Historiker Timothy Garton Ash erhält Görlitzer Brückepreis 2016

Historiker Timothy Garton Ash erhält Görlitzer Brückepreis 2016Görlitz, 26. Februar 2016. Eine hochinteressante Wahl hat die Gesellschaft zur Verleihung des Internationalen Brückepreises der Europastadt Görlitz/Zgorzelec getroffen: Der britische Historiker, Publizist und Buchautor Timothy Garton Ash ist der Brückepreisträger des Jahres 2016.
Abbildung: Timothy Garton Ash, Foto: © Susan Taylor Photography

Gegenwartsrelevante Beobachtungen gesellschaftlicher Entwicklungen

Der Präsident der Brückepreis-Gesellschaft, Prof. Dr. Willi Xylander, sagte, Timothy Garton Ash habe sich in den vergangenen dreißig Jahren als Wissenschaftler und Publizist wie kaum ein anderer mit der Beschreibung autoritärer und totalitärer Strukturen, ihren Auswirkungen und ihrer Überwindung beschäftigt. In Essays, Kolumnen, wissenschaftlichen Publikationen sowie viel beachteten Büchern habe er authentisch und abwägend die politischen Systeme beschrieben und beurteilt. Garton Ash sei eine der wichtigsten Stimmen im intellektuellen Europa. Er plädiere aber auch für eine Neuausrichtung Europas, orientiert an den idealistischen Zielen der Generation der 1989er.

Garton Ash hat Lehrverpflichtungen an bedeutenden britischen Universitäten, ist unter anderem in Deutschland, Polen und Tschechien hoch dekoriert worden und beispielsweise Mitglied der Berlin-Brandenburgischen Akademie der Wissenschaften und Kuratoriumsmitglied der Initiative "A Soul for Europe", die eine kooperative Zusammenarbeit von Zivilgesellschaft und Politik fördert.

Verleihung:
Freitag, 28. Oktober 2016, 18 Uhr,
Gerhart-Hauptmann-Theater der Stadt Görlitz.
Festakt zur Verleihung des Internationalen Brückepreis, Laudator ist Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble.

Kommentar:

Eine gute Wahl der Brückepreisgesellschaft: Der Wissenschaftler und Schriftsteller Garton Ash ist mit seinen Forschungen und Beobachtungen über das Verhalten von Menschen in Diktaturen unmittelbar gegenwartsrelevant. Sein Fokus auf die Nazi- und die SED-Diktatur und den Ostblock-Sozialismus liefert einen der Schlüssel zur Betrachtung unserer heutigen Gesellschaft.

Vor allem britischen Historikern wie Garton Ash oder auch Ian Kershaw sind wichtige Beiträge zu verdanken, die den Deutschen den Zugang zur Analyse ihres gesellschaftliches Versagen bei der nationalsozialistischen Machtergreifung und unter den Folgeentwicklungen, bei der Weiterführung des längst verlorenen Kriegs, aber auch unter der SED-Diktatur ermöglichen.

Da kann man was lernen,

meint Ihr Thomas Beier

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  • Quelle: red | Foto: © Susan Taylor Photography
  • Zuletzt geändert am 26.02.2016 - 08:26 Uhr
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