Seit 150 Jahren mit der Bahn von Görlitz nach Berlin: Eine Entdeckungstour rund um den Görlitzer Bahnhof

Seit 150 Jahren mit der Bahn von Görlitz nach Berlin: Eine Entdeckungstour rund um den Görlitzer BahnhofGörlitz, 12. Dezember 2017. Die Bahnstrecke von Görlitz nach Berlin hat eine lange Geschichte: Schon 1866 wurde das erste Teilstück von Berlin bis nach Cottbus eröffnet, am 31. Dezember 1867 folgte dann die Verlängerung der Strecke bis nach Görlitz. Noch heute – 150 Jahre später – zeugt in der Hauptstadt der Görlitzer Bahnhof mit dem angrenzenden Park vom ehemaligen Startpunkt der Strecke. Der Bahnhof liegt mitten im multikulturell geprägten Berliner Stadtteil Kreuzberg. Der Görlitzer Anzeiger stattet dem Kiez rund um den Görlitzer Bahnhof einen Besuch ab.
Abbildung oben: © Flickr "U-Bahnhof Görlitzer Bahnhof - Linie U1", Foto: Ingolf, Lizenz: CC BY-SA 2.0 Bestimmte Rechte vorbehalten.

Görlitzer Bahnhof in Berlin: Heute nur noch ein U-Bahnhof

Görlitzer Bahnhof in Berlin: Heute nur noch ein U-Bahnhof

Der andere Görlitzer Bahnhof steht selbstverständlich in Görlitz. Auch er ist mit seinem Bahnhofsgebäude nicht mehr das Original aus der Zeit der Streckeneröffnung.

Thema: Woanders

Woanders

"Woanders" - das ist das Stichwort, wenn der Görlitzer Anzeiger auf Reisen geht und von Erlebnissen und Begegnungen "im Lande anderswo" berichtet. Vorbildliches, Beispielhaftes und Beeindruckendes erhält so auch im Regional Magazin seine Bühne.

Wer vor 150 Jahren über die vom "Eisenbahnkönig" Bethel Henry Strousberg erbaute Bahnstrecke in die Hauptstadt fuhr, kam an einem imposanten Kopfbahnhof mit zwei großen Türmen an und stand bald auf dem lebhaften Spreewaldplatz. Heute hingegen trägt nur noch ein kleiner Hochbahnhof an der Skalitzer Straße den Namen "Görlitzer Bahnhof". Fernzüge halten dort schon lange nicht mehr. Dementsprechend kommt man mit dem Zug aus Görlitz auch nicht mehr direkt am gleichnamigen Bahnhof in Berlin an. Stattdessen stoppt im Fünfminutentakt die U1, die zwischen der Uhlandstraße – einer Seitenstraße des berühmten Kurfürstendamms – und der Warschauer Straße – einer der lebhaftesten Partyanlaufstellen der Stadt – sowohl touristisch attraktive Ziele wie auch lebhafte Partymeilen ansteuert.

Dementsprechend vielfältig sind die Fahrgäste: Touristen, Hipster, mit Einkaufstüten beladene Anwohner und Partygänger drängen sich gleichermaßen über den schmalen Bahnsteig des Görlitzer Bahnhofs und verteilen sich anschließend in alle Himmelsrichtungen. Einige zieht es in den angrenzenden Görlitzer Park, der sich seit den 1990er Jahren auf dem ehemaligen Bahnhofsgelände befindet. Einige Überreste zeugen jedoch noch immer von der Bahnhofsvergangenheit, etwa die Fundamente eines alten Fußgängertunnels.

Clubs, Cafés und Bars soweit das Auge reicht

Ein Blick auf gängige Hotel- und Urlaubsportale zeigt: Touristisch sind vor allem Berlin Mitte sowie die Bezirke Charlottenburg-Wilmersdorf und Prenzlauer Berg bestens erschlossen. Einige nahegelegene Hotels gibt es dennoch – und ein Abstecher ins quirlige Kreuzberg lohnt sich ohnehin. Vor allem für Bar-, Café- und Clubbesuche ist der Bezirk inzwischen die erste Anlaufstelle. An wohl kaum einem anderen Ort in Deutschland findet man ein vielfältigeres Programm fürs Nachtleben als im Multikultibezirk rund um den Görlitzer Bahnhof sowie den angrenzenden U-Bahnstationen "Kottbusser Tor" und "Schlesisches Tor".

Doch es gibt auch Schattenseiten: Der Görlitzer Park gilt als einer der größten Drogenumschlagplätze der Stadt und gerät dadurch regelmäßig in die Schlagzeilen. Zuletzt konnte die Polizei jedoch einen Rückgang der Straftaten verzeichnen: So ist die Zahl der Gewaltdelikte laut dem Tagespiegel immerhin von 321 im Jahr 2016 auf "nur" 251 zurückgegangen. Ob sich an den grundsätzlichen Problemen des Parks wirklich etwas geändert hat, bleibt aber abzuwarten.

Steigende Mieten im Trendbezirk

Trotz aller Kriminalitätsprobleme: Rund um den Görlitzer Park steigen die Mieten in Kreuzberg kräftig. Schon seit Jahren geht bei Anwohnern die Angst um, durch Mieterhöhungen aus den Wohnungen im Szene-Kiez verdrängt zu werden. Wie die Berliner Zeitung berichtet, lag die durchschnittliche Kaltmiete im vergangenen Jahr bereits bei 11,50 Euro pro Quadratmeter. Mieter mit Altverträgen zahlen oftmals noch weniger als die Hälfte. Ein Umzug würde damit für viele Mieter mit geringen Haushaltseinkommen einen Wegzug in einen anderen Bezirk bedeuten.

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  • Quelle: red | Foto Görlitzer Bahnhof in Berlin: © Flickr "U-Bahnhof Görlitzer Bahnhof - Linie U1", Foto: Ingolf, Lizenz: CC BY-SA 2.0 Bestimmte Rechte vorbehalten; Foto Görlitzer Bahnhof in Görlitz: © Görlitzer Anzeiger
  • Zuletzt geändert am 12.12.2017 - 10:41 Uhr
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