Mitreden beim Postplatz
Görlitz-Zgorzelec. Zur öffentlichen Vorstellung und anschließenden Diskussion der denkmalpflegerischen Konzeptionen für den Görlitzer Postplatz lädt Oberbürgermeister Joachim Paulick die interessierte Bürger für Donnerstag, den 17. März 2011, um 17 Uhr in den Großen Saal des Görlitzer Rathauses, Untermarkt 6-8, ein. Bereits ab 16 Uhr kann eine kleine Ausstellung zu den geplanten Vorhaben ebenfalls im Großen Sitzungssaal besucht werden.
Vorstellung und Diskussion der denkmalpflegerischen Konzeptionen

Das Gebäude, das dem Postplatz seinen Namen gab.
Fotos: BeierMedia.de
Der Postplatz ist ein außerordentlich bedeutendes Zeugnis der Görlitzer Stadtgeschichte. Im Zuge der Stadtgründung und -befestigung als freie Fläche vor der Frauenkirche und dem Spitaltor etabliert, zwischenzeitlich als Viehmarkt genutzt und schließlich als begrünter Stadtplatz gestaltet ist er bis heute als öffentlicher Freiraum erhalten geblieben.
Der Postplatz im Wandel
Als einfacher, von Bäumen gesäumter Stadtplatz angelegt, wurde er im Zuge der Errichtung des Kunstbrunnens zu einem aufwendig gestalteten Schmuckplatz umgestaltet. Mit der Kleinteiligkeit und Kunstfertigkeit seiner Ausstattung, Flächenbefestigung und Bepflanzung unterstrich die Gestaltung des späten 19. Jahrhunderts den Anspruch, einen repräsentativen „Salon“ der Stadt Görlitz zu etablieren. Festons und geschnittene Vegetation, Kandelaber und Absperrgitter, insbesondere auch der ornamentale Mosaikbelag der diagonal den Platz querenden Wege waren die Träger dieser Botschaft.
Mit der Umgestaltung des Jahres 1938, deren Strukturen weitestgehend bis heute bestehen, wurde die vermittelnde Funktion der Freiraumgestaltung teilweise aufgegeben. Der Brunnen liegt seitdem unzugänglich inmitten einer Rasenfläche.
Wenngleich dieser seit 1938 existierende Zustand seinerseits als zu schützender Wert angesehen werden kann und die Bestandssanierung eine denkmalpflegerische Möglichkeit bleibt, ist die Präsenz der Elemente Architektur und Brunnen in ihrer Einheit so überragend, dass eine Wiederherstellung des vermittelnden Aspektes der Platzgestaltung aus denkmalpflegerischer Sicht als vertretbar erscheinen sollte.
Rekonstruktion oder Neugestaltung?
In einer durch das Landschaftsarchitekturbüro „Büro für Freiraumkonzepte“ aus Bad Lausick erarbeiteten gartendenkmalpflegerischen Untersuchung wird dieser Variante der Vorzug gegeben, wobei die vorgeschlagene Konzeption nicht als Rekonstruktion, sondern als Neugestaltung zu bezeichnen ist.
Eine weitere denkmalpflegerische Konzeption der Dresdner Planungsgesellschaft Heidelmann und Klingebiel beschäftigt sich mit der Brunnensanierung selbst. Dabei werden Fragen des tatsächlichen Erhaltungszustandes des Toberentzbrunnens (umgangssprachlich Muschelminna) als gestalterischer Mittelpunkt der Platzanlage und Verfahren der Sicherung und Wiederherstellung aller Brunnenbestandteile erörtert.
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- Zuletzt geändert am 14.03.2011 - 00:06 Uhr
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