Bund investiert erneut in Breitbandausbau: Chancen für sächsische Unternehmen

Bund investiert erneut in Breitbandausbau: Chancen für sächsische UnternehmenGörlitz, 14. November 2017. Die fortschreitende Digitalisierung hat entscheidenden Einfluss auf die Wettbewerbsfähigkeit mittelständischer Unternehmen im Freistaat Sachsen. Unternehmen, die sich langfristig auf dem Markt behaupten und global wettbewerbsfähig bleiben wollen, müssen das Thema Breitbandausbau als Motor für die Digitalisierung im Mittelstand begreifen. Noch mangelt es jedoch an einer leistungsfähigen Versorgung. Erst kürzlich stiegen die Investitionen sächsischer Kommunen in schnelles Internet auf nun insgesamt eine Milliarde Euro. Neben weiteren Maßnahmen könnten die erneuten Förderungen vom Bund Unternehmen dabei helfen, zukunftsfähig zu werden und zu bleiben.
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Höhe der Investitionen in schnelles Internet steigt um 120 Millionen Euro

Höhe der Investitionen in schnelles Internet steigt um 120 Millionen Euro

Die Cloud macht Daten und Software je nach erteilten Zugriffsrechten weltweit verfügbar und vernetzt unterschiedlichste Geräte.

Staatssekretär Stefan Brangs, Beauftragter der Staatsregierung für Digitales, hat kürzlich an elf Städte und Gemeinden Förderbescheide für den Breitbandausbau überreicht. Demzufolge sollen in den Landkreisen Leipziger Land, Erzgebirge, Görlitz, Mittelsachsen, Zwickau, Sächsische Schweiz-Osterzgebirge und Meißen sowie Dresden und Leipzig knapp 40.000 Haushalte und 1.600 Unternehmen mit Bandbreiten von mindestens 50 Megabit pro Sekunde erschlossen werden. Insgesamt werden dafür über 120 Millionen Euro investiert. Knapp die Hälfte davon trägt der Bund, weitere 42 Millionen Euro schießt der Freistaat zu. Die restliche Summe bringen die Kommunen aus Eigenmitteln auf. Wie viel Geld an welchen Landkreis geht, ist dieser Liste (pdf) zu entnehmen. Bis 2018 will der Freistaat Sachsen eine flächendeckende Breitbandversorgung mit mindestens 50 Megabit pro Sekunde erreichen.

Das Thema "schnelles Internet" ist ein Dauerbrenner, wie der Bürgermeister von Markersdorf bereits im August 2016 anmerkte. Er plädierte gemeinsam mit Sachsens Ministerpräsident Tillich, dem damaligen Bundestagsabgeordneten Michael Kretschmer und dem Landtagsabgeordneten Octavian Ursu für ein schnelleres Voranschreiten beim Breitbandausbau. 2017 ist die digitale Kluft in Sachsen dennoch tief: Vor allem in ländlichen Regionen des Freistaats fehlt nach wie vor schnelles Internet: Nur jeder sechste Haushalt kommt in den Genuss eines 50-Mbit-Anschlusses.

Herausforderungen für Unternehmen: Digitalisierung als Chance nutzen

Vor allem größere Unternehmen und kleinere Handwerksbetriebe benötigen eine schnelle Internetversorgung, um konkurrenzfähig zu sein. Das hat angesichts rasant steigender Datenmengen, immer komplexerer Datenvernetzung und immer mehr Cloud-Anwendungen (bis hin zur Online-Telefonanlage!) existentielle Bedeutung. Der Druck zum Breitbandausbau für die Wirtschaft besteht im ländlichen Raum nicht weniger als in Ballungsräumen, verdeutlicht Wolfram Kreisel, der Geschäftsführer der Firma Kreisel GmbH & Co. KG aus Krauschwitz (Landkreis Görlitz) ist, als Brangs dort die Förderbescheide für den Breitbandausbau übergibt. Kreisel, ein international erfolgreicher Anlagenbaubetrieb, entwickelt und fertigt Komponenten und ganze Anlagen für das Schüttguthandling. Für das seit 105 Jahren existierende mittelständische Familienunternehmen könnte ein deutlich schnellerer Internetabschluss laut Kreisel die Zusammenarbeit der Unternehmensstandorte in Krauschwitz, Hamburg, Posen (Poznań), Augsburg sowie Blankenburg deutlich verbessern. Für bestimmte Mitarbeiter könnten Home-Office-Anwendungen bereitgestellt werden, das würde die Reisebelastung senken.

Darüber möchte das Unternehmen, auf das unweit der Keula-Hütte an der Straße nach Cottbus auf der rechten Seite nur ein unauffälliges blaues Schild hinweist, eine Monitoring-Lösung einführen, mit der technische Betriebsdaten der weltweit verteilten Kreisel-Kunden von Krauschwitz aus in Echtzeit kontrolliert werden können. Wären Unternehmen zudem in der Lage, über eine leistungsfähige Internetverbindung problemlos Cloud-Computing-Lösungen von deutschen Anbietern wie ProfitBricks zu nutzen, hätten sie einen virtuellen Server zur Verfügung, um ihre Daten auszulagern und jederzeit von jedem Standort aus auf diese zugreifen zu können. Mit einem umfassenden Angebot, das unter anderem Computing-, Speicher- und Netzwerk-Anwendungen umfasst, erhöhen IT-Infrastruktur-Dienste (IaaS-Dienste) den geschäftlichen Nutzen. Ihr Einsatz steigert nachweislich den Umsatz, zeugt von einer zukunftsorientierten Denkweise und erleichtert in jeder Branche Arbeitsprozesse – egal, ob Unternehmen wie die Kreisel GmbH nun Echtzeit-Rendering mit polnischen Kunden und Geschäftspartnern betreiben möchten oder Betreiber von Online-Shops in Sachsen eine verlässliche und leistungsfähige E-Commerce-Plattform suchen.

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  • Zuletzt geändert am 14.11.2017 - 17:35 Uhr
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