SWG investiert in Blockheizkraftwerke Weinhübel und Rauschwalde

SWG investiert in Blockheizkraftwerke Weinhübel und Rauschwalde Görlitz. Nach 100.000 Stunden unter Volllast kam das "Aus" - zweieinhalb Millionen Euro investieren die Stadtwerke Görlitz AG (SWG) zum Ende des Jahres 2011 in moderne und umweltfreundliche Kraft-Wärme-Kopplungsanlagen.

An den Bedarf angepasst

An den Bedarf angepasst

Matthias Block (li.), Vorstandsvorsitzender der Stadtwerke Göritz AG, und der Görlitzer Oberbürgermeister Joachim Paulick starten die neue Anlage.

Die Blockheizkraftwerke in Weinhübel und Rauschwalde wurden in den vergangenen Wochen mit neuen Motoren ausgestattet. „Die Entscheidung, hier zu investieren, haben wir bereits im Sommer 2010 getroffen“, informiert Ronald Engler, der Chef des Fernwärmebereiches bei den Stadtwerken in Görlitz.

Es handelt sich insgesamt um fünf Motoren. „Bei jedem einzelnen“, erläutert Engler, „mussten wir uns entscheiden, ob wir erneut eine umfassende Reparatur beauftragen oder komplett neue Motoren einbauen lassen.“ Mit je 100 000 Betriebsstunden unter Volllast hatten die alten Motoren in den Blockheizkraftwerken (BHKW) seit 1993 ihre Leistung erbracht. Engler vergleicht das mit der Laufzeit eines herkömmlichen Pkw-Motors: Wenn man ein Auto bei durchschnittlich 100 Stundenkilometern zehn Millionen Kilometer fahren würde, entspräche das der Laufleistung eines BHKW-Motors.

Vor diesem Hintergrund fiel die Entscheidung für diese Millionen-Investition nicht schwer. „Die Motoren“, weiß Engler, „waren verschlissen. Sie entsprachen nicht mehr dem Stand der Technik. Ihr Wirkungsgrad genügte nicht mehr den Anforderungen. Durch das Alter waren die Motoren zwangsläufig störanfälliger, daraus resultierte ein erhöhter Wartungsaufwand.“ Engler nennt noch einen weiteren Grund, hier zu investieren: Die Förderung von Kraft-Wärme-Kopplungsanlagen durch den Gesetzgeber. „Die gibt es nur, wenn die Anlagen gewisse Voraussetzungen erfüllen, unter anderem den Nachweis der Hocheffizienz.“

Bei den Arbeiten in Weinhübel und Rauschwalde wurde die Technik gleichzeitig auf den rückläufigen Wärmebedarf angepasst. Engler erklärt das: „Die neuen Motoren haben zwar im Vergleich zur alten Technik eine identische elektrische Leistung, dafür aber eine geringer thermische.“ Eine nachhaltige Maßnahme, die aus der rückläufigen Bevölkerungszahl resultiere.

Erst vor zehn Tagen haben die SWG am Heizhaus Goethestraße ein komplett neues Blockheizkraftwerk in Betrieb genommen. Jetzt wurde mit einem deutlich höheren finanziellen Aufwand die Technik in Weinhübel und Rauschwalde erneuert. Da die Motoren allerdings neun Wochen später als vereinbart geliefert werden konnten, stand nicht fest, ob die SWG dieses Fernwärme-Großprojekt noch in diesem Jahr abschließen könnten. Umso glücklicher ist Ronald Engler, dass es gelungen ist.

Im Versorgungsgebiet Weinhübel ist die Fernwärmetrasse mehr als acht Kilometer lang, in Rauschwalde sind es knapp drei. Unter anderem werden hier Schulen, Kindereinrichtungen, Sportstätten der Stadt, Arztpraxen, Feuerwehr, der Arbeiter-Samariter-Bund, Kunden der großen Görlitzer Vermieter verlässlich mit Wärme versorgt.

„Im nächsten Jahr“, schließt Ronald Engler, „ist noch unser größtes Blockheizkraftwerk in Königshufen an der Reihe.“ Damit seien dann alle Anlagen der SWG, mit denen umweltfreundlich Wärme und Strom erzeugt werden kann, dem Stand der Technik angepasst.

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  • Quelle: red | Fotos: SWG
  • Zuletzt geändert am 19.12.2011 - 22:26 Uhr
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