Dampfen statt Rauchen - die E-Zigarette als Glimmstängel der Zukunft

Landkreis Görlitz, 19. Februar 2014. Montagfrüh in einer Arztpraxis im Landkreis Görlitz: Ein Frau in den Vierzigern bricht zusammen, Diagnose Herzinfarkt. Nach einem Flug mit dem Rettungshubschrauber retten die Ärzte im Herzzentrum Dresden ihr Leben. Sie Frau ist seit ihrer Jugend starke Raucherin. In der Tat gilt der berühmt-berüchtigte Glimmstängel als eines der ungesündesten Suchtmittel unserer Zeit. Gesundheitsschädlich ist er in vielerlei Hinsicht, denn sein negatives Wirkspektrum reicht weit über Atemwegserkrankungen hinaus. Neben einem gesteigerten Krebsrisiko steht hierbei vor allem die nachhaltige Störung der Herzfunktionen im Fokus.

Anzeige

Akute Hypertoniegefahr - was Rauchern stets im Blute liegt

Nikotin zählt neben falscher Ernährung, Bewegungsmangel und Alkohol zu den Hauptursachen für einen hohen Blutdruck, der in der Medizin auch als Hypertonie bezeichnet wird. Die Wirkungsweise der Inhaltsstoffe von Tabak ist dabei sehr vielschichtig. So sorgt Zigarettenrauch beispielsweise für ein Steuerungsungleichgewicht im Sympathikus - ein Kontrollmechanismus, der nicht nur für die Regulierung des Stoffwechsels und der Atmung, sondern ebenso für einen stabilen Blutdruck verantwortlich ist.

Des Weiteren hat Nikotin enormen Einfluss auf die Sauerstoffversorgung im Körper. Da sich das mit dem Zigarettenrauch inhalierte Kohlenmonoxid unverzüglich im Blut anreichert, kann dieses nur noch bedingte Mengen an Sauerstoff in die verschiedenen Körperregionen transportieren. Auf lange Sicht führt dies zu einer dauerhaften Schädigung sowie Funktionsstörungen innerhalb der Organe.

Der gefährlichste Effekt dauerhaften Tabakkonsums ist jedoch die dadurch verursachte Verengung bzw. Verkalkung der Blutgefäße. Je höher nämlich der Widerstand innerhalb der Gefäßwände, desto stärker muss das menschliche Herz sich anstrengen, um für eine reibungslose Durchblutung zu sorgen. Ein Anstieg der Druckverhältnisse in Venen und Arterien sind die Folgen und Blutdruckschwankungen bis hin zum Schlaganfall oder Herzinfarkt keine Seltenheit.

Ersatztherapien ohne Erfolg

Um betroffene Raucher zu entwöhnen und ihre Gesundheit zu retten, gibt es heutzutage viele Ansätze. Die einen schwören auf spezielle Kaugummis, die dem Körper zwar weiterhin kleine Dosen des Suchtstoffes zuführen, jedoch weder die schädlichen Zusatzstoffe einer Zigarette noch das für den Sauerstofftransport gefährliche Kohlenmonoxid enthalten. Andere greifen auf Nikotinpflaster zurück, welche in ihrer Wirkung den Nikotinkaugummis sehr ähnlich sind, aber keinen unangenehmen Geschmack im Mund hinterlassen. Angepriesen werden in den Medien beide Entwöhnungshilfsmittel immer wieder. Glaubt man allerdings einer Langzeitstudie der Harvard Universität, so sind Nikotinersatztherapien nahezu wirkungslos. Nur knapp 30 Prozent aller Probanden schafften es tatsächlich, dauerhaft mit dem Rauchen aufzuhören, wobei der Erfolg völlig unabhängig davon war, ob die Testpersonen nikotinhaltige Ersatzpräparate einnahmen oder nicht.

E-Zigarette statt Kaugummi und Pflaster

Ein möglicher Grund für die missglückten Entwöhnungsversuche könnte die Tatsache sein, dass bei Rauchern nicht nur die Nikotinaufnahme eine große Rolle spielt. Zwar reagieren entsprechende Gehirnrezeptoren beim Ausbleiben der täglichen Tabakration mit klassischen Entzugserscheinungen, die das Aufhören zusätzlich erschweren, doch auch die Gewohnheit des Ziehens am Glimmstängel selbst lässt sich von Betroffenen nicht so einfach aufgeben. Oftmals ist es sogar ausschließlich die Rauchtätigkeit, welche von Zigarettensüchtigen schmählich vermisst wird, sodass Nikotinersatzpräparate keine wirkliche Unterstützung bilden.

Andere Wege geht hier das Konzept der E-Zigarette. Anstatt die Rauchgewohnheit an sich zu bekämpfen, konzentriert man sich hier auf die Reduzierung der gesundheitsschädlichen Inhaltsstoffe des Tabaks. Diese werden bei elektronischen Zigaretten durch sogenannte Liquids, ein flüssiges Gemisch aus Wasser, Glycerin, Lebensmittelaromen und das in der EU als Lebensmittelzusatzstoff zugelasse Propylenglykol ersetzt. Durch das Ziehen am Mundstück der E-Zigarette werden die Liquide durch einen Gerät internen Verdampfungsmotor erhitzt und gehen somit in den gasförmigen Zustand über. Es wird folglich kein schädlicher Tabakrauch, sondern vielmehr ein Dampfgemisch inhaliert, das im Gegensatz zu richtigen Zigaretten weder Blausäure, noch Arsen oder andere krebserregende Stoffe enthält. Auch das für die Durchblutung gefährliche Kohlenmonoxid und Hypertonie erregende Effekte bleiben aus.

Über sieben Millionen Ex-Raucher schwören bereits auf die entwöhnenden Eigenschaften des Dampfens, was nicht zuletzt der engagierten Werbung von Onlineshops wie InTaste zu verdanken ist. Sie bieten Interessierten sowohl Hilfestellungen als auch die nötigen Utensilien zur Rauchalternative. Das kleine Wunderwerk der Technik dürfte also trotz hitziger Diskussionen zum Thema Legalität und Handelslizenzen zum Glimmstängel der Zukunft werden.

Kommentare Lesermeinungen (0)
Lesermeinungen geben nicht unbedingt die Auffassung der Redaktion, sondern die persönliche Auffassung der Verfasser wieder. Die Redaktion behält sich das Recht zu sinnwahrender Kürzung vor.

Schreiben Sie Ihre Meinung!

Name:
Email:
Betreff:
Kommentar:
 
Informieren Sie mich über andere Lesermeinungen per E-Mail
 
 
 
Weitere Artikel aus dem Ressort Weitere Artikel
  • Quelle: red | Foto: © www.goerlitzer-anzeiger.de
  • Erstellt am 19.02.2014 - 15:18Uhr | Zuletzt geändert am 20.02.2014 - 08:47Uhr
  • drucken Seite drucken
Anzeige