300 Mal marschiert - 300 Mal ist nichts passiert

 

Görlitz-Zgorzelec. Am Montag, dem 11. Oktober 2010, fand die 300. sogenannte "Görlitzer Montagsdemo - Die Originale!" unter dem Motto: "300 Mal und weiter geht’s!" statt. Nach Angaben der Veranstalter hatten sich an der Arbeitsagentur etwa 50 Teilnehmer eingefunden, während auf dem Marienplatz fast hundert Besucher zugegen gewesen sein sollen.

 

Sozialeres Deutschland soll erreicht werden

 

In einer Mitteilung der Veranstalter wird berichtet: "Wir liefen die große Runde, mit Polizei, auf der Straße, was wieder mal ein Erlebnis war. So sollte es jeden Montag sein, in vielen Städten..."

Zudem hätten "Die Linken!" zur Kundgebung auf dem Marienplatz den "feierlichen Rahmen" gestaltet, mit Technik, Bratwurst und Glühwein.

Anwesend waren auch drei Mitstreiter aus dem Ruhrgebiet und das "Sozialbündnis des Landkreises Görlitz". Dieses Vereinigung besteht aus Teilnehmern aus Zittau vom "Zittauer Arbeitskreis für soziale gerechtigkeit" (ZAK) und von der Bürgerinitiative "Gegen Hartz IV und Sozialabbau" aus Niesky/Weißwasser sowie Vertretern der "Görlitzer Montagsdemo - Die Originale!".

Ziel der Bewegung ist ein sozialeres Deutschland.


Kommentar

Dass sich Unzufriedenheit Bahn bricht, ist nicht verwunderlich. Wer als staatstragende Partei Hoffnungen weckt und diese dann enttäuscht, braucht sich nicht zu wundern. Verwunderlich ist eher das Stillhalten der breiten Masse der zu Hartz-IV-Empfängern degradierten ehemaligen Arbeitnehmer.

"Die Idee wird zur materiellen Gewalt, wenn sie die Massen ergreift!", dozierte Lenin. Sicher sehen die Linken in den Montagsdemonstranten die Keimzelle eines massenhaften Potentials und pflegen diese deshalb mit Bratwurst und Glühwein. "Zuerst kommt das Fressen!", wusste schließlich schon der große Brecht. Man kann ja nie wissen...

Die andere Sicht: 300 Mal durch die Stadt gelaufen und nullkommanichts erreicht. Vielleicht lebt es sich mit Hartz IV - als Vorboten eines bedingungslosen Grundeinkommens - gar nicht so schlecht, und die große Montagsdemonstrationsinitiative ergreift genau deshalb die Massen nicht?

Das Industriezeitalter jedenfalls ist vorbei und Vater Staat ist gut beraten, wenn er nach neuen Lebens- und Einkommensperspektiven für seine ins Abseits gestellten Bürger sucht,

meint Ihr Fritz R. Stänker

 

Ergebnis: Hartz IV ist

selber schuld (2%)
 
Hoffnungslosigkeit (3.5%)
 
Staatsversagen (15.3%)
 
Notlage (5.9%)
 
Faulheit (0.5%)
 
Absicherung (4%)
 
Lebensprinzip (55%)
 
Anpassung (11.4%)
 
Wirtschaftsversagen (2.5%)
 
anderes (0%)
 
Nichtrepräsentative Umfrage
Umfrage seit dem 13.10.2010
Teilnahme: 202 Stimmen
Kommentare
Lesermeinungen (1)
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Hartzer Käse

Von Angelika Wessely am 16.10.2010 - 19:42Uhr
Ein wunderschönes modernes Märchen des Abendlandes. Ich wollt schon immer eine Prinzessin sein.

Ein Tipp von mir: www.nachdenkseiten.de !

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  • Quelle: red | Fritz Rudolph Stänker
  • Zuletzt geändert am 13.10.2010 - 21:52 Uhr
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