Kiefernprozessionsspinner

 

Bautzen / Budyšin. In den nördlichen Teilen des Landkreises Bautzen wurden in den letzten Tagen verstärkt Raupen des Kiefernprozessionsspinners registriert. Insbesondere die Gebiete um Hoyerswerda und Knappenrode sind nach gegenwärtigem Kenntnisstand davon betroffen.

 

Gefährlicher Hautkontakt

 

Die Raupen des Kiefernprozessionsspinners stellen durch ihre Brennhaare eine Gesundheitsgefahr dar. In den Brennhaaren, die den Körper der Raupe bedecken, befindet sich das Nesselgift Thaumetoperin. Gelangt dieses in den Körper, kann es zu heftigen Hautreizungen und schweren allergischen Reaktion kommen.

Dafür ist kein direkter Kontakt mit den Raupen nötig. Die Härchen können sich von den Raupen lösen, weit durch die Luft fliegen und überall haften bleiben. Treffen sie auf die Haut oder Schleimhäute sondern sie das Eiweißgift ab. Empfindliche Menschen können darauf mit einem Hautauschlag reagieren (Raupendermatitis): Symptome sind Juckreiz, Rötung, Brennen und Quaddelbildung, auch Bindehautentzündungen sind möglich. In schwereren Fällen jedoch reicht die Reaktion des Körpers von Übelkeit, Schwindel, Asthmaanfällen und Atemnot bis hin zu sehr seltenen Fällen von lebensgefährlichen Schocks. Bei starkem Ausschlag oder Atemnot sollte ein Arzt aufgesucht werden!

Gesundheitliche Beschwerden können nicht nur beim Menschen auftreten. Auch Tiere, beispielsweise Hunde, können empfindlich auf den Kontakt mit den Raupenhaaren reagieren. Die Symptome sind ähnlich wie beim Menschen und auch hier gilt, dass bei starker Beeinträchtigung umgehend ein Tierarzt aufgesucht werden sollte.

Die Prozessionsspinner leben ausschließlich auf Kiefern und sitzen dort zusammengeballt in Gespinstnestern. Auf dem Weg zu neuen Fraßstellen reihen sich die Raupen hintereinander und bilden sogenannte Prozessionen (daher der Name Kiefernprozessionsspinner). Diese sind dann auch auf Wegen zu finden.

Zeitlich ist das Auftreten der Raupen auf die Zeit von Mitte Juni bis Mitte August begrenzt. Gespinste der Raupen beinhalten jedoch unzählige Raupenhaare, die über Jahre ihre Wirksamkeit nicht verlieren.

Meiden sie den Kontakt mit den Raupennestern und Prozessionen. Eine Vernichtung der Raupen sollte Fachfirmen für Schädlingsbekämpfung und Bautenschutz überlassen werden. Dies geschieht meist mit chemischen Mitteln.

Es gibt weitere Arten der Prozessionsspinner (Thaumetopoeidae). In Deutschland ist der Eichenprozessionsspinner in einigen Gebieten stark verbreitet. Er ist bisher aus Sachsen nicht bekannt. In Südeuropa und in den Mittelmeerländern ist darüber hinaus der Pinienprozessionsspinner anzutreffen.

 
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