ZVON bekanntlich als Verlustgeschäft laufenden Görlitzer Straßenbahn ganz zu schweigen.

Und wieso sollen die Frankfurter zukünftig das einzige deutsch-polnische Straßenbahnnetz haben? In Zgorzelec leben 30.000 Menschen. Zeit, die alle endlich in den Görlitzer Nahverkehr zu integrieren. Und das mit dem Geld wird sich finden. Ist ja nicht so, dass in Zgorzelec die allgemeine Arbeitslosigkeit höher wäre als in Görlitz...

Deutsch-polnische Straßenbahn?

Von Jens Jäschke am 29.01.2012 - 12:49Uhr
Wie sieht der Kosten/Nutzen Effekt dabei aus?

Zahlen die Polen dann weniger und der deutsche Bürger mehr?

Wie soll das funktionieren? Gibt es da schon eine Kostenberechnung?

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  • Quelle: red
  • Zuletzt geändert am 28.01.2012 - 09:38 Uhr
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