Haus mit LMBV-Hilfe angehoben
Spreetal | Burghammer. Seit dem 25. Juni 2008 arbeiten die Hydraulikpumpen im Haus von Ulrich Wendt unter Hochdruck, um das rund 720 Tonnen schwere Eigenheim samt Keller schrittweise anzuheben und es damit vor dem aufsteigenden Grundwasser zu sichern. In Eigenverantwortung und mit komplementären Eigenmitteln des Eigentümers wird damit ein erstes Haus im neuen Landkreis Bautzen in der Bernsteinstraße in Spreetal, Orteil Burghammer, seit dem Abend des 25. Juni schrittweise um insgesamt 1,30 Meter angehoben. Dank des persönlichen Engagements von Ulrich Wendt hat diese Anhebung einen Pilotcharakter für potenziell vom wiederkehrenden Grundwasser Betroffene. Das Haus der Familie Wendt befindet sich in unmittelbarer Nähe der Flussaue der Kleinen Spree und unweit der bereits zurück gebauten Gartensparte Burghammer.
60 Zentimeter Höhe binnen eines Tages gewonnen
Die LMBV als Projektträger der Braunkohlesanierung hat mit dem Eigentümer einen privatrechtlichen Vertrag zur Gefahrenabwehr abgeschlossen und beteiligt sich an der Finanzierung im Auftrag des Bundes und des Freistaates Sachsen, ohne eine Rechtspflicht zu haben. Statt einem notwendig gewordenen Abriss und anschließendem Neubau des Hauses wird hier das Korkenzieher-Prinzip angewendet und die Kraft der Hydraulik ausgenutzt.
Nur am 26. Juni konnte man unter dem Haus hindurchgucken, weil der Hohlraum unter der Bodenplatte schrittweise mit Spezialbeton verfüllt. An 26 Stahlsäulen, die mit der Bodenplatte durch Anker in Verbindung gebracht wurden, befinden sich jeweils die Hydraulikpumpen, die synchron arbeiten müssen, um das Haus anzuheben. Das fachliche Konzept beruht auf einem Patent des Ingenieurs Dr.-Ing. Bernfried Kurt Sudbrack aus Münstereifel, dessen Firma das Verfahren in Burghammer umsetzen hilft.
Im September soll der Vorgang, so Hauseigentümer Wendt, abgeschlossen sein.
Schon jetzt interessieren sich viele Nachbarn in Burghammer für das Verfahren. Jede weitere Maßnahme muss jedoch immer als Einzelfallentscheidung durch die Financiers vorab bewertet und genehmigt werden, bevor die LMBV als Projektträger die Planung und Realisierung beauftragen kann. Dabei wird für die Finanzierung nur die jeweils wirtschaftlichste Variante zugrunde gelegt. Die darüber hinaus notwendigen Mittel müssen von den jeweiligen Eigentümern aufgebracht werden.
Je nach Größe des Hauses kann die Anhebung insgesamt einen hohen fünfstelligen Betrag kosten. Weitere Verträge mit Hauseigentümern in Burghammer wurden bereits individuell mit der LMBV abgeschlossen und von den Financiers genehmigt.
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- Quelle: /red | Foto: /LMBV
- Zuletzt geändert am 26.06.2008 - 19:20 Uhr
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